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Überhitzter Heustock in Freiröttenbach 05.09.2000

FREIRÖTTENBACH (DB2) - Am Morgen des 27.08.2000 kam es in einer Scheune in Freiröttenbach zu einer Überhitzung des Heustocks.

Ein Landwirt bemerkte in seinem Heustock bereits äußere Anzeichen, die auf eine Erwärmung schließen ließen. Daraufhin führte er Messungen mittels Heumeßsonden durch. Temperaturen von bis zu 70 Grad hatte er in den mehrere Meter hoch gelagerten Heustock gemessen.
Der Landwirt verständigte die Feuerwehr Freiröttenbach, welche sogleich die Einsatzstelle mit dem TSF anfuhr. Ab 70 Grad besteht bereits akute Brandgefahr!

 

Für die Feuerwehr stellte sich bei Eintreffen folgendes Bild: Mehrere Meter hoch war das Heu in der Scheune eingelagert. Über dem Heu waren an verschiedenen stellen bereits kleine Rauchsäulen sichtbar. Der Geruch des Heustockes deutete bereits auf eine deutliche Erhitzung hin. Durch Messungen konnte die weitere Erwärmung festgestellt werden. Es wurden nunmehr weitergehende Maßnahmen notwendig.

Rückfragen bei der Feuerwehr Lauf betreffend den Einsatz eines Heuwehrgerätes ergaben, daß das im Landkreis verfügbare Heuwehrgerät bei der Feuerwehr Altdorf stationiert ist. Deshalb wurde für die FF Altdorf gegen 10.00 Uhr Alarm mit dem Stichwort "überhitzter Heustock - Heuwehrgerät benötigt" ausgelöst.
Aufgrund der Meldung rückte die FF Altdorf mit dem LF 16/12 und dem SW 2000 samt Heuwehr-Geräteanhänger aus.

Bis zum Eintreffen der Einsatzkräfte hatte sich der Heustock bis auf über 90 Grad erhitzt. Das Heuwehrgerät wurde sofort in Stellung gebracht. Sonden wurden in den Heustock eingebracht um die heißen Gase und den im Erhitzungsherd entstandenen Wasserdampf abzusaugen.
Durch den Einsatz des Gebläses sollte schließlich die Temperatur gesenkt werden (sog. "Gebläseabkühlverfahren").

 

Parallel dazu wurde versucht, den überhitzten Bereich durch weitere Messungen einzugrenzen. Dies gestaltete sich zunehmend schwieriger, da das Heu immer weiter in sich zusammenfiel und dadurch für die Sonden immer undurchdringlicher wurde. Wegen der akuten Brandgefahr wurden außerdem durch die FF Freiröttenbach C-Rohre in Bereitschaft gebracht.
Anfangs zeigte der Einsatz des Gebläses wenig Wirkung. Die Erwärmung setzte sich weiterhin fort und die Temperaturen stiegen bis auf über 100 Grad an. Ebenso wurde bereits weißer Rauch ins Freie gefördert, was auf bereits vorhandene Glutnester schließen ließ.

Es wurden nun weitere Sonden in Stellung gebracht. Schließlich stellte sich mit längerer Einsatzdauer (ca. 4 Stunden) der Erfolg ein. Wiederum durchgeführte Messungen zeigten die langsame aber kontinuierliche Abkühlung des Heustockes an. Hierdurch konnte auch der innerste überhitzte Bereich eingegrenzt werden.
Die Sonden wurden nochmals neu ausgerichtet und der Heustock langsam umgeschichtet. Nach weiterer Abkühlung konnte die FF Altdorf den Einsatz gegen 16.30 Uhr beenden. Das Heuwehrgerät wurde nach Einweisung der Feuerwehrkräfte Freiröttenbach vorsorglich noch an der Einsatzstelle belassen.

Die Kameraden der FF Freiröttenbach waren noch bis ca. 18.30 Uhr im Einsatz um den Heustock weiter zu kontrollieren und Nachmessungen durchzuführen. Nachdem sich keinerlei Neuerwärmung messen lies, konnte der Einsatz der Feuerwehr beendet werden. Der Landwirt selbst führte schließlich an den folgenden Tagen weitere Kontrollen durch.

Eingesetzte Kräfte:

KBM Peter Schlerf
FF Freiröttenbach: TSF
FF Altdorf: LF 16/12, SW 2000, Heuwehr-Geräteanhänger

Bericht: Bernd Bayerlein (FF Altdorf)
Fotos: Thomas Buchner (FF Altdorf)

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