Kreisfeuerwehrverband Nürnberger Land
Berichte aus dem Nürnberger Land

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Feuerwehren unterstützen bei Schneechaos in Ostbayern 19.02.2006

NÜRNBERGER LAND - Zur Unterstützung bei der Entfernung der Schneelasten nach den starken Schneefällen in Ostbayern wurden auch Feuerwehrleute aus dem Landkreis Nürnberger Land angefordert. Insgesamt waren 443 Kameraden im Einsatz, die in 5 Verbänden in den aufeinanderfolgenden Tagen vom 10. bis 14. Februar in den Landkreis Passau fuhren und die dortigen Einsatzkräfte unterstützten.

Starke Schneefälle innerhalb weniger Tage sorgten dafür, dass sich vor allem in den ostbayerischen Gebieten der Schnee teilweise 1,5 Meter, stellenweise sogar bis zu 2 Meter auf den Häusern auftürmte und damit viele Dächer an die Grenzen ihrer Belastbarkeit brachten. Weitere angekündigte Schneefälle und auch Regen ließen zudem erwarten, dass sich die Situation noch mehr verschärfen könnte. Damit war klar, dass die Dächer so schnell wie möglich von ihren Schneelasten befreit werden müssen. Die örtlichen Einsatzkräfte waren damit schon einige Tage beschäftigt und entsprechend erschöpft.

Am 8. Februar 2006 stellten die Landratsämter in den bayerischen Landkreisen Passau, Deggendorf, Regen und Freyung Grafenau sowie am 9. Februar 2006 auch im Landkreis Straubing-Bogen den Katastrophenfall fest und forderten Unterstützung von außerhalb an. Kräfte der Bundeswehr, der Bundespolizei, der Feuerwehren, des Technisches Hilfswerks und anderer Hilfsorganisationen aus nicht betroffenen Landkreisen wurden in die Katastrophengebiete abgeordnet, und die örtlichen Einsatzkräfte bei der Bewältigung der Aufgaben zu helfen.

Auch im Landratsamt Nürnberger Land ging am 10. Februar 2006 um 14 Uhr eine Anfrage des bayerischen Innenministeriums ein, 75 Feuerwehrleute zu einem Einsatz in den Landkreis Passau zu entsenden.

Bereits um 15 Uhr trafen sich die 75 Einsatzkräfte aus den Feuerwehren der Gemeinden Pommelsbrunn, Lauf, Altdorf, Henfenfeld, Schwaig, Burgthann, Hersbruck, Rückersdorf, Winkelhaid, Hartenstein und Neunkirchen am Feuerwehrgerätehaus in Altdorf. Dort wurden sie von Kreisbrandrat Bernd Pawelke und Kreisbrandinspektor Peter Schlerf kurz eingewiesen. Unter der Leitung von Verbandsführer KBM Manfred Hörnich fuhren sie mit 11 Mehrzweckfahrzeugen nach Wegscheid (Lkr. Passau), wo sie gegen 20 Uhr eintrafen. Aufgabe dort war es, das 11.000 Quadratmeter große Flachdach eines Industriebetriebes von der Schneelast zu befreien. Am Samstag morgen gegen 4.30 Uhr war der Einsatz beendet, um 8.30 Uhr kamen die erschöpften Einsatzkräfte wieder im Landkreis Nürnberger Land an.

Das Dach einer großen Industriehalle wurde von den Schneelasten befreit.
Fotos: FF Diepersdorf, FF Rüblanden.

Zu dieser Zeit lief schon die Zusammenstellung des zweiten Konvois, der am Vormittag des 11. Februars mit 98 Feuerwehrleuten aus den Gemeinden Burgthann, Hersbruck, Lauf, Altdorf, Neuhaus, Schnaittach, Leinburg, Pommelsbrunn, Ottensoos, Schwarzenbruck, Engelthal und Feucht unter der Leitung von Verbandsführer KBM Georg Buchner nach Hauzenberg (Lkr. Passau) fuhren. Dort wurden sie auf mehrere Einsatzstellen aufgeteilt, u.a. war ein Fabrikdach, ein Kindergarten sowie eine Turnhalle von den Schneelasten zu befreien. Gegen 20 Uhr wurde ein Teil der Einsatzkräfte nach Tittling beordert, wo das Dach eines Supermarktes und eines Privathauses vom Schnee befreit werden musste. Der Einsatz war an diesem Tag gegen 0 Uhr beendet, Rückkunft in Altdorf war Sonntag morgen um 3:45 Uhr.

