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NÜRNBERGER
LAND - Am 28.06.2001 fand in der Stadthalle in Röthenbach/Pegnitz die
diesjährige Dienstversammlung der Kommandanten des Landkreises Nürnberger
Land statt. Tagesordnung: 1. Begrüßung/Grußworte
1. Bericht
des Vorsitzenden
In einer Gedenkminute wurde den seit der letzten Dienstversammlung verstorbenen Kameraden gedacht. Hierbei gab KBR Pawelke einen Rückblick auf die Feuerwehrlaufbahn des erst eine Woche vor der Dienstversammlung verstorbenen ehemaligen Kreisbrandmeisters Rüdiger Kellner (wir berichteten).
Der Tagesordnungspunkt 2 - Bericht des Kreisbrandrates - war wie jedes Jahr in vier Bereiche unterteilt. Hierbei handelte es sich um die Punkte Stärke der Feuerwehren im Landkreis, Ausbildung, staatliche Förderung des Feuerwehrwesens sowie die Einsatzstatistik des Jahres 2000. Die Anzahl der Freiwilligen Feuerwehren habe sich im Jahr 2000 nicht verändert, so Pawelke. Allerdings sei bei der Anzahl der Werkfeuerwehren eine Änderung zu vermelden. Am 31.12.2000 wurde die Werkfeuerwehr der FAUN-Werke, eine freiwillige Werkfeuerwehr, aufgelöst. Während auch die Werkfeuerwehr der Rheinischen Kunststoffwerke im Dienstbezirk 1 aufgelöst wurde, kam hier jedoch eine neue Werkfeuerwehr hinzu. Die Eckart-Werke in Güntherstal bei Hartenstein verfügen seit dem Jahr 2000 über eine eigene Werkfeuerwehr. Im Landkreis gibt es also ab jetzt statt 5 Werkfeuerwehren nur noch vier. Die personelle Stärke
der Feuerwehren im Landkreis Nürnberger Land beträgt momentan
inklusive der Werkfeuerwehren 4153 aktive Feuerwehrdienstleistende.
Zu Beginn des Jahres 2000 waren es 4101, was einem geringen Zuwachs
entspricht. Wenn man diese Zahlen ausschließlich für die
Freiwilligen Feuerwehren betrachtet, waren es 1998 noch 4143, 1999 noch
4099, zu Beginn des Jahres 2000 4014 und am Jahresanfang 2001 noch 3988
Feuerwehrdienstleistende. Dieser Rückgang braucht aber nicht beängstigend
stimmen, wenn man die Entwicklung innerhalb der Jugendarbeit betrachtet.
Hier ist ein klarer Zuwachs zu verzeichnen. Ebenfalls einen Zuwachs
gibt es bei den weiblichen Feuerwehrdienstleistenden zu verzeichnen.
Während es zu Beginn 2000 noch 136 waren, verfügen die Feuerwehren
im Landkreis im Jahr 2001 über insgesamt 146 Kameradinnen, was
hauptsächlich auf Übernahmen aus den Jugendgruppen zurückzuführen
ist. Pawelke ging nun
nochmals auf das Problem "Sozialabgaben bei Aufwandsentschädigungen"
ein. Das Hauptproblem sei nach Meinung von KBR Pawelke nicht unbedingt
der Betrag der Sozialabgaben. Eher drücke der Schuh, dass diese
gesetzliche Regelung die Feuerwehrdienstleistenden als "abhängig
Beschäftigte" bezeichne. Und es sei ja bekannt, dass in vielen
Bereichen des Arbeitslebens eine weitere Beschäftigung während
der Hauptbeschäftigung gegebenenfalls verboten bzw. untersagt werden
könne.
