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BURGTHANN
(DB3) - Eine
ungewöhnliche Schadenslage bot sich den Freiwilligen Feuerwehren Burgthann,
Ezelsdorf, Grub und Oberferrieden kürzlich bei einem Verkehrsunfall.
Der 29-jährige Fahrer eines älteren Mercedes kam zwischen den Ortsteilen
Grub und Ezelsdorf aus ungeklärten Gründen im Wald von der kurvenreichen
und abschüssigen Ortsverbindungsstraße nach rechts ab und überfuhr mehrere
abgelagerte Baumstämme. Dabei drang ein 10 cm dickes Langholzstück vorne rechts durch den Scheinwerfer in den Motorraum ein, durchstieß diesen, trat in Höhe der Autoradiokonsole wieder aus und traf den Mann links neben dem Nabel im Bauchraum und „spießte" ihn förmlich auf. Die außer Kontrolle geratene Limousine kam wieder auf die Straße und rollte in einer S-Kurve auf der anderen Seite in den Wald, wo sie von Büschen aufgehalten wurde.
Der herbeigerufene Notarzt und die Einsatzkräfte fanden einen, durch den eingedrungenen Baumstamm in seinem Sitz fixierten, schwer verletzten Patienten vor, welcher zuerst durch Infusionen und Medikamentengaben stabilisiert werden mußte. Die „Crash"-Rettung des durch die "Pfählung" in seinem Sitz „gefangenen" Pkw-Lenkers war weder möglich noch aus medizinischer Sicht vertretbar. Also bereiteten die FF Oberferrieden und FF Burgthann die schonende Rettung mittels „Dach ab" und Entnahme des Verletzten über die Schaufeltrage nach oben vor, während die FF Grub die Straßensperrung vornahm und die FF Ezelsdorf und ein Teil der FF Burgthann außerhalb des Waldstücks einen Landeplatz für den aus Regensburg angeforderten Rettungshubschrauber vorbereiteten und ausleuchteten.
Die anwesenden Polizeikräfte und ein LF 8/6 übernahmen den Transport von Hubschrauberbesatzung und deren Gerät zur Einsatzstelle. Nachdem durch den Kommandanten der FF Oberferrieden Kdt. Reinhardt der in den Bauchraum eingedrungene Baumstamm mit einer Elektro-Kettensäge (da eine Handsäge zu viele Vibrationen verursacht hätte!) durchtrennt war, wurde der Verletzte mit vereinten Kräften aus dem Wrack befreit und mittels RTW und Rettungshubschrauber ins Nürnberger Südklinikum transportiert, wo er umgehend operiert wurde. Bereits
bei einer anschließenden Nachbesprechung zwischen Rettungsdienst und
Feuerwehren konnte Notarzt Dr. Kratzer aus Nürnberg den anwesenden Feuerwehrlern
die freudige Mitteilung machen, daß der Gerettete dank der hervorragenden
Zusammenarbeit aller eingesetzten Kräfte und Organisationen aber sicher
auch durch glückliche Umstände bei Unfall und Verletzungsschema beste
Chancen hat, diese seltene Verletzung ohne bleibende Schäden zu überleben.
Bericht: Karl-Heinz Brunner, Kdt. FF Burgthann |
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