Kreisfeuerwehrverband Nürnberger Land
Berichte aus dem Nürnberger Land

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Jugendgruppe zu Besuch in Österreich 28.07.1999

ROLLHOFEN (DB2) - Die Jugendgruppe der FF Rollhofen und der FF Kersbach nahmen als Gästegruppe für die bayerische Jugendfeuerwehr am Landestreffen der niederösterreichischen Feuerwehrjugend teil. Die Gemeinde Vösendorf, Bezirk Mödling, südlich von Wien gelegen, hatte den Zuschlag für das 27. Landeszeltlager dieser Art bekommen. Mit 3460 Teilnehmer konnte ein neuer Rekord aufgestellt werden. Zusätzlich zu den heimischen Feuerwehren waren Gruppen aus weiteren Bundesländern Österreichs, aus Italien, aus Tschechien, aus Slowenien und der Slowakei angereist.

Am ersten Tag, welcher durch die 7-stündige Anreise für die Feuerwehren aus Rollhofen und Kersbach bereits um 4 Uhr morgens begann, war bereits für 15 Uhr der Bewerb um das Feuerwehrjugendleistungsabzeichen in Bronze im Lagerprogramm aufgeführt. So mußte man nach der Anmeldung bei der perfekt organisierten Lagerleitung einen Platz in einem der 4 Unterlager beziehen. Unterlager Nord wurde die Adresse für die 15 Jugendlichen um die Betreuer Alfred Kalb (Kersbach), Andreas Gebhard und Frank März (Rollhofen). Bei leichtem Regen und feuchten Untergrund wurde das Zelt in Windeseile aufgebaut, mit Liegen bestückt und mit Gepäck gefüllt.

Zeit zum Ausruhen blieb nicht. So hies es anschließend für die Jugendlichen umziehen und antreten zum Wettbewerb. Hier sollte sich nun zeigen, wie gut die wöchentlichen Vorbereitungen waren. Die Jugendlichen wurden in zwei Gruppen geteilt, wobei 3 Jugendliche zweimal antreten mußten.

Der erste Teil ist eine Hindernisübung, wobei eine Schlauchleitung über einen Wassergraben, eine Hürde, durch einen Tunnel und über eine Laufbank gelegt wird, zwei Kübelspritzen in Betrieb genommen werden, Feuerwehrgeräte erkannt und Knoten angefertigt werden müssen. Im zweiten Teil mußte die Gruppe einen 400 Meter Staffellauf absolvieren, wobei ein Stahlrohr als Staffelstab dient.

Beide deutschen Gruppen machten ihre Sache gut und so konnte man sich am frühen Abend im Verpflegungszelt das erste Lageressen schmecken lassen. Hatte der Wettergott noch ein Einsehen und die Bewerbe konnten fast trocken abgewickelt werden, so mußte die Lagereröffnung aber aufgrund des Regens abgesagt werden. So richtig traurig war darüber keiner, die Jugendlichen hatten in den Unterlagern ihren Spaß.

Am Freitag wurden die Bewerbe trotz immer wieder einsetzender ergiebiger Niederschläge fortgesetzt. Angespornt durch die gute Leistung am Vortag fanden sich 10 Jugendliche unserer Gruppe, die auch noch das Feuerwehrjugendleistungsabzeichen in Silber ablegen wollten. Waren beim Bronze Bewerb die Positionen in der Hindernisübung noch fest, so wurden sie bei Silber ausgelost.

Am Nachmittag, nach einem Interviewtermin bei der Lagerzeitung ging es zur Freizeitwanderung. Auf einer ca. 5km langen Strecke erfuhr man mehr über die Fauna der Region, konnte auf einem kleinem See Boot fahren und eine Windkraftanlage besichtigen.

Am Freitag Abend wurde trockene Kleidung bereits rar, aber weitgehend angenehme Temperaturen machten das feuchte Lagerleben erträglich. Am Lagerfeuer wurden dann auch Bekanntschaften mit anderen Jugendfeuerwehren gemacht.

Obwohl die Zahl der Lagerteilnehmer kaum vorstellbar ist, hatte die Mannschaft des Versorgungsdienstes des NÖ Landesfeuerwehrverbandes die kulinarische Lage jederzeit fest im Griff. Zur Illustration einige Zahlen, die man sich auf der Zunge, dem Gaumen oder sonstwo zergehen lassen muß: 100 km Spaghetti, die eineinhalbfache Länge eines Fußballfeldes an Serviettenknödel, 158 Quadratmeter Pizza, 25.000 Brötchen, 10000 Stück Obst, 500 Kilogramm Pfirsichkompott und 90 Spezialmenüs für Vegetarier, Moslems und Allergiker.

Am Samstag wurden die Regenpausen etwas länger. Am Vormittag konnten sich die Jugendlichen am riesigen Zeltplatz umschauen, am Freizeitprogramm mit BMX-Bahn oder Palatschinken backen mitmachen oder sich am Verteilen von Rindenmulch und jede Menge Stroh zum trockenlegen der Wege durch die Zeltstadt beteiligen.

Am Nachmittag, während sich zum ersten mal einige Sonnenstrahlen zeigten und viele Eltern die Besuchsmöglichkeit nutzten, waren die ausländischen Gruppen zur Lagerwache eingeteilt.

Am späten Nachmittag veranlaßte der wiedereinsetzende Regen die Verlegung der Siegerverkündung ins viel zu kleine Verpflegungszelt. So konnten nur die Gruppenführer der 270 Gruppen die Feierstunde vor einer beachtlichen Riege von Feuerwehrfunktionären und politischer Prominenz zu den Klängen der niederösterreichischen Gendarmeriemusikkapelle erleben.

Anschließend war es den Feuerwehrjugendgruppen freigestellt nach Hause zu fahren. Aber nur wenige machten davon Gebrauch. Für die Gruppe aus Rollhofen und Kersbach war dies natürlich kein Anlaß das Zeltlager abzubrechen, mußte man doch die bestanden Abzeichen feiern. Außerdem wollte man sich noch nicht von den neu gewonnen Freunden verabschieden.

Die Feldmesse sowie der Lagerabschluß fiel am Sonntag morgen wiederum dem Regen zum Opfer. So machten man sich gegen 10 Uhr auf die Rückreise nach Deutschland.

Zuhause angekommen, kann jedoch jeder Teilnehmer auf einige unvergeßliche schöne Stunden im Rahmen dieses internationalen Zeltlagers zurück blicken.

Bericht und Fotos:
Frank März
FF Rollhofen (
http://www.rollhofen.de)

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