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Heiße Ausbildung für Atemschutzgeräteträger der FF Altdorf 17.07.2005

Altdorf (DB3) / Neumarkt i.d.Opf. - Am 07. Juli 2005 fand die erste Übung für zunächst acht Atemschutzgeräteträger der Feuerwehr Altdorf in der neuen Brandübungsanlage bei der Feuerwehr Neumarkt i. d. Opf. statt.

In Neumarkt ist seit Oktober 2004 eine von derzeit insgesamt sieben stationären Brandübungsanlagen Bayerns in Betrieb, welche den Feuerwehren nun ergänzend zum Brandübungshaus der Staatl. Feuerwehrschule Würzburg und den Brandübungscontainer des LFV Bayern eine praxisbezogene „heiße“ Ausbildung der Atemschutzgeräteträger ermöglicht. Eine weitere der geplanten stationären Übungsanlagen wurde bei der BF Nürnberg aufgebaut und nimmt ihren Betrieb voraussichtlich nach den Sommerferien auf.

Anlegen des Atemschutzgerätes
Vorgehen in die Anlage

Sinn und Zweck dieser Übungsanlagen ist die qualifizierte Ausbildung der Atemschutzgeräteträger, die bei Brandeinsätzen in Gebäuden den Innenangriff durchführen. Um den dabei bestehenden Gefahren begegnen zu können, sind neben einer besonderen persönlichen Schutzausrüstung auch eine fundierte Ausbildung und viele Übungen unter möglichst realen Bedingungen unabdingbar.

Simulation eines FlashOver,
der sog. Durchzündung von Rauchgasen

Hauptziel dieser Übungen ist der Erwerb von Kenntnissen über die richtigen Vorgehensweisen unter erschwerten Einsatzbedingungen, wie sie in Brandfällen vorkommen können. So müssen durch die Atemschutzgeräteträger beispielsweise das Flammenbild und die Wärmewirkungen in Brandräumen erkannt und die Leistungsfähigkeit bzw. die Leistungsgrenzen der Schutzausrüstung richtig eingeschätzt werden können. Ferner sollen die Anzeichen eines Wärmedurchschlages, sowie die eines Flashover - der sog. Durchzündung von Rauchgasen - erfasst werden können. Die Einsatztaktiken beim Vorgehen zur Brandbekämpfung über verschiedene Angriffswege wird ebenso geübt wie die Anwendung der richtigen Löschtechniken bei unterschiedlichen Brandstellen.

Bei stark verrauchten Räumen wie hier kann es beim Öffnen der Zugangstür zu einer Durchzündung kommen - deshalb muss wohl überlegt vorgegangen werden.

 

Mit kurzen Sprühstößen aus dem Strahlrohr versucht der Angriffstrupp,
die Durchzündung zu verhindern....

Die mit Flüssiggas befeuerte computer- und sensorüberwachte Anlage kann verschiedene Brände in Gebäuden, wie z.B. einen Küchenbrand und den Brand einer Werkstatt darstellen. Highlight der Anlage ist die Simulation eines FlashOver.

Nach einer kurzen Einweisung und Sicherheitsbelehrung begann schließlich die Übung für die Altdorfer Geräteträger mit einem Wärmetraining, in welchem es galt, die Wärmestrahlung am eigenen Körper zu spüren und die Temperaturschichtungen in Brandräumen zu erfahren.

Danach wurden dann verschiedene Einsatzsituationen geübt. Zunächst musste ein Werkstattbrand bekämpft werden, als danach über ein in Brand stehendem Treppenhaus in eine Einliegerwohnung vorgegangen wurde. In allen Phasen der Übung begleiteten Neumarkter Ausbilder die Atemschutzgeräteträger und beobachteten die vorgehenden Trupps. Nach jeder Übung erfolgte eine kurze Aussprache und schließlich am Ende der gesamten Übung noch eine ausführliche Abschlussbesprechung, in der die Atemschutzgeräteträger den Ausbildern ihre Eindrücke schildern konnten.

Einblicke in die verschiedenen Bereiche der Übungsanlage

Abschließend bestätigten alle Teilnehmer, dass diese Brandübungsanlage eine deutliche Erweiterung für die Feuerwehren darstellt, welche vor allem eine praxisgerechte Atemschutzausbildung ermöglicht, wie sie seither noch nicht möglich war.

Wir danken den Neumarktern Feuerwehrkameraden für die Zurverfügungstellung der Brandübungsanlage und die hervorragende und gute Ausbildung unserer Geräteträger.

Eine Abordnung von Altdorfer Atemschutzgeräteträgern besuchte zwischenzeitlich auch den Lehrgang „Verhaltenstraining im Brandfall“, der von der Staatl. Feuerwehrschule in Würzburg angeboten wird. Dort wurde vor 5 Jahren eine Brandübungsanlage in Form eines eigenständigen Gebäudes, dem sog. Brandhaus, errichtet.

Bericht und Fotos: FF Altdorf

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