Kreisfeuerwehrverband Nürnberger Land
Berichte aus dem Nürnberger Land

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Dienstversammlung der Kommandanten 30.06.2001

 

NÜRNBERGER LAND - Am 28.06.2001 fand in der Stadthalle in Röthenbach/Pegnitz die diesjährige Dienstversammlung der Kommandanten des Landkreises Nürnberger Land statt.

Tagesordnung:

1. Begrüßung/Grußworte
2. Bericht des Kreisbrandrates
3. Bericht des Oberschiedsrichters KBM Geißler
4. Bericht des Kreisjugendfeuerwehrwartes KBM Barth
5. Bericht des Kreisfernmeldemeisters KBI Schneider
6. Verschiedenes

Sitzung des Kreisfeuerwehrverbandes

1. Bericht des Vorsitzenden
2. Kassenbericht

Kurz nach 19:30 Uhr eröffnete Kreisbrandrat Bernd Pawelke die Dienstversammlung der Kommandanten des gesamten Landkreises im Jahr 2001. Er begrüßte, so wie es schon Tradition ist, Landrat Helmut Reich als ersten. Weiterhin begrüßte er vom Landratsamt Nürnberger Land den Leiter der Abteilung für öffentliche Sicherheit und Ordnung Herrn Regierungsrat Maurer sowie dessen Mitarbeiter Herrn Amtsrat Hertlein und Sachbearbeiterin Frau Müller. Zudem begrüßte er noch die anwesenden Kreisbrandinspektoren, Kreisbrandmeister, Schiedsrichter und Kommandanten, die wesentliche Aufgaben im Landkreis erfüllen. Er bedankte sich darüber hinaus bei der Feuerwehr Röthenbach und der Stadt Röthenbach a.d. Pegn. für die zur Verfügungstellung und Bestuhlung der Stadthalle.

In einer Gedenkminute wurde den seit der letzten Dienstversammlung verstorbenen Kameraden gedacht. Hierbei gab KBR Pawelke einen Rückblick auf die Feuerwehrlaufbahn des erst eine Woche vor der Dienstversammlung verstorbenen ehemaligen Kreisbrandmeisters Rüdiger Kellner (wir berichteten).

Landrat Helmut Reich übermittelte in seinem Grußwort an die Kommandanten die Grüße des gesamten Kreistages und dankte den Vertretern der Feuerwehren auch im Namen der gesamten Kreisbevölkerung. Er bedankte sich für die Einladung, der er gerne gefolgt ist, um seine Verbundenheit zur Feuerwehr zu unterstreichen. Außerdem bedankte er sich, auch stellvertretend für seine Mitarbeiter, bei allen Anwesenden für die gute Zusammenarbeit. Im Zusammenhang mit dem "Internationalen Jahr der Freiwilligen" und der in Deutschland in diesem Rahmen stattfindenden Kampagne "Was ich kann ist unbezahlbar" ging er auf die Wichtigkeit der Feuerwehren in der Gesellschaft ein. Außerdem verfügen die Feuerwehren über ein beachtliches Potenzial an Kräften. So leisten alleine in Bayern ca. 340 000

Feuerwehrdienstleistende aktiven Feuerwehrdienst, bundesweit beläuft sich die Zahl auf 1,3 Millionen Feuerwehrdienstleistende. Durch das ehrenamtliche Engagement bilden die Freiwilligen Feuerwehren das wirtschaftlichste Brandschutzsystem überhaupt. Er ging ebenfalls darauf ein, dass die Leistung im Feuerwehrdienst als Vorbildfunktion in der heutigen Gesellschaft nicht hoch genug eingeschätzt werden kann und Freiwillige bei ihrem Dienst oft ihr Leben riskieren, um der Allgemeinheit zu helfen. Doch Feuerwehr heißt nicht nur Retten, Löschen, Bergen und Schützen, sondern auch kulturelles Engagement.

