Kreisfeuerwehrverband Nürnberger Land
Berichte aus dem Nürnberger Land

Zurück | Gesamtübersicht Berichte | Berichte 2003: Chronologisch Thematisch Einsatzberichte

 

Kommandantenversammlung im Dienstbezirk 3 02.12.2003

ALTDORF - Am 1. Dezember 2003 fand im Gerätehaus Altdorf die alljährliche Dienstversammlung der Kommandanten und Stellvertreter der Feuerwehren des Dienstbezirks 3 statt. Neben dem Bericht des Kreisbrandinspektors gaben auch die einzelnen Fachbereiche einen Rückblick auf die Tätigkeiten im Jahr 2003.

In der ersten Dienstversammlung nach seinem Amtsantritt konnte Kreisbrandinspektor Peter Schlerf neben den Kommandanten und deren Stellvertretern, den Jugendwarten, Schiedsrichtern und Feuerwehrseelsorgern des Dienstbezirks 3 auch Altdorfs 1. Bürgermeister Rainer Pohl und als Vertreter der Polizei Herrn 1. PHK Fruth von der Polizeiinspektion Altdorf sowie 1. PHK Lämmermann von der Polizeiinspektion Feucht begrüßen. Ebenfalls begrüßte er Kreisbrandrat Bernd Pawelke, Kreisbrandinspektor Erwin Schneider sowie die Kreisbrandmeister des Dienstbezirks 3.

Bürgermeister Pohl hieß alle anwesenden Feuerwehr-Führungskräfte zu der Kommandantenversammlung willkommen. In seinem Grußwort ging er auf die schwierige finanzielle Lage der Kommunen ein und machte auch einige kritische Anmerkungen zum vorbeugenden Brandschutz, dessen Auflagen z.B. bei der Sanierung von älteren Gebäuden nach seiner Meinung oftmals zu hoch angesiedelt seien und deshalb enorme finanzielle Belastungen für die Kommunen bedeute. Ein Argument, dem man aus Feuerwehrsicht sicher nicht unbedingt zustimmen kann. Stellvertretend für die beiden Polizeiinspektionen im Dienstbezirk 3 sprach PHK Fruth von der PI Altdorf ein Grußwort und dankte den Feuerwehren des Dienstbezirks für die Zusammenarbeit.

Zu Beginn seines Berichts gab Kreisbrandinspektor Schlerf die personellen Veränderungen bei den Kommandanten des Dienstbezirk bekannt, berichtete über die verliehenen Ehrenzeichen für langjährige aktive Dienstzeit und stellte die Aufgaben der Kreisbrandmeister des Dienstbezirks 3 vor. Demnach ist KBM Georg Buchner zuständig für den Fachbereich Ausbildung und Geräteprüfung, KBM Volkmar Lachmann ist als Jugendbeauftragter des Dienstbezirk 3 für die Jugendausbildung zuständig. Der neue Kreisbrandmeister Lothar Miederer ist Beauftragter für Atemschutz, Strahlenschutz und Gefahrgut und KBM Thomas Pöllot versieht weiterhin das Amt des Oberschiedsrichters im Dienstbezirk 3.

Der Kreisbrandinspektor des Dienstbezirk 3, Peter Schlerf,
bei seinem Bericht

Bezogen auf das Einsatzgeschehen im Dienstbezirk 3 berichtete KBI Schlerf von bisher drei Großeinsätzen in diesem Jahr. Dies waren der Brandeinsatz im Berufsbildungswerk der Rummelsberger Anstalten, der Dachstuhlbrand eines Wohnhauses in Ezelsdorf und der Scheunenbrand in Grub. Er lobte, dass bei allen Einsätzen die eingesetzten Feuerwehren in hervorragender Weise zusammengearbeitet haben. Er dankte hierbei auch den Kolleginnen und Kollegen der Polizei und des Rettungsdienstes für die stets gute Zusammenarbeit an den Einsatzstellen.

