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Focus-TV drehte Beitrag über Katastrophenschutz in Altdorf 06.10.2001

NUERNBERGER LAND - Luftangriff mit einem chemischen Kampfstoff über Altdorf. Schüler springen aus dem Fenster ihres Klassenzimmers. Sie klagen über starkes Brennen auf ihrer Haut. Die Feuerwehr Altdorf, die bereits ihre Dekontaminationsstation für Personen (Dekon-P) aufgebaut hat, nimmt die Jugendlichen in Empfang und betreut sie. Nachdem sie ihre kontaminierte Kleidung abgelegt haben, werden sie durch eine Dusche geschleust und anschließend dem Rettungsdienst übergeben.

Glücklicherweise war dies kein Ernstfall, sondern nur eine Szene für einen Beitrag in der Sendung Focus-TV, der am 6. Oktober im Pausenhof der Hauptschule Altdorf unter Mitwirken der Feuerwehr Altdorf, der Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG-ÖEL) und des BRK Altdorf gedreht wurde.

Mehr oder weniger freiwillig kamen 4 Feuerwehrkameraden in Zivil zu der Ehre, in dem Beitrag mitzuwirken: Als "kontaminierte" Schüler verlassen sie das Klassenzimmer über das Fenster und begeben sich zur Deko-Station der FF Altdorf.

Das Thema dieses Beitrags wird heißen "Keine Bunker für die Bürger - Warum Deutschlands Katastrophenschutz eine Katastrophe ist". Wie bereits bereits bei den Dreharbeiten für einen Kurzbericht im Bayerischen Fernsehen vergangene Woche am 29.9.2001 in Hersbruck (wir berichteten), will Focus-TV aufzeigen, welche Möglichkeiten der Katastrophenschutz in Deutschland bei einem Großschadensereignis mit atomaren, biologischen oder chemischen Gefahrstoffen mit der momentanen Ausrüstung hat, um der Bevölkerung in solchen Situationen ein hohes Maß an Sicherheit und Schutz zu geben.

Nach der Dekontamination werden die Personen dem Rettungsdienst übergeben.
Die Arbeit der UG-ÖEL: Mit Hilfe des Kommunikationskoffers wird nach Eingabe der Stoffeigenschaften eine Liste mit den möglichen Gefahrstoffen ausgedruckt.

Experten sind sich aber einig, dass durch die drastischen Einsparungen des Bundes in den letzten Jahren der Zivil- und Katastrophenschutz in Deutschland keineswegs für Katastrophen größeren Ausmaßes ähnlich des Terrorangriffs auf die USA vom 11. September 2001 gerüstet sei.

Ein großes Problem, so Kreisbrandrat Bernd Pawelke in einem Interview, sei auch, dass es in Deutschland derzeit keine flächendeckendes System zur Warnung der Bevölkerung vor Katastrophen gibt. Bis vor ca. 10 Jahren bestand noch die Möglichkeit, die Bürger über Sirenen, die durch ein zentrales Warnamt in den Regierungen gesteuert wurden, vor solchen Situationen zu warnen. Diese Zivilschutzsirenen wurden jedoch infolge der Entspannung des Kalten Krieges und aus finanziellen Gründen Ende der 80er Jahre abgebaut.

Das Fernsehteam informiert sich über die Ausrüstung des Gerätewagen Gefahrgut (GW-G).
KBR Bernd Pawelke im Experteninterview.

Der Beitrag wurde am 7.10.2001 in Pro 7 bei "Focus-TV" gesendet.

Bericht und Fotos: KFV-Online

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