Besonders freute sich Landrat Reich auch über die positive Jugendarbeit in den Feuerwehren. Leider werde dieses von Kommunalpolitikern hochgelobte freiwillige Engagement als abhängiges Beschäftigungsverhältnis gesehen. Dies könne und dürfe jedoch nicht sein. Nach Meinung von Landrat Reich fehlen grundlegende Bestandteile eines abhängigen Beschäftigungsverhältnisses. Um das freiwillige Engagement wieder in den Vordergrund zu rücken sei es wichtig, die Sozialversicherungsabgabe auf die Aufwandsentschädigung von Führungskräften wieder abzuschaffen. Im Gegenteil, die Frauen und Männer, die einen Großteil ihres Lebens in den Dienst der Allgemeinheit stellen, haben Dank und Anerkennung verdient. Als Übergang zum Schluss seines Grußwortes prägte Landrat Reich noch folgenden Satz: "Viele Bürger stecken heute den Kopf in den Sand, die Feuerwehren halten ihn für sie hin." Er bedankte sich nochmals bei allen Anwesenden für die geleistete Arbeit und den Kommunen für die Bereitstellung der benötigten Mittel. Außerdem bedankte er sich für das erbrachte Engagement im Zusammenhang mit der Vorbereitung bezüglich der Maul- und Klauenseuche.

Im Anschluss an sein Grußwort konnte er dem Jugendwart der Feuerwehr Lauf, Armin Steinbauer, noch zwei Urkunden des Bayerischen Staatsministeriums des Innern überreichen. Die Jugendfeuerwehr der Stadt Lauf a.d. Pegn. belegte beim Umweltwettbewerb der Feuerwehrjugend Bayerns im Jahr 2000 mit der Renaturierung des Flussbettes des Bitterbaches (wir berichteten) den 4. Platz und mit einer Nistkastenaktion den 6. Platz.

 
v.l.n.r.: KBR Pawelke, Jugendleiter Steinbauer und Landrat Reich  
Die beiden Urkunden für den 4. und 6. Platz


In Bezug auf die Rede des Landrates ging KBR Pawelke kurz auf das vom Landrat angesprochene Thema "Sozialversicherungspflicht für Ehrenamtliche" ein. Nach wie vor sei dieses Thema nicht vom Tisch und alle Betroffenen müssen hier etwas unternehmen, dass sich in dieser Richtung etwas bewegt. Außerdem bedankte er sich bei Landrat Reich für die gute Zusammenarbeit und das Engagement in der Angelegenheit der Sozialversicherungspflicht.

Der Tagesordnungspunkt 2 - Bericht des Kreisbrandrates - war wie jedes Jahr in vier Bereiche unterteilt. Hierbei handelte es sich um die Punkte Stärke der Feuerwehren im Landkreis, Ausbildung, staatliche Förderung des Feuerwehrwesens sowie die Einsatzstatistik des Jahres 2000.

Die Anzahl der Freiwilligen Feuerwehren habe sich im Jahr 2000 nicht verändert, so Pawelke. Allerdings sei bei der Anzahl der Werkfeuerwehren eine Änderung zu vermelden. Am 31.12.2000 wurde die Werkfeuerwehr der FAUN-Werke, eine freiwillige Werkfeuerwehr, aufgelöst. Während auch die Werkfeuerwehr der Rheinischen Kunststoffwerke im Dienstbezirk 1 aufgelöst wurde, kam hier jedoch eine neue Werkfeuerwehr hinzu. Die Eckart-Werke in Güntherstal bei Hartenstein verfügen seit dem Jahr 2000 über eine eigene Werkfeuerwehr. Im Landkreis gibt es also ab jetzt statt 5 Werkfeuerwehren nur noch vier.