Anschließend sprach KBR Pawelke die staatliche Förderung für das Feuerwehrwesen an. Hier sei leider keine positive Nachricht zu vermelden. Die pauschale Summe für die Städte und Gemeinden errechnet sich aus der Zahl der Einwohner, der Grundfläche der Kommune, sowie die Anzahl der Stellplätze im Gemeinde- bzw. Stadtgebiet. Ein nach Meinung von KBR Pawelke gerechtes System. Allerdings ist im Vergleich zum Jahr 2000 im Jahr 2001 nicht mehr mit solch hohen Beträgen zu rechnen, da sich die Haushaltssituation für die Feuerwehren auf Ebene des Landes leider nachteilig entwickelt hat. Gründe hierfür sind u.a. der Rückgang des Einkommens durch die Feuerschutzsteuer, sowie das Auftreten einer unerwarteten Nachfrage nach Einzelzuweisungen für Fahrzeuge. Dies kommt durch die Notwendigkeit der Ersatzbeschaffung für Fahrzeuge, die während der Gebietsreformen in einer haushaltsstarken Zeit angeschafft wurden und nun in eine Zeit fallen, in der die Haushaltskassen leerer sind. Durch die große Nachfrage ist mit einem Antragsstau zu rechnen. An dieser Stelle bedankte er sich bei Landrat Reich für die Unterstützung der Gemeinden bei der Anschaffung von Drehleitern, Großtanklöschfahrzeugen, Rüstwagen und Schlauchwagen durch Zuschüsse des Landkreises. Im Bereich Einsatzstatistik
zeigt sich, dass das Jahr 2000 für die Feuerwehren im Landkreis
kein besonderes Jahr darstellte. Die Einsatzzahlen halten sich weiterhin
in einem Bereich zwischen 1300 und 1500 Einsätzen pro Jahr. Im
Jahr 2000 waren es 1349 Ausrückungen, davon fallen 307 unter die
Rubrik "Brand", 913 in den Bereich der Technischen Hilfeleistung.
Es wurden 81 Sicherheitswachen durchgeführt. Die Feuerwehren mussten
insgesamt zu 48 Fehlalarmierungen ausrücken, wobei nur 2 böswillige
Fehlalarme zu vermelden sind, der Großteil der Fehlalarme geht
auf einen Irrtum des Meldenden zurück.
Insgesamt ist ein Rückgang der Teilnehmer um 40% zu verbuchen. Grund hierfür ist vermutlich die Einführung der neuen Richtlinien. Hier ist festzustellen, dass viele Teilnehmer erst abwarten, wie sich diese neuen Richtlinien entwickeln. Für das Jahr 2001 ist nach einer kurzen Hochrechnung wieder mit einem Anstieg zu rechnen. Neu im Bereich der Leistungsprüfung sind die Formulare zur Anmeldung zur Leistungsprüfung, sowie die Abnahmeniederschrift. Beide Formulare stehen im Downloadbereich des Internetangebotes des Kreisfeuerwehrverbandes Nürnberger Land zum Download zur Verfügung. Geändert hat sich hier, dass bei der Anmeldung zur Leistungsprüfung nun beim Öffnen des Dokumentes der Dienstbezirk ausgewählt werden kann und die Adresse des jeweiligen Oberschiedsrichters automatisch in das Adressfeld übernommen wird. Hierbei ist zu beachten, dass das Verwenden von Makros innerhalb von Word aktiviert sein muß. Neu ist auch die Abnahmeniederschrift. Hier ist eine zweite Spalte eingefügt worden, wo die letzte abgelegte Stufe von Ergänzungsteilnehmern eingetragen werden kann. Die Dokumente stehen natürlich auch hier direkt zum Download:
Der 4. Punkt der
Tagesordnung war der Bericht des Kreisjugendfeuerwehrwartes. Kreisjugendwart KBM Barth war
jedoch beruflich verhindert. Stellvertretend für KBM Barth übernahm
der Jugendbeauftragte des Dienstbezirks 1, Uwe Holzinger, die Verlesung
