Kreisfeuerwehrverband Nürnberger Land
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Gefahrgutunfall bei Alfeld
01.03.2004

ALFELD (DB1) - In den frühen Abendstunden des 22.02.2004 kam es zwischen Alfeld und Gebertshofen im Gewerbegebiet „Hohe Birke“ (Marktgemeinde Lauterhofen, Landkreis Neumarkt), zu einem gefährlichen Chemieunfall.

Ein Löschmeister der FF Alfeld bemerkte beim vorbeifahren am besagten Gewerbegebiet eine große, rötlich eingefärbte, Rauchwolke aufsteigen. Bei einer genaueren Nachschau stellte er fest, das der Qualm aus einen chemischen Betrieb kam. Er lies daraufhin über die PI Lauf gegen 18.10 Uhr die Feuerwehren Alfeld und Hersbruck mit der Meldung „Gefahrgutunfall – Austritt gefährlicher Gase“ alarmieren. Durch KBI Thiel wurde aufgrund der Meldung der Gefahrgutzug der FF Altdorf nachalarmiert.

Den als erstes vor Ort eingetroffenen Einsatzkräften der FF Alfeld stellte sich folgende Lage dar:

Innerhalb des umzähnten Betriebsgeländes stand der Inhalt eines 300-Liter Beckens, das sich im Freien an einer Hallenwand befand, in Flammen, was auch die große Menge rötlichen Qualms verursachte. Es herrschten Temperaturen knapp oberhalb des Gefrierpunkts, Nieselregen sowie leichter Ostwind. Der Zugang zum Betriebsgelände war verschlossen und wurde erst nach energischer Aufforderung durch den Einsatzleiter der FF Alfeld von einen Mitarbeiter der Firma geöffnet. Personen befanden sich nicht mehr im ummittelbaren Gefahrenbereich.

Als erste Maßnahme wurde der Einsatzort weiträumig abgesperrt und mit den Flutlichtstrahlern, die unter schweren Atemschutz vorgenommen wurden, ausgeleuchtet. Einsatzkräfte des Gefahrgutzuges Altdorf nahmen unter Vollschutz am Brandherd sowie in der näheren und weiteren Umgebung Schadstoffmessungen vor und analisierten die gesammelten Ergebnisse.

 

Die weiteren Ermittlungen durch die Feuerwehren und der Polizei ergaben folgenden Sachverhalt: Ein Mitarbeiter des Betriebes wollte Aluminium von einem Edelstahlblechteil trennen und legte dieses in das Becken, welches mit Salpetersäure gefüllt war. Da er vermutlich die Säure zuvor zu hoch erwärmt hatte, kam es zu einer Überreaktion mit Rauchentwicklung. Hierbei wurden giftige Nitrosegasse freigesetzt.

Aufgrund der Tatsache, das der Rauch in unbewohntes Gebiet abzog und die chemische Reaktion innerhalb des Behälters mit der Zeit sichtlich abnahm waren keine weiteren Maßnahmen erforderlich. Vorsorglich wurde die Bevölkerung allerdings über Rundfunk aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Von einer nachträglichen Alarmierung der eigentlich zuständigen Wehren Lauterhofen und Gebertshofen wurde nach Rücksprache mit KBI Gruber abgesehen, da ausreichend Einsatzkräfte vor Ort waren.

Der Feuerwehrmann, der den Brand entdeckte, klagte nach einiger Zeit an der Einsatzstelle über Übelkeit und wurde nach der ersten notärztlichen Versorgung ins KH Sulzbach-Rosenberg eingeliefert, konnte das KH allerdings am Montag bereits wieder verlassen.

Eine Absperrung der näheren Örtlichkeit wurde gegen 19 Uhr 50 aufgehoben, nachdem keine Dämpfe mehr zu messen waren. Gegen 20 Uhr wurde der Einsatz beendet und die Einsatzkräfte konnten wieder in ihre Unterkünfte einrücken.

KBR Pawelke, KBR Gruber (Lkr. NM), KBI Thiel, KBI Häberle (Lkr. NM)

FF Alfeld mit TLF16/25, LF8, MZF
FF Hersbruck mit LF16/12, TLF16/25, 2 ELW 1, RW2
FF Altdorf mit MZF, GW-G
UG-ÖEL

Rettungsdienst
Polizei
LRA Neumarkt
Marktgemeindeverwaltung Lauterhofen

Bericht und Fotos: Feuerwehr Alfeld

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