Die personelle Stärke der Feuerwehren im Landkreis Nürnberger Land beträgt momentan inklusive der Werkfeuerwehren 4153 aktive Feuerwehrdienstleistende. Zu Beginn des Jahres 2000 waren es 4101, was einem geringen Zuwachs entspricht. Wenn man diese Zahlen ausschließlich für die Freiwilligen Feuerwehren betrachtet, waren es 1998 noch 4143, 1999 noch 4099, zu Beginn des Jahres 2000 4014 und am Jahresanfang 2001 noch 3988 Feuerwehrdienstleistende. Dieser Rückgang braucht aber nicht beängstigend stimmen, wenn man die Entwicklung innerhalb der Jugendarbeit betrachtet. Hier ist ein klarer Zuwachs zu verzeichnen. Ebenfalls einen Zuwachs gibt es bei den weiblichen Feuerwehrdienstleistenden zu verzeichnen. Während es zu Beginn 2000 noch 136 waren, verfügen die Feuerwehren im Landkreis im Jahr 2001 über insgesamt 146 Kameradinnen, was hauptsächlich auf Übernahmen aus den Jugendgruppen zurückzuführen ist.
Bei den Jugendgruppen sieht es so aus, dass zu Beginn des Jahres 2001 72 Jugendgruppen gegenüber 64 Jugendgruppen im letzten Jahr zu verzeichnen sind. Am 01.01.2001 waren es 714 Feuerwehranwärter und davon 141 weiblichen Geschlechts, 20 mehr als im vergangenen Jahr.

Pawelke ging nun nochmals auf das Problem "Sozialabgaben bei Aufwandsentschädigungen" ein. Das Hauptproblem sei nach Meinung von KBR Pawelke nicht unbedingt der Betrag der Sozialabgaben. Eher drücke der Schuh, dass diese gesetzliche Regelung die Feuerwehrdienstleistenden als "abhängig Beschäftigte" bezeichne. Und es sei ja bekannt, dass in vielen Bereichen des Arbeitslebens eine weitere Beschäftigung während der Hauptbeschäftigung gegebenenfalls verboten bzw. untersagt werden könne.
Darin liege die eigentliche Problematik dieses Gesetzentwurfes. Im Deutschen Bundestag wurde in einer Lesung Ende Mai ausgesagt, dass sich an der Gesetzgebung aus deren Sicht nichts zu verändern habe, allerdings sei abzuwarten, was der Bundesrat noch bewirken kann.
Mit großer Freude nahm KBR Pawelke die Nachricht zu Kenntnis, dass Landrat Reich in seinem Zuständigkeitsbereich den Vollzug der entsprechenden Verordnungen aussetzen wird.



Nachfolgend kam KBR Pawelke auf die Ausrüstung der Feuerwehren im Landkreis Nürnberger Land zu sprechen. Derzeit verfügen die Feuerwehren im Landkreis über 967 ausgebildete Atemschutzgeräteträger, was einen Zuwachs von 65 Atemschutzgeräteträgern bedeutet. Hier zahle sich sicherlich aus, dass 75% aller Feuerwehrdienstleistenden im Landkreis im Altersbereich von 16 - 40 Jahren einzuordnen seien. Damit stehe eine durchaus schlagkräftige Stärke zur Verfügung. Insgesamt verfügen die Feuerwehren im Landkreis über 217 Fahrzeuge, 88 Anhänger, 150 Tragkraftspritzen, 399 Atemschutzgeräte und 35 Sätze Spreizer und Schere. Als neuestes Fahrzeug wurde vor ca. 2 Wochen vom Bund ein neues Dekontaminationsfahrzeug an die Feuerwehr Altdorf ausgeliefert (Anm. KFV-Online: Wir werden dieses Fahrzeug demnächst genauer vorstellen). Die Feuerwehren im Landkreis sind also nicht nur personell stark, sondern verfügen auch über eine sehr gute Ausrüstung. Natürlich können sich hier nur Vorteile verschafft werden, wenn die Mannschaft mit dem Gerät vertraut ist. An den staatlichen Feuerwehrschulen konnten im Jahr 2000 ca. 100 Lehrgänge besucht werden, was natürlich nicht den gesamten Lehrgangsbedarf abdecken konnte. Außerdem wies KBR Pawelke darauf hin, dass die Lehrgangsanmeldung rechtzeitig abzugeben sei. Die Lehrgangsplätze sind spätestens 8 Wochen vor Beginn des Lehrgangs beim zuständigen Kreisbrandinspektor mit dem dazugehörigen Formblatt anzumelden. Bei der Lehrgangsbestellung sollte aber Augenmaß bewiesen werden. Außerdem muss die geforderte Lehrgangsvoraussetzung unbedingt beachtet werden.

