Kreisfeuerwehrverband Nürnberger Land
Berichte aus dem Nürnberger Land

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Aufbau einer Notunterkunft in Pirna 19.08.2002



NÜRNBERGER LAND - Die Freiwillige Feuerwehr Altdorf wurde am Samstag, den 17. August 2002 zur Unterstützung nach Pirna bei Dresden alarmiert.

Bereits seit letzter Woche steht der Gerätewagen Gefahrgut der Feuerwehr Altdorf in Bereitschaft für einen eventuellen Einsatz im Chemiepark Bitterfeld. Umso überraschender war am Samstag abend gegen 18.30 Uhr der Einsatzbefehl nach Pirna: Hier sollte am Wochenende innerhalb kürzerster Zeit ein Zeltlager für bis zu 3.000 Personen errichtet werden, deren Häuser, aufgrund der Hochwasser-Katastrophe, zur Zeit nicht bewohnbar sind bzw. restlos zerstört wurden.

Treffpunkt war um 21.00 Uhr die Wache Süd der BF Nürnberg. Stellv. Kommandant Walter Schulz musste innerhalb von zwei Stunden sechs Kameraden einteilen, die bis Montag Nacht zur Verfügung stehen könnten. Zwischenzeitlich bereitete seine Frau eine Marschverpflegung für die Kameraden zu.

Nach einer kurzen Vorbesprechung setzte sich, der aus 15 Fahrzeugen bestehende Konvoi, gegen 22.00 Uhr in Bewegung: Aufgabe der BF Nürnberg war es, für die Zeltstadt entsprechende Duschgelegenheiten zu errichten. Deshalb wurden Feuerwehren, die über das Sonderfahrzeug DEKON-P bzw. DMF verfügen, aus dem Umland von Nürnberg mit hinzugezogen. Insgesamt hatten die BF Nürnberg, FF Altdorf, FF Erlangen, FF Forchheim, FF Fürth, FF Weißenburg und das THW Nürnberg-Süd sechs Sätze Deko-Duschen im Gebäck. Nach einer Marschgeschwindigkeit mit 60 km/h kam der Tross gegen 5.00 Uhr morgens in Pirna an.

 
     
 


Bereits am Vortag hatte die Bundeswehr mit dem Aufbau von zweihundert Zelten begonnen. Das THW sorgte für Strom und Beleuchtung auf dem ca. 600 x 400 Meter großen Platz. Des weiteren wurden: ein Radlader, eine Planierraupe eine Planierwalze und mehrere Kipper, beladen mit Schotter und Auffüllmaterial, zum provisorischen Bau von Straßen und Wegen auf dem Getreidefeld eingesetzt. Neben der Versorgung und Betreuung von Verletzten, kochten Mitglieder der fast unzählbaren Sanitätsgruppen (die größtenteils aus dem bayerischen Raum kamen) jeweils 1.500 Portionen für Früh-, Mittag- und Abendessen. Das Trinkwasser für die Küchen lieferten drei Wasserwerfer des Bundesgrenzschutzes - für die Helfer gab´s Mineralwasser und Apfelsaftschorle in schier unbegrenzten Mengen. Dem gegenüber standen ca. einhundert Dixie-Toiletten.

 

Dann hieß es erst mal ausruhen und warten, was eine große Lagebesprechung der Einsatzleitung ergab. Da es zum Zeitpunkt nicht klar war, wie viele Personen das Zeltangebot in Anspruchnehmen würden, entschloss man sich gegen Mittag, sämtliche Deko-Duschen aufzubauen. Mittlerweilen trafen auch DEKON-P Fahrzeuge der Feuerwehren aus Bayreuth, Coburg, Görlitz, Kulmbach, der Landesfeuerwehrschule Sachsen und der Bundeswehr ein. Letztendlich konnten bis zum frühen Abend zwölf Duschstationen mit jeweils acht Duschplätzen und einen beheizbaren Aufenthaltszelt in Probebetrieb genommen werden.

In der Nacht konnten die meisten Kräfte wieder nach Hause fahren - lediglich 2 - 3 Mann betreuen von da an die Duschen.

In wieweit, die Zeltstadt tatsächlich noch benötigt wird, (die Rede war inoffiziell von 2 - 3 Tagen bis zu 3 Monaten) stellt sich in den nächsten Tagen heraus.

Fotos und Bericht: FF Altdorf

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