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Streich führte zu Dachstuhlbrand 29.05.2005

RUMMELSBERG - Ein dummer Streich eines Bewohners in einem Auszubildendenwohnheim der Rummelsberger Anstalten führte in der Nacht zum 28. Mai 2005 zu einem Vollbrand des Gebäudes, den die Feuerwehren Rummelsberg, Schwarzenbruck, Feucht und Altdorf bis in die Morgenstunden zu bekämpfen hatten. 12 Personen erlitten eine leichte Rauchvergiftung, es entstand ein Sachschaden von rund 500.000 Euro.

Um 0:14 Uhr wurde die örtlich zuständige Feuerwehr Rummelsberg zu einem Brand in Jugendhilfezentrum der Rummelsberger Anstalten alarmiert. Bereits auf der Anfahrt war der Schein der Flammen zu sehen, weshalb umgehend auch die Feuerwehr aus Schwarzenbruck alarmiert wurde.

Beim Eintreffen des ersten Fahrzeugs zeigte sich folgende Lage: Aus einem Fenster im 1. Obergeschoss schlugen bereits Flammen, kurze Zeit später auch aus dem darüber liegenden Dach. Personen befanden sich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr im Gebäude. Vier Jugendliche und ein Erzieher wurden vom Einsatzleiter bereits beim Eintreffen sofort aus dem noch nicht verrauchten Erdgeschoss evakuiert. Der 1. Angriffstrupp wurde in das Gebäude geschickt, um die Lage dort zu erkunden, musste jedoch nach wenigen Metern das Haus wieder verlassen, da die Decke teilweise einstürzte.

Ein weiterer Innenangriff war somit unmöglich. Auf Grund dieser Lage wurden auch die Feuerwehren Feucht und Altdorf nachalarmiert. Da die Flammen inzwischen mehrere Meter hoch aus dem Dachstuhl loderten, entschied man sich für einen massiven Außenangriff von den beiden Drehleitern aus. Soweit es die enorme Hitze zuließ, wurde auch versucht, die Außenverkleidung am Gebäude zu entfernen, um besser an die Flammen hinzukommen.

Gleichzeitig wurde an mehreren Stellen des Gebäudes versucht, über Fluchttreppen und Steckleitern weitere Zugänge zum Gebäude zu schaffen. Auch hier machte die starke Hitzeentwicklung den Einsatzkräften sehr zu schaffen. Eine weitere Schwierigkeit war das Öffnen des Blechdachs, um effektiver löschen zu können.

Nachdem mit insgesamt neun C-Rohren und zwei B-Wendestrahlrohren die Flammen etwas zurückgedrängt wurden, konnten die ersten Trupps gegen 3 Uhr ein zweites Mal versuchen, in das Obergeschoss vorzudringen. Gleichzeitig gelang es einem Trupp der Altdorfer Wehr auf der anderen Gebäudeseite, einen Zugang zum Dach freizuschneiden.

Die Trupps kamen zwar nur langsam vorwärts, dennoch konnte man gegen 4 Uhr morgens "Feuer unter Kontrolle" melden. Eine Stunde später, kurz nach 5 Uhr, kam die Meldung "Feuer aus". Die Feuerwehren aus Altdorf und Feucht konnten daher die ersten Kräfte wieder abziehen, später auch die Kameraden aus Schwarzenbruck.

Da allerdings noch sehr viele kleinere Brand- und Glutnester im schwer zugänglichen Gebäude verteilt waren, zogen sich die Nachlöscharbeiten bis etwa 8 Uhr morgens hin. Unterstützt wurde die Suche nach weiteren Glutnestern durch die inzwischen angeforderte Wärmebildkamera aus Lauf. Eine Brandwache entdeckte vormittags noch weitere Glutnester im Dachbereich, weshalb noch einmal einige Feuerwehrkameraden anrücken mussten.

Noch während die Löscharbeiten liefen, konnte die Polizei die Brandursache ermitteln. Demnach wollte ein Bewohner des Wohnheims einen anderern Mitbewohner nach einem Streit einen Streich spielen, indem er mit einer Spraydose und einem davorhaltenen Feuerzeug eine Flamme erzeugte und diese durch einem Türspalt in das Zimmer seines Bewohners leitete. Ein Bett, das direkt hinter der Tür stand, wurde dabei in Brand gesetzt. Da sich der Mitbewohner zu dem Zeitpunkt nicht in seinem Zimmer befand, breitete sich das Feuer unentdeckt weiter aus und griff rasch auf den Dachstuhl über. An dem Gebäude entstand Totalschaden in Höhe von ca. 500.000 Euro. Die Bewohner des betreffenden Gebäudes konnten sich rechtzeitig ins Freie retten. Dennoch erlitten ein Feuerwehrmann und 11 weitere Personen leichte Rauchvergiftungen, die durch den Notarzt vor Ort behandelt wurden.

Eingesetzte Einheiten:

KBI Schlerf, KBM Miederer, KBM Lachmann, KBM Pöllot, KBM Kölbl
FF Rummelsberg mit MZF, DLK30, LF16, GW
FF Schwarzenbruck mit MZF, LF16/12, LF 8, GW, ErkW
FF Feucht mit ELW, TLF16/25, TLF24/50, LF16/12, DLK23/12, LKW
FF Altdorf mit MZF, DLK23/12, LF16/12 (2x), GW-G, RW2
FF Lauf mit Wärmebildkamera
Rettungsdienst
Polizei

Bericht: Feuerwehr Rummelsberg, KFV Online
Fotos: KFV Online, KBM Peter Kölbl

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