Anschließend sprach KBR Pawelke die staatliche Förderung für das Feuerwehrwesen an. Hier sei leider keine positive Nachricht zu vermelden. Die pauschale Summe für die Städte und Gemeinden errechnet sich aus der Zahl der Einwohner, der Grundfläche der Kommune, sowie die Anzahl der Stellplätze im Gemeinde- bzw. Stadtgebiet. Ein nach Meinung von KBR Pawelke gerechtes System. Allerdings ist im Vergleich zum Jahr 2000 im Jahr 2001 nicht mehr mit solch hohen Beträgen zu rechnen, da sich die Haushaltssituation für die Feuerwehren auf Ebene des Landes leider nachteilig entwickelt hat. Gründe hierfür sind u.a. der Rückgang des Einkommens durch die Feuerschutzsteuer, sowie das Auftreten einer unerwarteten Nachfrage nach Einzelzuweisungen für Fahrzeuge. Dies kommt durch die Notwendigkeit der Ersatzbeschaffung für Fahrzeuge, die während der Gebietsreformen in einer haushaltsstarken Zeit angeschafft wurden und nun in eine Zeit fallen, in der die Haushaltskassen leerer sind. Durch die große Nachfrage ist mit einem Antragsstau zu rechnen. An dieser Stelle bedankte er sich bei Landrat Reich für die Unterstützung der Gemeinden bei der Anschaffung von Drehleitern, Großtanklöschfahrzeugen, Rüstwagen und Schlauchwagen durch Zuschüsse des Landkreises.

Im Bereich Einsatzstatistik zeigt sich, dass das Jahr 2000 für die Feuerwehren im Landkreis kein besonderes Jahr darstellte. Die Einsatzzahlen halten sich weiterhin in einem Bereich zwischen 1300 und 1500 Einsätzen pro Jahr. Im Jahr 2000 waren es 1349 Ausrückungen, davon fallen 307 unter die Rubrik "Brand", 913 in den Bereich der Technischen Hilfeleistung. Es wurden 81 Sicherheitswachen durchgeführt. Die Feuerwehren mussten insgesamt zu 48 Fehlalarmierungen ausrücken, wobei nur 2 böswillige Fehlalarme zu vermelden sind, der Großteil der Fehlalarme geht auf einen Irrtum des Meldenden zurück.
Natürlich mussten auch im Jahr 2000 wieder Personen von den Feuerwehren gerettet werden. Diese Zahl beläuft sich auf 11 bei Bränden und 39 bei der Technischen Hilfeleistung gerettete Personen, 16 Personen konnten von den Feuerwehren nur noch tot geborgen werden. Besonders erfreut zeigte sich KBR Pawelke über die Entwicklung im Bereich der Unfallverhütung. Im Jahr 2000 war kein verletzter Feuerwehrdienstleistender zu verzeichnen, was den hohen Stellenwert der Unfallverhütung aufzeigt.

Als nächster Tagesordnungspunkt stand der Bericht des Oberschiedsrichters KBM Geißler auf dem Programm:

Geißler berichtete, dass bei den Feuerwehren 47 Abnahmen stattfanden und sich somit 620 Aktive aus 35 Wehren einer Leistungsprüfung nach FwDV4 bzw. THL unterzogen.

Stufe
DB I
DB II
DB III
       
Stufe 1
23
37
9
Stufe 2
19
14
20
Stufe 3
76
25
33
Stufe 4
15
13
4
Stufe 5
14
13
6
Stufe 6
33
13
19
THL-1
28
36
16
THL-2
19
14
29
THL-3
34
24
11
THL-3/1
0
5
11