Räumung eines Fabrik-Flachdaches in Hauzenberg.
Fotos: FF Burgthann

Der dritte Verband fuhr am Sonntag, 12. Februar mit 76 Kameraden von Feuerwehren der Gemeinden Hersbruck, Neuhaus, Röthenbach/Peg, Altdorf, Hüttenbach, Leinburg, Kirchensittenbach, Schwaig, Schwarzenbruck, Henfenfeld, Lauf, Pommelsbrunn und Burgthann unter der Leitung von KBM Klaus Keim in Richtung Passau. Die Einsatzkräfte wurden auf die Orte Hauzenberg und Tittling aufgeteilt. In Hauzenberg waren zwei Fabrikdächer sowie Dächer des Schulzentrums abzuräumen. Die Einsatzkräfte in Tittling befreiten ein Altenheim sowie zwei Privathäuser von den Schneemassen.

Auch hier wurden die Schneelasten von Privathäusern, Fabrikdächern und eines Altenheimes entfernt.
Fotos: FF Altensittenbach, FF Hohenstadt, FF Hüttenbach, FF Schwaig.

Am Montag, 13. Februar fuhr der vierte Abmarsch mit insgesamt 114 Feuerwehrkameraden aus Hersbruck, Neunkirchen, Altdorf, Hartenstein, Lauf, Leinburg, Winkelhaid, Pommelsbrunn, Schwarzenbruck, Schwaig, Burgthann, Schnaittach, Simmelsdorf und Feucht unter der Leitung der Verbandsführer KBM Manfred Hörnich und KBM Peter Kölbl in den Landkreis Passau. Ziel für den Großteil der Einsatzkräfte war das Museumsdorf in Tittling. Hierbei handelt es sich um ein sehr bekanntes Freilichtmuseum mit über 100 Gebäuden. Die Häuser sind teilweise mehrere hundert Jahre alt und haben einen unschätzbaren kulturellen und wirtschaftlichen Wert für die Region und den Tourismus. Einige Dächer waren bereits eingestürzt. Durch weitere Einstürze wäre auch unbezahlbares antikes Inventar unwiderbringlich verloren gewesen. Ein Statiker benannte die am meisten gefährdeten Objekte. Um dorthin zu gelangen, mußten erst Zugangswege durch drei Meter hohen Schnee geschaufelt werden. Einige Gebäude wurden mit Baustützen abgesichert. Weitere Einsatzstellen waren das Flachdach eines Supermarktes und das Dach einer Schule in Tittling sowie das Dach eines Krankenhauses in Wegscheid. Leider wurden an diesem Tag auch zwei Feuerwehrkameraden im Einsatz verletzt.

Arbeiten in Tittling im Museumsdorf.
Fotos: FF Feucht, FF Schnaittach, FF Rückersdorf

Am Dienstag, den 14. Februar wurde der vorerst letzte Konvoi zusammengestellt. Ziel der 75 Kameraden aus Feuerwehren der Gemeinden Alfeld, Lauf, Altdorf, Engelthal, Schwarzenbruck, Neuhaus, Vorra, Feucht, Kirchensittenbach, Burgthann, Winkelhaid und Offenhausen unter Verbandsführer KBM Peter Kölbl war diesmal zunächst wieder das Museumsdorf Bayerischer Wald, in dem noch immer zahlreiche Häuser unter der enormen Schneelast einzustürzen drohten. Weitere Einsatzstelle war eine Werkshalle der Firma Bayerwald, die bereits teilweise eingestürzt war und drohte, noch weiter einzubrechen. Um den noch intakten Hallenbereich zu sichern, musste das Dach möglichst rasch von seiner Schneelast befreit werden. Ein weiterer Einsatzort war Kollmering bei Eging am See, wo das Industriedach eine Fahrzeugbaufirma von der Schneelast befreit werden musste.

Auch hier wieder Arbeiten auf einem Flachdach.
Fotos: FF Alfeld

Trotz der großen körperlichen Anstrengung waren alle Einsatzkräfte bis zur Erschöpfung tätig und bewältigten die Aufgaben mit großen Engagement. Sehr gelobt wurde auch die hervorragende Zusammenarbeit und die Kameradschaft mit den einheimischen Feuerwehrkameraden des Landkreises Passau sowie die dortige Verpflegung der Einsatzkräfte.

In eigener Sache:
Vielen Dank für die zahlreichen Rückmeldungen zu den Einsätzen im Lkr. Passau. Insgesamt haben uns 23 Berichte und über 100 Bilder erreicht. Wir bitten um Verständnis, dass wir hier lediglich eine Zusammenfassung und eine kleine Auswahl an Bildern veröffentlichen können.

Leider haben wir keine Gesamtübersicht, welche Wehren im einzelnen an den Einsätzen beteiligt waren, sondern lediglich eine Übersicht der eingesetzten Fahrzeuge, die im Verband mitfuhren, mit deren Stärkemeldungen. Deshalb haben wir die Feuerwehren zunächst auf Gemeindeebene zusammengefasst genannt. Sobald uns detaillierte Informationen über die einzelnen eingesetzten Feuerwehren vorliegen, werden wir diese hier nachreichen.

Berichtzusammenstellung: KFV Online
Infos und Fotos:
Verschiedene Wehren des Landkreises

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