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Jugendfeuerwehren besichtigen Fa. Heumann 24.04.2005

FEUCHT - Über 160 Feuerwehranwärter aus dem gesamten Dienstbezirk 3 nahmen am 23. April 2005 an einer Besichtigung der Firma Heumann in Feucht teil. In diesem Rahmen stellte die Feuerwehr Altdorf den Jugendlichen ihren Gefahrgutzug vor.

Die jungen Feuerwehrkameraden wurden mit ihren Jugendwarten am Haupteingang der Firma Heumann von Jugendbeauftragen Kreisbrandmeister Volkmar Lachmann und von Kreisbrandinspektor Peter Schlerf begrüßt. Auch Alois Ermer von der Werkleitung der Firma Heumann hieß die Jugendlichen herzlich willkommen und freute sich über deren Interesse.

Begrüßten die Jugendfeuerwehren: KBM Lachmann (links), KBI Peter Schlerf (nicht im Bild) und Alois Ermer (rechts) von der Werkleitung der Firma Heumann

In mehreren Gruppen besichtigen die Feuerwehranwärter die Produktion für Arzneiwirkstoffe sowie das Lager für die chemischen Stoffe bei der Firma Heumann. Dabei bekamen sie von den jeweiligen Schichtführern die Schritte erklärt, die zur Herstellung der Wirkstoffe notwendig sind. In großen, 5000 Liter fassenden Rührbehältern werden die chemischen Grundsubstanzen mehrere Stunden miteinander vermengt. Anschließend gelangt das Stoffgemenge über Edelstahl-Rohrleitungen in eine Zentrifuge, in der es in seine flüssigen und festen Bestandteile getrennt wird. Der so gewonnene Wirkstoff dient Pharmaunternehmen in der ganzen Welt als Basis für deren Arzneimittelproduktion.

Die Feuerwehranwärter bei der Besichtigung des Lagers

Erläutert wurden auch die umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen, die bei der Firma Heumann zum Schutz gegen chemische Unfälle umgesetzt wurden. So sorgen im Lager für chemische Stoffe neben automatischen Brandmeldern auch empfindliche Leckagesensoren unter den Gestellreihen dafür, dass schon im Falle eines Austritts geringster Stoffmengen die zuständigen Kräfte alarmiert werden.

Schichtführer Karl-Heinz Walther erklärte den Produktionsablauf

In die Firma Heumann war auch die Feuerwehr Altdorf mit ihren Gefahrgutzug angerückt. Kreisbrandinspektor Schlerf erklärte den Jugendlichen, dass im Falle eines Unfalls mit chemischen Stoffen sich die Feuerwehr zunächst über den ausgelaufenen Stoff und dessen Eigenschaften erkundigen müsse. Um Absperrgrenzen festzulegen, muss die Konzentration des Stoffes gemessen werden. Hiefür stehen Prüfröhrchen und weiteres Indikatormaterial zur Verfügung.

Kreisbrandinspektor Peter Schlerf zeigte die Messausrüstung des Altdorfer Gefahrgutzuges, mit der die Stoffeigenschaften recherchiert und die Konzentration festgestellt werden kann.

Damit sich die Einsatzkräfte selbst vor den chemischen Gefahren schützen und Maßnahmen ergreifen können, müssen sie sich mit Chemieschutzanzügen ausrüsten. Diese sowie weitere zahlreiche Geräte sind auf dem Gerätewagen Gefahrgut verlastet, den Altdorfs Kommandant Walter Schulz und sein Stellvertreter Bernd Bayerlein den Feuerwehranwärtern erklärte. Zum Abdichten von undicht gewordenen Fässern und Behältern dienen Dichtmanschetten und andere Armaturen. Müssen Flüssigkeiten umgepumpt werden, so stehen Pumpen und säurefeste Schläuche zur Verfügung. Für den Fall, dass ein Fass nicht abgedichtet werden kann, wird ein Überfass mitgeführt. In dieses Überfass kann dann das undichte Fass gehoben und anschließend verschlossen werden.

Kommandant Walter Schulz und 2. Kdt. Bernd Bayerlein
zeigten die umfangreiche Ausstattung des Gerätewagen-Gefahrgut.

Bevor die eingesetzten Kräfte ihren Chemieschutzanzug ablegen können, müssen sie dekontaminiert werden, da sie sonst möglicherweise mit der gefährlichen Substanz auf der Oberfläche des Schutzanzuges in Berührung kommen könnten. Dazu werden sie in einer eigens aufgebauten Dusche zunächst grob gereinigt, anschließend wird der Schutzanzug vorsichtig ausgezogen, in Folie verpackt und durch eine Spezialfirma gereinigt.

Dekontaminiation der eingesetzten Kräfte vor dem Ausziehen des Chemikalien-Schutzanzuges.

Nach der Besichtigung lud die Firma Heumann alle Beteiligten noch zu einem Imbiss ein. KBM Lachmann und KBI Schlerf dankten den Vertretern der Firma Heumann für die Möglichkeit der Besichtigung des Werkes und für die stets gute Zusammenarbeit mit den örtlichen Feuerwehren.

Bericht und Fotos: KFV Online

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