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Vermeintlicher Gefahrgutunfall 30.03.2007


HORMERSDORF (DB2) - Ein vermeintlicher Gefahrgutunfall beschäftigte in der Nacht zum 30.03.2007 die Feuerwehren Hormersdorf, Schnaittach, Altdorf und Hersbruck.

Die örtlich zuständigen Feuerwehren aus Hormersdorf und Schnaittach wurden am 30.03.2007 um 01.20 Uhr durch die Polizeiinspektion Lauf mit der Meldung alarmiert, dass auf der A9 an der Anschlussstelle Hormersdorf in Fahrtrichtung Berlin ein LKW stünde, aus dessen Auflieger Gefahrgut mit der UN-Nummer 1593"Dichlormethan" austrete.

Aufgrund der Meldung wurde der Gefahrgutzug der Feuerwehr Altdorf nachalarmiert. Beim Eintreffen der ersten Kräfte stellte sich folgende Lage dar:

Auf dem Seitenstreifen in der Ausfahrt Hormersdorf stand der betroffene LKW. Da der Fahrer auf der Hienbergauffahrt ein Austreten von Flüssigkeit bemerkte, steuerte er den Seitenstreifen in der Ausfahrt an. Dort kuppelte er zuerst den Anhänger ab und entfernte zudem die Zugmaschine vom Auflieger. Aus dem Auflieger trat im Bereich der Ladetüren leicht Flüssigkeit aus, die Anfangs mit Schuttmulden aufgefangen wurde. Aus den Ladepapieren ging hervor, dass der LKW mit Stückgut beladen war und zusätzlich zum normalen Transportgut sowohl den oben genannten Gefahrstoff in fünf 200 Liter Fässern, als auch Batterien geladen hatte. Der Fahrer des LKW zeigte nach wenigen Minuten mehrere Sympthome auf einen Kontakt mit dem Stoff.

 
     
   

Bei dem Stoff Dichlormethan handelt es sich um einen giftigen flüssigen oder festen Stoff, der über einen Flammpunkt von 61°C verfügt oder nicht entzündbar ist. Eine Hitzeeinwirkung auf den Behälter führt zu Druckanstieg mit Berstgefahr und nachfolgender Explosion und entwickelt giftige und reizende Dämpfe. Als persönliche Schutzausrüstung ist Atemschutz vorgeschrieben, bei Kontaminationsgefahr muss chemikalienbeständige Kleidung getragen werden.

Die Einsatzstelle wurde von den Wehren Hormersdorf und Schnaittach abgesperrt, ausgeleuchtet und der Brandschutz sichergestellt. Mit Hilfe von Angriffstrupps unter Chemikalienschutzanzügen und mit Hilfe von Prüfröhrchen wurden durch die Feuerwehr Altdorf Messungen im Bereich der Austrittsstelle durchgeführt. Da für ausreichend Messungen noch Prüfröhrchen benötigt wurden, wurde die Alarmierung der Feuerwehr Hersbruck veranlasst.

 
     
 

Bei den Messungen stellte sich heraus, dass es sich bei dem ausgetretenen Stoff weder um das vermutete Dichlormethan, noch um eine austretende Batteriesäure handelt. Nach dem Absuchen von weiteren Leckagen am Container mit Hilfe der Wärmebildkamera wurden die Türen des Aufliegers geöffnet. Hierbei zeigte sich, dass es innerhalb des Containers zu einem Brand gekommen war, der von Außen so nicht zu erkennen war und vermutlich durch den sauerstoffmangel im Container von selbst erlosch. Immernoch war jedoch unklar, um welchen Stoff es sich bei der austretenden Flüssigkeit handelte. Mit Hilfe der Wärmebildkamera wurde die Temperatur im Container überprüft.

 
     
 
     
 

Da der Auflieger zur Klärung einer Beschädigung des Gefahrgutgebindes komplett hätte entladen werden müssen, und da soweit keine weitere Gefährdung vorhanden war, wurde der LKW wieder fahrbereit gemacht und bis zum Spediteur nach Nürnberg durch ein wasserführendes Fahrzeug und ein Messfahrzeug begleitet, wo nun das verantwortliche Transportunternehmen die weiteren Schritte einleitet.

Eingesetzte Kräfte:

KBR Pawelke, KBI Geißler, KBI Schlerf
FF Hormersdorf mit TLF16/25
FF Schnaittach mit MZF, HLF20/16 und SW2000
FF Altdorf mit MZF, GW-G, Dekon-P und LF16/12
FF Hersbruck mit GW-Mess

Rettungsdienst mit NEF, 2 RTW und ELRD
Polizei

Bericht und Fotos: KFV Online

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