Insgesamt ist ein Rückgang der Teilnehmer um 40% zu verbuchen. Grund hierfür ist vermutlich die Einführung der neuen Richtlinien. Hier ist festzustellen, dass viele Teilnehmer erst abwarten, wie sich diese neuen Richtlinien entwickeln. Für das Jahr 2001 ist nach einer kurzen Hochrechnung wieder mit einem Anstieg zu rechnen. Neu im Bereich der Leistungsprüfung sind die Formulare zur Anmeldung zur Leistungsprüfung, sowie die Abnahmeniederschrift. Beide Formulare stehen im Downloadbereich des Internetangebotes des Kreisfeuerwehrverbandes Nürnberger Land zum Download zur Verfügung. Geändert hat sich hier, dass bei der Anmeldung zur Leistungsprüfung nun beim Öffnen des Dokumentes der Dienstbezirk ausgewählt werden kann und die Adresse des jeweiligen Oberschiedsrichters automatisch in das Adressfeld übernommen wird. Hierbei ist zu beachten, dass das Verwenden von Makros innerhalb von Word aktiviert sein muß. Neu ist auch die Abnahmeniederschrift. Hier ist eine zweite Spalte eingefügt worden, wo die letzte abgelegte Stufe von Ergänzungsteilnehmern eingetragen werden kann. Die Dokumente stehen natürlich auch hier direkt zum Download:

Leistungsprüfung Abnahmeniederschrift
- Version LAU -
(Nur für Feuerwehren aus dem Lkr. Nürnberger Land)
Das Word-Dokument kann direkt am PC mit Word 97 / 2000 ausgefüllt werden
lp-niederschrift-lau.doc (59 kB)
lp-niederschrift-lau.pdf (13 kB)

Anmeldeformular für Leistungsabzeichen
Das Word-Dokument kann direkt am PC mit Word 97 / 2000 ausgefüllt werden, hier ist zu beachten, dass Makros in Word aktiviert sind. Bei den PDF-Dokumenten bitte den jeweiligen Dienstbezirk im Dateinamen beachten!
lp_anmeldung.doc (90 kB)

lp_anmeldung_db1.pdf (10 kB)
lp_anmeldung_db2.pdf (10 kB)
lp_anmeldung_db3.pdf (10 kB)

Der 4. Punkt der Tagesordnung war der Bericht des Kreisjugendfeuerwehrwartes. Kreisjugendwart KBM Barth war jedoch beruflich verhindert. Stellvertretend für KBM Barth übernahm der Jugendbeauftragte des Dienstbezirks 1, Uwe Holzinger, die Verlesung des Berichtes des Kreisjugendfeuerwehrwartes für das Jahr 2000.

Das Jahr 2000 war im Bereich Jugendarbeit wieder einmal geprägt von zahlreichen Ereignissen und Veranstaltungen. Der positive Trend an Feuerwehranwärtern der letzten Jahre hat sich auch 2000 weiter fortgesetzt. Mit 679 Jugendlichen in 75 Jugendgruppen konnte die Zahl im Vergleich zu Beginn des Jahres 2000 mit 635 in 73 Jugendgruppen nochmals gesteigert werden. Bei der Anzahl der Jugendlichen im Alter von 12 und 13 Jahren ist festzustellen, dass hier mehr Bedarf besteht. Hier sind die Kommandanten angesprochen, mehr von der Möglichkeit gebrauch zu machen, Jugendliche ab dem Alter von 12 Jahren aufzunehmen. Im vergangenen Jahr konnten 99 Jugendliche, davon 18 Mädchen, in die aktive Mannschaft übernommen werden. Die Zahl der Jugendlichen, die während der Zeit als Feuerwehr-Anwärter die Feuerwehr verlassen haben, lag mit 66 Jugendlichen deutlich über der Vorjahreszahl. Die Kommandanten werden in solchen Fällen gebeten, die Gründe beim Jugendwart näher zu hinterfragen, um weiteren Austritten entgegenzuwirken.

Im vergangenen Jahr wurden in der Jugendarbeit ca. 5000 Stunden an feuerwehrtechnischer Ausbildung, ca. 1000 Stunden an allgemeiner Jugendarbeit und 390 Tage an Freizeit, Ausflügen und Zeltlagern erbracht. Den Höhepunkt im Landkreis bildete im Jahr 2000 das Landkreiszeltlager in Oberwindsberg, an dem 360 Jugendliche teilnahmen. Leider musste die Veranstaltung wetterbedingt vorzeitig beendet werden (wir berichteten).

Mehrere Jugendgruppen nahmen zusätzlich auch an verschiedenen anderen Zeltlagern wie z.B. in Wiener-Neustadt und in Gänserndorf (Niederösterreich) teil.

