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Wieder schwerer Verkehrsunfall mit LKW 20.10.2005

ALTDORF (DB3) - Am Mittwoch, dem 19.10.2005 wurde die Feuerwehr Altdorf um 21.27 Uhr zu einem schweren Verkehrsunfall mit eingeklemmten LKW-Fahrer auf die A3 in Fahrtrichtung Nürnberg alarmiert.

Ein 54-jähriger Lkw-Fahrer aus Tschechien hatte zum Zwecke der Orientierung kurz vor dem Autobahnkreuz Nürnberg kurz am Seitenstreifen angehalten. Nachdem er wieder auf die rechte Fahrspur eingefahren war und auf etwa 40 Stundenkilometer beschleunigt hatte, fuhr ihm der deutsche Sattelzug aus noch ungeklärter Ursache ungebremst in das Heck des Aufliegers.
Der 37jährige Fahrer des Schweinfurter LKWs wurde durch den enormen Aufprall in seiner Fahrerkabine eingeklemmt. Nachdem sich die Einsatzkräfte durch den bereits gebildeten Stau gekämpft hatten, erwartete sie folgendes Bild:

Der Fahrer des LKW war ansprechbar, jedoch massivst in seinem Führerhaus eingeklemmt. Durch den Aufprall wurden die beiden Treibstofftanks des LKWs aufgerissen, sodass die Autobahn über ca. 150 Meter komplett mit Diesel verschmutzt war.

 
     
 

Nachdem durch die Einsatzkräfte eine Rettungsplattform und Steckleitern zum LKW vorgebracht wurden, konnte der anwesende Notarzt die Versorgung des Patienten übernehmen. Nach Absprache mit dem Notarzt wurde dann mit der schonenden Rettung begonnen. Bereits nach wenigen Minuten war klar, dass die Rettungsaktion sich zeitaufwendig gestalten würde. Um den Kräften ein besseres Arbeiten am Führerhaus erleichtern zu können, wurde durch KBI Schlerf die Feuerwehr Lauf mit einer weiteren Rettungsbühne nachalarmiert. Zwischenzeitlich wurde die Ladebordwand des Dekon-Fahrzeuges provisorisch als Plattform genutzt.

Anfangs zogen sich die Rettungsmassnahmen ziemlich in die Länge, da der Notarzt nicht so an den Patienten herangkommen konnte, wie dies für eine optimale Versorgung erforderlich ist.
Es musste zuerst die Frontscheibe geöffnet werden. Dann wurde Zug um Zug versucht, mehr Platz zu schaffen um den Zugang zu verbessern. Die Fahrertüre des LKW wurde entfernt, wobei sich heraus stellte, dass der Fahrer ab dem Lenkrad abwärts eingeklemmt war und auch im Fußraum nur sehr wenig Platz vorherrschte.

 
     
 

Nach Entfernung der Tür wurden dann Säulen bzw. Holme durchtrennt und das Fahrerhaus mittels Zylindern und Baustützen aus dem Rüstwagen abgefangen. Mit der Säge wurde dann auch störende Innenverkleidung durchtrennt und herausgenommen, was zu einer Entlastung des Unfallopfers führte.

Während der Arbeiten verschlechterte sich der Zustand des Patienten, so dass vom Notarzt eine Crash-Rettung veranlasst wurde

Während der Rettungsarbeiten wurde durch Kräfte der FF Altdorf die Ausbreitung des ausgelaufenen Treibstoffes verhindert und im Arbeitsbereich der Diesel abgebunden um die rutschige Fahrbahn für die Einsatzkräfte griffig zu machen.

 
     
 

Nach der Rettung des Patienten wurde in den Papieren des Fahrer ein Kinderausweis gefunden der die Befürchtung aufbrachte, dass sich noch ein Kind im total zertörten Führerhaus befände. Nach dem Absuchen der Kabine konnte jedoch glücklicherweise Entwarnung gegeben werden.

Der 37-jährige LKW-Fahrer erlitt beim dem Unfall schwerste Kopfverletzungen und wurde ins Klinikum Nürnberg eingeliefert. An den beiden LKW entstand ein Gesamtsachschaden von etwa 130.000 Euro.

Während des gesamten Einsatzes übernahm die FF Altdorf mit Hilfe der Fahrzeugflutlichtmasten und Stative das Ausleuchten der Unfallstelle. Zur genauen Klärung der Unfallursache wurde ein Sachverständiger hinzugezogen. Die Kräfte der Feuerwehr Altdorf konnten gegen 01.00 Uhr die Einsatzstelle verlassen, während der dreistündigen Vollsperrung der BAB bildete sich ein kilometerlanger Rückstau bis zum Autobahnkreuz Altdorf.

 
     
 
     

Eingesetzte Kräfte:

KBI Schlerf, KBM Pöllot
FF Altdorf mit MZF, 2 LF16/12, RW2, Dekon mit VSA
FF Lauf mit MZF, RW2 und V-LKW

Rettungsdienst
Polizei
THW Lauf
Autobahnmeisterei
Sachverständiger

Bericht und Fotos: KFV Online

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