des Berichtes des Kreisjugendfeuerwehrwartes für das Jahr 2000. Das Jahr 2000 war im Bereich Jugendarbeit wieder einmal geprägt von zahlreichen Ereignissen und Veranstaltungen. Der positive Trend an Feuerwehranwärtern der letzten Jahre hat sich auch 2000 weiter fortgesetzt. Mit 679 Jugendlichen in 75 Jugendgruppen konnte die Zahl im Vergleich zu Beginn des Jahres 2000 mit 635 in 73 Jugendgruppen nochmals gesteigert werden. Bei der Anzahl der Jugendlichen im Alter von 12 und 13 Jahren ist festzustellen, dass hier mehr Bedarf besteht. Hier sind die Kommandanten angesprochen, mehr von der Möglichkeit gebrauch zu machen, Jugendliche ab dem Alter von 12 Jahren aufzunehmen. Im vergangenen Jahr konnten 99 Jugendliche, davon 18 Mädchen, in die aktive Mannschaft übernommen werden. Die Zahl der Jugendlichen, die während der Zeit als Feuerwehr-Anwärter die Feuerwehr verlassen haben, lag mit 66 Jugendlichen deutlich über der Vorjahreszahl. Die Kommandanten werden in solchen Fällen gebeten, die Gründe beim Jugendwart näher zu hinterfragen, um weiteren Austritten entgegenzuwirken. Im vergangenen Jahr wurden in der Jugendarbeit ca. 5000 Stunden an feuerwehrtechnischer Ausbildung, ca. 1000 Stunden an allgemeiner Jugendarbeit und 390 Tage an Freizeit, Ausflügen und Zeltlagern erbracht. Den Höhepunkt im Landkreis bildete im Jahr 2000 das Landkreiszeltlager in Oberwindsberg, an dem 360 Jugendliche teilnahmen. Leider musste die Veranstaltung wetterbedingt vorzeitig beendet werden (wir berichteten). Mehrere
Jugendgruppen nahmen zusätzlich auch an verschiedenen anderen Zeltlagern
wie z.B. in Wiener-Neustadt und in Gänserndorf (Niederösterreich)
teil. Seit dem Jahr 2000 wird den Jugendwarten das EDV-Verwaltungsprogramm "ascara-Jugendfeuerwehr" angeboten. Um sich mit dem Programm vertraut machen zu können, wurden vor kurzer Zeit zwei Seminare angeboten. Bei dem im vergangenen Jahr bereits angesprochenen Umweltpreis der Jugendfeuerwehren Bayerns beteiligten sich zwei Jugendfeuerwehren des Landkreises. Die Jugendgruppe der Feuerwehr Vorra belegte hierbei den 3. Platz und wurde mit einem beträchtlichen Preisgeld belohnt. Außerdem nahm die Jugendfeuerwehr Lauf mit 2 Projekten teil. Sie belegte, wie oben bereits berichtet, den 4. und 6. Platz. Für
den Umweltpreis 2001 kann sich noch angemeldet werden, die nötigen
Unterlagen sind bei den Jugendwarten vorhanden. Die Abnahme zum bayerischen Jugendleistungsabzeichen wurde dieses Jahr an zwei Orten durchgeführt. Die erste Abnahme fand in Schwarzenbruck im Rahmen des 125-jährigen Bestehens der Feuerwehr Schwarzenbruck statt. Am Wochenende darauf richtete die Feuerwehr Großbellhofen die zweite Abnahme aus. Anlass hierbei war die Feier zum 25-jährigen Bestehen der Jugendfeuerwehr Großbellhofen. Beide Feuerwehren sorgten durch eine einwandfreie Organisation für einen reibungslosen Ablauf der Abnahmen (wir berichteten). Auf dem Programm stehen in diesem Jahr noch verschiedene Ausflüge, der Wissenstest 2001 sowie ein Jugendwartseminar. KBM Barth
bedankte sich zum Abschluß seines Berichtes noch bei allen, die
ihn unterstützt haben und besonders bei seinen drei Inspektionsjugendbeauftragten
Uwe Holzinger, Armin Steinbauer und KBM Volkmar Lachmann.