Der bayerische Wissenstest fand wie jedes Jahr, aufgeteilt auf die einzelnen Dienstbezirke, im Herbst statt. Hier konnte ebenfalls eine erfolgreiche Bilanz gezogen werden.
Die Kommandanten wurden gebeten, die Angebote zur Fortbildung der Jugendwarte besser zu nutzen.

Seit dem Jahr 2000 wird den Jugendwarten das EDV-Verwaltungsprogramm "ascara-Jugendfeuerwehr" angeboten. Um sich mit dem Programm vertraut machen zu können, wurden vor kurzer Zeit zwei Seminare angeboten.

Bei dem im vergangenen Jahr bereits angesprochenen Umweltpreis der Jugendfeuerwehren Bayerns beteiligten sich zwei Jugendfeuerwehren des Landkreises. Die Jugendgruppe der Feuerwehr Vorra belegte hierbei den 3. Platz und wurde mit einem beträchtlichen Preisgeld belohnt. Außerdem nahm die Jugendfeuerwehr Lauf mit 2 Projekten teil. Sie belegte, wie oben bereits berichtet, den 4. und 6. Platz.

Für den Umweltpreis 2001 kann sich noch angemeldet werden, die nötigen Unterlagen sind bei den Jugendwarten vorhanden.
Erstmals seit längerer Pause nahmen die Jugendfeuerwehren aus Schönberg und Weigenhofen am Landesausscheid für den Bundeswettkampf der Jugendfeuerwehren in Ampfing (Lkr. Mühldorf-Inn) teil und belegten hier einen zufriedenstellenden Platz (wir berichteten).

Die Abnahme zum bayerischen Jugendleistungsabzeichen wurde dieses Jahr an zwei Orten durchgeführt. Die erste Abnahme fand in Schwarzenbruck im Rahmen des 125-jährigen Bestehens der Feuerwehr Schwarzenbruck statt. Am Wochenende darauf richtete die Feuerwehr Großbellhofen die zweite Abnahme aus. Anlass hierbei war die Feier zum 25-jährigen Bestehen der Jugendfeuerwehr Großbellhofen. Beide Feuerwehren sorgten durch eine einwandfreie Organisation für einen reibungslosen Ablauf der Abnahmen (wir berichteten).

Auf dem Programm stehen in diesem Jahr noch verschiedene Ausflüge, der Wissenstest 2001 sowie ein Jugendwartseminar.

KBM Barth bedankte sich zum Abschluß seines Berichtes noch bei allen, die ihn unterstützt haben und besonders bei seinen drei Inspektionsjugendbeauftragten Uwe Holzinger, Armin Steinbauer und KBM Volkmar Lachmann.

Im nächsten Punkt berichtete der Kreisfernmeldemeister KBI Erwin Schneider, dass im Jahr 2000 aufgrund der stattfindenden Sprechfunkzeugnisprüfung mehrere Ausbildungsveranstaltungen anstanden. Bereits im Januar trafen sich an drei Terminen die Ausbilder der einzelnen Dienstbezirke. Die Ausbildung der Teilnehmer am Sprechfunkzeugnis wurden hauptsächlich durch die Ausbilder vor Ort durchgeführt. Vor dem Prüfungstermin fand nochmals ein Wiederholungstermin statt. Insgesamt war KBI Schneider mit den Ergebnissen der Prüfung sehr zufrieden. Die Teilnehmer erreichten das beste Ergebnis seit 1993 (wir berichteten). KBI Schneider betonte jedoch, dass nun nicht der Fehler gemacht werden soll, sich auf dem Erreichten auszuruhen, vielmehr rief KBI Schneider die Kommandanten auf, mehr auf die korrekte Abwicklung des Funkverkehrs zu achten und den Ausbilder anzuhalten, mehr Funkübungen abzuhalten, da der Funkverkehr teilweise sehr zu wünschen übrig lasse.