Schlerf gab noch einen Rückblick auf weitere nennenswerte Tätigkeiten im Jahr 2003. Dies waren: ein Fahrersicherheitstraining, eine Schulung zur Vorbereitung eines Hubschrauberlandeplatzes, die Gerätehaueinweihung in Ober-/Unterferrieden, eine Großübung in Rummelsberg, der personalintensive Sicherheitswachdienst anlässlich der Wallenstein-Festspiele in Altdorf, die Schulung des Leitstellenpersonals durch KBI Schneider, die Infoveranstaltung "First Responder" der Feuerwehr Burgthann und einen Vortrag des Leiters der Höhenrettungsgruppe der BF Nürnberg zum Thema Absturzsicherung.

An Lehrgängen an den staatl. Feuerwehrschulen wurden dem Dienstbezirk 3 für das Jahr 2004 insgesamt 29 Lehrgangsplätze zugeteilt. KBI Schlerf bat darum, so schnell wie möglich die namentlichen Anmeldungen an ihn weiterzuleiten. Als Vorschau für das Jahr 2004 nannte KBI Schlerf die erneute Durchführung Fahrer-Sicherheitstrainings, der Gerätewartschulung, die Schulung der Sprechfunkausbilder, Lehrgänge für Truppmann, Maschinist und Atemschutzgeräteträger, aus dem Jugendbereich die Durchführung der Jugendflamme, des Jugendprojekttages und des Wissenstests in den jeweiligen Gemeinden, die Feuerwehrfeste in Luderheim, Hagenhausen und Lindelburg. Im Jahr 2004 finden auch wieder die Besichtigungen der Feuerwehren statt, die Termine werden anhand der jeweiligen Ausbildungspläne vereinbart.

Anschließend wurden die Berichte der einzelnen Fachberichte vorgetragen. KBM Lachmann konnte von der Jugendarbeit berichten, das im Jahr 2003 6 Jugendwartsitzungen durchgeführt wurden. Im Dienstbezirk 3 gibt es 33 Feuerwehrjugendgruppen mit insgesamt 305 Feuerwehranwärtern, ein Zuwachs von 16 Jugendlichen gegenüber dem Vorjahr. Höhepunkte in diesem Jahr war die Abnahme der Bayerischen Jugendleistungsspange in Vorra mit 26 Jugendlichen aus 6 Feuerwehren, der Jugendprojekttag in Winkelhaid mit 225 Jugendlichen aus 22 Wehren, der Wissenstest mit 202 Jugendlichen sowie heuer erstmalig die Durchführung der Jugendflamme mit 123 Jugendlichen aus 9 Jugendfeuerwehren in Oberferrieden. Zur Jugendarbeit allgemein berichtete Lachmann, dass ein Arbeitskreis zur Ausarbeitung von Werbematerial für Jugendgruppen und gebildet wurde, des weiteren auch ein Arbeitskreis Pressearbeit, der von Christine Költsch und Rüdiger Hillenbrand aus der Feuerwehr Rasch geleitet wird. Lachmann kündigte auch an, dass im nächsten Jahr mit Hilfe eines Sponsors ein Jugendanhänger angeschafft werde, der mit Material zur Repräsentation der Jugendgruppen ausgestattet ist.

KBM Georg Buchner vom Fachbereich Ausbildung berichtete über die abgehaltenen Lehrgänge auf Standortebene im Dienstbezirk 3. Für das nächste Jahr seien wieder zwei Lehrgänge für Atemschutzgeräteträger, Lehrgänge für Truppmann und ein Lehrgang für Maschinisten von Löschfahrzeugen und Tragkraftspritzen vorgesehen. Er hielt die Kommandanten an, die Anmeldungen für diese Lehrgänge rechtzeitig an ihn zu schicken.

KBM Thomas Pöllot gab einen Überblick über die durchgeführten Leistungsprüfungen im Jahr 2003. Nach FwDV4 "Die Gruppe im Löscheinsatz" wurden insgesamt 26 Abnahmen durchgeführt, bei denen insgesamt 141 Abzeichen überreicht werden konnten. Eine Gruppe bestand die Leistungsprüfung leider nicht. Im Bereich der Leistungsprüfung "Technische Hilfeleistung" nach FwDV13 wurden 14 Abnahmen durchgeführt, hierbei wurden insgesamt 90 Leistungsabzeichen übergeben. Pöllot mahnte an, dass mehrere Feuerwehren bereits seit über sechs Jahren keine Leistungsprüfung mehr durchgeführt hätten und forderte die betreffenden Kommandanten auf, hier wieder verstärkt tätig zu werden.