KBR Pawelke ging auf die Problematik "Maul- und Klauenseuche" ein. Momentan sei die akute Gefahr vorbei, jedoch sollten die Kommandanten die ausgeteilten Informationsblätter in ihren Unterlagen behalten, da nicht gesichert ist, dass die Maul- und Klauenseuche im Herbst wieder auftreten könnte, da momentan in den Balkanstaaten eine Kontrolle durch unterschiedliche Umstände nicht in dem Maße möglich ist, wie es notwendig wäre. Jedoch konnte KBR Pawelke die erfreuliche Mitteilung geben, dass das Schreiben des Landratsamt vom 28.03.2001 an die wehrfreigestellten Helfer jetzt aufgehoben sei. Den insgesamt 34 Helfern, die für die verschiedensten Dienste vorgesehen waren, mussten sich beim Landratsamt melden, falls sie mehr als 3 Tage ihren Wohnort verlassen. Die Helfer werden über diesen Zustand nicht extra informiert, darum bat KBR Pawelke die Kommandanten diese Information an diejenigen weiterzugeben. Als nächsten
Punkt sprach KBR Pawelke den Punkt "Integrierte Leitstelle"
an. Wie ja bereits länger bekannt, sollen in ganz Bayern integrierte
Leitstellen aufgebaut werden. Bisher werden in Bayern ca. 65 Landkreise
durch Polizeidienststellen alarmiert, jedoch wird sich dies in den nächsten
Jahren ändern. Geplant ist die Umstellung in Bayern in mehreren
Teilen zwischen den Jahren 2002 und 2005. Eine integrierte Leitstelle,
dies werden in Bayern insgesamt 26 Leitstellen werden, wird dann für
ca. Zum Thema Digitalfunk sprach KBR Pawelke, dass es hier schneller zur Einführung kommen könne, als man abschätzen kann. Durch die Fußball-Weltmeisterschaft im Jahr 2006 gibt es starke Bestrebungen von Seiten der Polizei, noch vor Beginn dieser Veranstaltung auf Digitalfunk umgestellt zu haben. Um diesen Zeitraum herum werde es wohl auch für die Feuerwehren soweit sein, auf Digitalfunk umzustellen. KBR Pawelke forderte die Kommandanten deshalb auf, Neubeschaffungen von Funkmeldeempfängern, Fahrzeug- und Handfunkgeräten reiflich zu überlegen, ob diese Anschaffungen notwendig sei. Die bisherigen analogen Geräte können nach der Umstellung auf den Digitalfunk nicht weiterverwendet werden. Die neue Gerätegeneration wird dann allerdings wesentlich billiger sein als bisherige Geräte. Zum Abschluss der Dienstversammlung kam KBR Pawelke noch auf das Jahr der Freiwilligen zu sprechen. Auch die Feuerwehren im Mittelfranken bringen sich dort mit ein. Am 14. und 15. Juli 2001 finden in der Stadthalle, sowie auf dem Messegelände in Gunzenhausen die Feuerwehr-Aktionstage statt. Jede kreisfreie Stadt, sowie natürlich die Landkreise übernehmen hier die Präsentation verschiedener Themen. Der Landkreis Nürnberger Land hat das Thema "Die Feuerwehren im Internet" übernommen und wird aus diesem Grund mit einem Infostand dieser Veranstaltung beiwohnen. KBR Pawelke forderte die Kommandanten auf, an dieser Veranstaltung Präsenz zu zeigen und ließ durch die Kreisbrandinspektoren Plakate und Handzettel an die Kommandanten verteilen. Am Sonntag den 15. Juli um 10.00 Uhr spricht an dieser Veranstaltung der Bayerische Innenminister, Dr. Günther Beckstein zum Thema: Mensch + Technik = Feuerwehr Nach der Kommandantenversammlung schloss sich die Versammlung des Kreisfeuerwehrverbandes an. Der Vorsitzende Bernd Pawelke gab bekannt, dass dem Kreisfeuerwehrverband 3336 Mitglieder angehören, Neueintritte waren jedoch nicht zu verzeichnen. Wie auf der letzten Versammlung des Kreisfeuerwehrverbandes beschlossen, wurden zwei weitere Brandschutzerziehungskoffer sowie Fahnen beschafft. So verfügt nun jeder Dienstbezirk über einen solchen Koffer. Die Fahnen werden im Gerätehaus Lauf verwahrt, die Mitgliedsfeuerwehen des Kreisfeuerwehrverbandes können diese kostenlos über den Kommandanten der Feuerwehr Lauf, Harald Pinzer, beziehen. Der Kassenbericht, vorgetragen durch KBM Klaus Keim, weist eine solide Grundlage für die Arbeit des Kreisfeuerwehrverbandes Nürnberger Land auf.
Der Vorsitzende Bernd Pawelke schlug vor, einen gewissen Geldbetrag für Ausbildungsmaßnahmen zur Verfügung zu stellen. Dieser Vorschlag wurde in der Abstimmung einstimmig angenommen. Abschließend bedankte er sich noch bei den Anwesenden für das Erscheinen, wünschte ihnen einen gute Heimfahrt und beendete die Versammlung. Bericht
und Fotos: KFV Online-Team
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