Er ging zusätzlich auf die neuen BOS-Funkrichtlinien ein. Wie bereits in der Dienstversammlung der Kommandanten im Jahr 2000 angesprochen, hat sich das Genehmigungsverfahren für BOS-Funkanlagen verändert. Diese neue Regelung betrifft alle Fahrzeugfunkanlagen und Handfunkgeräte im 2- und 4 m-Band. Für jede Kommune muss seit dieser Neuerung nur jeder Kanal einmal genehmigt werden. Die Anzahl, wie viele Geräte diese Frequenz nutzen, spielt keine Rolle mehr. Um hier zu verhindern, dass jeder machen kann, was er will, überwacht der Betreiber, in diesem Fall der Landkreis Nürnberger Land, die Neuanschaffungen bzw. Neuanmeldungen. Eine Frequenzzuteilung erfolgt nicht mehr durch das Bayerische Innenministerium, sondern direkt durch die RegTP. Die Anträge für die Frequenzzuteilung haben aber weiterhin über das Landratsamt zur RegTP zu gehen. Geräteänderungen und Änderungen von Funkrufnamen werden nur noch mündlich dem Sachgebiet 33 am Landratsamt Nürnberger Land angezeigt. Empfangsanlagen wie z.B. Sirenenempfänger und Funkmeldeempfänger benötigen keiner Genehmigung, müssen jedoch jährlich zusammen mit allen Sprechfunkstellen dem Landratsamt gemeldet werden. Formulare hierfür erhalten die Kommandanten an den Herbstversammlungen.
KBI Schneider bedankte sich noch bei seinem Stellvertreter KBM Bernd Haslinger, bei Herrn Hertlein und Frau Müller vom Landratsamt Nürnberger Land und bei der Polizeiinspektion Lauf für die gute Zusammenarbeit.


KBR Pawelke eröffnete nun noch den letzten Tagespunkt "Verschiedenes". Zwar kamen von den anwesenden Kommandanten keine Wortmeldungen, jedoch hatte KBR Pawelke noch einige Punkte anzusprechen.

KBR Pawelke ging auf die Problematik "Maul- und Klauenseuche" ein. Momentan sei die akute Gefahr vorbei, jedoch sollten die Kommandanten die ausgeteilten Informationsblätter in ihren Unterlagen behalten, da nicht gesichert ist, dass die Maul- und Klauenseuche im Herbst wieder auftreten könnte, da momentan in den Balkanstaaten eine Kontrolle durch unterschiedliche Umstände nicht in dem Maße möglich ist, wie es notwendig wäre. Jedoch konnte KBR Pawelke die erfreuliche Mitteilung geben, dass das Schreiben des Landratsamt vom 28.03.2001 an die wehrfreigestellten Helfer jetzt aufgehoben sei. Den insgesamt 34 Helfern, die für die verschiedensten Dienste vorgesehen waren, mussten sich beim Landratsamt melden, falls sie mehr als 3 Tage ihren Wohnort verlassen. Die Helfer werden über diesen Zustand nicht extra informiert, darum bat KBR Pawelke die Kommandanten diese Information an diejenigen weiterzugeben.

Als nächsten Punkt sprach KBR Pawelke den Punkt "Integrierte Leitstelle" an. Wie ja bereits länger bekannt, sollen in ganz Bayern integrierte Leitstellen aufgebaut werden. Bisher werden in Bayern ca. 65 Landkreise durch Polizeidienststellen alarmiert, jedoch wird sich dies in den nächsten Jahren ändern. Geplant ist die Umstellung in Bayern in mehreren Teilen zwischen den Jahren 2002 und 2005. Eine integrierte Leitstelle, dies werden in Bayern insgesamt 26 Leitstellen werden, wird dann für ca.
250 000 Menschen zuständig sein. Der Standort Nürnberg ist hier sicherlich am schwierigsten zu realisieren. Im Fall der Region Nürnberg würden von der integrierten Leitstelle die Städte Nürnberg, Fürth und Erlangen, sowie der Landkreis Erlangen-Höchstadt, der Landkreis Fürth und der Landkreis Nürnberger Land bearbeitet werden, was einer Einwohnerzahl von über einer Million entsprechen würde. Selbstverständlich könnte eine solche Leitstelle im Regelfall funktionieren, bei geringsten Massenereignissen wie z.B. Sturm und Überschwemmungen würde dieses System jedoch sicherlich zusammenbrechen. Momentan gibt es Bestrebungen in der Region Nürnberg drei Leitstellen unter einer Führung einzurichten. Ob diese Anstrengungen jedoch Erfolg haben, ist noch unklar. Sollte die Umstellung auf integrierte Leitstellen eingeführt werden, wird angenommen, dass dies im Jahre 2003/2004 in der Region Nürnberg der Fall sein wird. Insgesamt belaufen sich die Kosten für die Umstellung Bayernweit auf ca. 60 Mio. Deutsche Mark.