Kreisbrandrat Bernd Pawelke ging in seinem Bericht ebenfalls auf die finanzielle Situation bei Staat und Kommunen ein, die natürlich eine unmittelbare Auswirkung auf die Feuerwehren habe. Mit den Worten "Sicherheit kostet Geld" ermahnte er jedoch, nicht bei Polizei und Feuerwehren zu sparen, da dies unmittelbare Auswirkungen auf die Sicherheit der Bürger hätte. Vielmehr, so Pawelke, seien neue Konzepte zur Aufrechterhaltung der hohen Sicherheitsstandards nötig. Als Beispiel aus dem Zuschusswesen führte er an, dass der Zuschuss des Freistaates Bayern für die Anschaffung von Gerätschaften der Feuerwehr ausschließlich aus den Mitteln der Versicherungssteuer der Gebäudebrandversicherungen stamme, welche im allgemeinen von privaten Hausbesitzern bezahlt werde. Viele der feuerwehrtechnischen Fahrzeuge und Gerätschaften wie etwa Rüstwägen oder auch Ausrüstungen für Gefahrgut und Strahlenschutz kommen aber im allgemeinen nicht bei Hausbesitzern, sondern im Straßenverkehr oder der Industrie zum Einsatz. Dieser Ansatz erfordere, dass die Töpfe für Zuschussmittel nach den Verursacherprinzip gefüllt werden müssten. Pawelke erläuterte weiter, dass in Deutschland ohnehin nur halb so viel Geld für den Brandschutz ausgegeben werde wie in vergleichbaren Industrieländern. Dies sei jedoch nicht auf die Ausstattung der Feuerwehren, sondern lediglich auf die Personalkosten zurückzuführen, da der Feuerwehrdienst in Deutschland zu 95 % von ehrenamtlichen Kräften geleistet würde. Ein Argument, das bei allen Einsparüberlegungen auch einmal vor Augen geführt werden muss.

Im Anschluss an den Kreisbrandrat berichtete Kreisbrandinspektor Erwin Schneider aus dem Bereich Funk. Er erläuterte, dass dieses Jahr von einigen gravierenden Ausfällen begleitet war. So sorgte ein Blitzeinschlag für einen kurzzeitigen Totalausfall einer Relaisfunkstelle, dabei wurden das Funkgerät, die Stromversorgung, Sicherungselemente und Unterspannungswächter zerstört und mussten arbeits- und kostenintensiv repariert werden. Die Regulierungsbehörde forderte die Erstellung von Standortbescheinigungen für die Relaisfunkstellen und die Funkfeststationen im Landkreis, was auch einen erheblichen Arbeitsaufwand bedeutete. Schneider berichtete weiter, dass bei der diesjährigen Ausbildung zum Sprechfunker 13 Kameraden aus dem Dienstbezirk 3 teilnahmen und die Prüfung bestanden. Im nächsten Jahr findet keine Sprechfunkausbildung statt, stattdessen wird im Frühjahr 2004 eine intensive Ausbildung für die Sprechfunkausbilder nach dem neuen Ausbilderleitfaden durchgeführt. Vom Bereich Digitalfunk gäbe es wenig neues zu berichten, so der Kreisfernmeldemeister, da in diesem Jahr keine Entscheidungen getroffen wurden. Nächstes Jahr sei die Ausschreibung und eine anschließende Systementscheidung geplant.

Zum Schluss dankte Kreisbrandinspektor Peter Schlerf allen anwesenden Kommandanten und deren Kameraden für die gute Zusammenarbeit im ablaufenden Jahr 2003 und wünschte ihnen schöne Festtage und alles Gute im neuen Jahr.

Bericht und Fotos: KFV Online

Zurück | Gesamtübersicht Berichte | Berichte 2003: Chronologisch Thematisch Einsatzberichte

Copyright © 2003 by Kreisfeuerwehrverband Nürnberger Land
Created by Michael Brunner, Bernd Haslinger, Florian Krüger