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Zwei Einsätze am Bahnhof Feucht 09.08.2006

FEUCHT (DB3) - Zu einem lecken Kesselwagen am Bahnhof Feucht wurden am Dienstag, den 08.08.2006 gegen 19.30 Uhr die Feuerwehren aus Feucht und Moosbach alarmiert. Nach ersten Meldungen sollte aus einem abgestellten Waggon ein flüssiger Stoff austreten, der als Gefahrgut deklariert war.

Kreisbrandinspektor Thiel veranlasste daraufhin die Nachalarmierung der Feuerwehr Altdorf mit dem Gefahrgutzug. Noch auf der Anfahrt der ersten Kräfte kam die Meldung, dass es sich nicht um einen Waggon sondern um einen Container handeln solle, der gerade zu brennen begann. Nach der ersten Erkundung am Bahnhof durch den Einsatzleiter aus Feucht zeigte sich jedoch, dass es sich um zwei unabhängige Einsatzstellen handelte, die rein zufällig nebeneinander lagen.

Einsatzstelle 1:

Hier brannten im hinteren Bereich des Bahnhofgeländes Kunststoffabfälle und Plastikfässer neben einem abgestellten Überseecontainer. Das LF 16/12 der FF Feucht übernahm das Ablöschen des Feuers durch einen Trupp unter schwerem Atemschutz mit dem Schnellangriff und stellte sich dann für die Einsatzstelle 2 zur Verfügung.

Einsatzstelle 2:

Hier befand sich im Bereich der Bahnsteige ein abgestellter Güterzug, der mehrere Kesselwagen mit Gefahrgut transportierte. Aus einem dieser Wagen trat an der Unterseite tropfenweise ein flüssiger Stoff aus. Der Inhalt war mit der UN-Nummer 1114 gekennzeichnet, was auf Benzol hinwies. Hierbei handelt es sich um einen giftigen, sehr leicht entzündlichen Stoff. Aufgrund dieser Lage wurde der Bereich des Bahnhofs und der Gleisanlagen großräumig abgesperrt und ein umfangreicher Brandschutz aufgebaut. Gleichzeitig rüsteten sich mehrere Trupps mit Chemikalienschutzanzügen bzw. schwerem Atemschutz aus. Der anwesende Notfallmanager der Bahn übernahm die Sperrung der Gleisstrecken und das Freischalten der Oberleitung.

 

Messungen der FF Altdorf an der austretenden Flüssigkeit ergaben jedoch keine Anzeichen auf Benzol. Weitere Untersuchungen zeigten, dass es sich bei der ausgetretenen Flüssigkeit um Kondens- bzw. Regenwasser handelte, welches sich im Bereich einer defekten Isolierstelle am Kesselwagen sammelte und abtropfte. Sicherheitshalber wurden der Domdeckel des Kesselwagens geöffnet und Messungen im Inneren des Waggons durchgeführt. Hierbei zeigte sich ein explosionsfähiges Benzol-Luft-Gemisch. Im Wagen selbst befand sich keine Flüssigkeit mehr. In Absprache mit dem Notfallmanager wurde der Kessel durch den Domdeckel kontrolliert entlüftet.
Nach Abschluß der Arbeiten wurde die Einsatzstelle an die DB AG übergeben, die die Weiterfahrt des Güterzuges genehmigte.

 
     
   

Abschließend ist die sehr gute Zusammenarbeit aller anwesenden Stellen hervorzuheben. Alle Maßnahmen wurden in Absprache mit den Vertretern der Deutschen Bahn AG durchgeführt.
Der Einsatz endete nach zwei Stunden. Durch die Sperrung des Bahnhofs kam es zu erheblichen Verspätungen im Zugverkehr.

Eingesetzte Kräfte:

KBI Thiel, KBM Pölloth, KBM Kölbl
FF Feucht mit Kdow, LF 16/12, TLF 16/25 + P250, TLF 24/50, RW2, GW,V-LKW
FF Moosbach mit LF 16/12, LF 8/6
FF Altdorf mit MZF, LF 16/12, GWG, Dekon

BRK mit OrgEL, RTW, NEF
Polizei, Bundespolizei
Notfallmanager, Vertreter DB AG

Bericht und Fotos: FF Feucht

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