Zum Thema Digitalfunk sprach KBR Pawelke, dass es hier schneller zur Einführung kommen könne, als man abschätzen kann. Durch die Fußball-Weltmeisterschaft im Jahr 2006 gibt es starke Bestrebungen von Seiten der Polizei, noch vor Beginn dieser Veranstaltung auf Digitalfunk umgestellt zu haben. Um diesen Zeitraum herum werde es wohl auch für die Feuerwehren soweit sein, auf Digitalfunk umzustellen. KBR Pawelke forderte die Kommandanten deshalb auf, Neubeschaffungen von Funkmeldeempfängern, Fahrzeug- und Handfunkgeräten reiflich zu überlegen, ob diese Anschaffungen notwendig sei. Die bisherigen analogen Geräte können nach der Umstellung auf den Digitalfunk nicht weiterverwendet werden. Die neue Gerätegeneration wird dann allerdings wesentlich billiger sein als bisherige Geräte.

Zum Abschluss der Dienstversammlung kam KBR Pawelke noch auf das Jahr der Freiwilligen zu sprechen. Auch die Feuerwehren im Mittelfranken bringen sich dort mit ein. Am 14. und 15. Juli 2001 finden in der Stadthalle, sowie auf dem Messegelände in Gunzenhausen die Feuerwehr-Aktionstage statt. Jede kreisfreie Stadt, sowie natürlich die Landkreise übernehmen hier die Präsentation verschiedener Themen. Der Landkreis Nürnberger Land hat das Thema "Die Feuerwehren im Internet" übernommen und wird aus diesem Grund mit einem Infostand dieser Veranstaltung beiwohnen. KBR Pawelke forderte die Kommandanten auf, an dieser Veranstaltung Präsenz zu zeigen und ließ durch die Kreisbrandinspektoren Plakate und Handzettel an die Kommandanten verteilen. Am Sonntag den 15. Juli um 10.00 Uhr spricht an dieser Veranstaltung der Bayerische Innenminister, Dr. Günther Beckstein zum Thema: Mensch + Technik = Feuerwehr

Nach der Kommandantenversammlung schloss sich die Versammlung des Kreisfeuerwehrverbandes an. Der Vorsitzende Bernd Pawelke gab bekannt, dass dem Kreisfeuerwehrverband 3336 Mitglieder angehören, Neueintritte waren jedoch nicht zu verzeichnen. Wie auf der letzten Versammlung des Kreisfeuerwehrverbandes beschlossen, wurden zwei weitere Brandschutzerziehungskoffer sowie Fahnen beschafft. So verfügt nun jeder Dienstbezirk über einen solchen Koffer. Die Fahnen werden im Gerätehaus Lauf verwahrt, die Mitgliedsfeuerwehen des Kreisfeuerwehrverbandes können diese kostenlos über den Kommandanten der Feuerwehr Lauf, Harald Pinzer, beziehen.

Der Kassenbericht, vorgetragen durch KBM Klaus Keim, weist eine solide Grundlage für die Arbeit des Kreisfeuerwehrverbandes Nürnberger Land auf.

Der Vorsitzende Bernd Pawelke schlug vor, einen gewissen Geldbetrag für Ausbildungsmaßnahmen zur Verfügung zu stellen. Dieser Vorschlag wurde in der Abstimmung einstimmig angenommen.

Abschließend bedankte er sich noch bei den Anwesenden für das Erscheinen, wünschte ihnen einen gute Heimfahrt und beendete die Versammlung.

Bericht und Fotos: KFV Online-Team

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