Kreisfeuerwehrverband Nürnberger Land
Berichte aus dem Nürnberger Land

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Norbert Thiel neuer Kreisbrandrat im Landkreis

03.11.2009

RÖTHENBACH/PEGNITZ (DB2) - Am 02. November 2009 fand in der Stadthalle Röthenbach an der Pegnitz die Wahl zum Kreisbrandrat statt. Wie bereits berichtet konnte der bisherige Kreisbrandrat Pawelke wegen erreichens der Altersgrenze nicht mehr kandidieren.

Zu Beginn der Veranstaltung, die Landrat Armin Kroder eröffnete, konnten zahlreiche Gäste begrüßt werden. Neben den Kommandanten, deren Stellvertretern und den Kreisbrandmeistern begrüßte er Frau Müller, Herrn Bezold und Herrn Hertlein vom zuständigen Sachgebiet 33 am Landratsamt und den Pressereferenten am Landratsamt Herrn Dr. List.

Kroder dankte der Stadt Röthenbach und dem Hallenwart für die kosenlose Zurverfügungstellung der Halle. Und rief den scheidenden Kreisbrandrat Bernd Pawelke auf, der vor der Wahl noch einige Worte an die Anwesenden richten wollte.


KBR Pawelke blickte mit etwas Wehmut auf die vergangenen 18 Jahre als Kreisbrandrat zurück, besonders vor dem Hintergrund, dass er den Kontakt zu den Kommandanten vermissen wird. Er ging ebenfalls auf einen Pressebericht ein, in dem eine weibliche Besetzung eines Kreisbrandmeister-postens gefordert und der Eindruck erweckt wurde, dass im Landkreis eine solche Stelle bewusst nicht mit einer Frau besetzt wird. Diese Vorwürfe wies er auf das schärfste zurück. Pawelke erläuterte, dass solche Vorschläge ausschließlich vom KBR kommen können und auch hier die nötige Qualifikation und Fachkenntnis erforderlich sei. Er veranschaulichte, dass in Bayern in den 96 Landkreisen und kreisfreien Städten insgesamt neun Frauen als Kreisbrandmeisterinnen tätig sind, wodurch der Landkreis Nürnberger Land hier keinen Einzelfall, wie in der Presse geschrieben, darstellt. Dies soll laut Pawelke nicht bedeuten, dass Frauen hier ausgeschlossen werden, sondern dass derzeit die Anforderungen wie eben erläutert nicht erfüllt sind. Nach diesen Ausführungen gab Pawelke einen kurzen Rückblick auf

die Geschehnisse während seiner Amtszeit, die von Außen auf die Feuerwehren einbrachen. So wurden 1992 die Notfallstationen eingeführt und die Feuerwehren Altdorf, Hersbruck und Schwarzenbruck dort eingegliedert. Weiterhin wurden die Zivilschutzsirenen abgebaut und mussten ab dann von den Kommunen selbst unterhalten werden. Im Jahr 1993 wurde der LFV Bayern wieder neu geründet, der KFV Nürnberger Land ist hier Gründungsmitglied. 1994 wurde das Leistungsabzeichen "THL" eingeführt, Innenminister Beckstein stellte das Computersystem BASIS vor. Im Jahr 1995 erklärte man die Feuerschutzabgabe für rechtswiedrig, durch die rund 1/3 der Feuerwehrkosten aufgefangen wurden. Weiterhin wurde die Feuerwehrschule in Geretsried eröffnet und somit die Kapazität für Lehrgänge erhöht. 1996 wurden unter anderem die Zuwendungsrichtlinien geändert. Seit 1997 sind sogenannte Frontblitzer bei Feuerwehrfahrzeugen zugelassen, außerdem wurde der technische Prüfdienst der Staatlichen Feuerwehrschulen eingestellt. Ab dem Jahr 1998 konnten Jugendliche bereits mit 12 Jahren in die Jugendfeuerwehr eintreten, die Planungen zur Errichtung eines Brandhauses an der SFS Würzburg liefen an. Das schreckliche ICE-Unglück von Eschede 1998 hinterlies auch Spuren im bayerischen Katastrophenschutz. 1999 wurden die Feuerwehren durch massive Hochwasser gefordert, die ersten Ankündigungen für veränderte Wetterverhältnisse, wie die Folgejahre zeigten. Ein großes Thema war auch der Jahrtausendwechsel, der jedoch ruhig verlief. Im Jahr 2000 waren Kräfte aus dem Landkreis im Sturmeinsatz in Frankreich, die Einführung der Sozialversicherungspflicht für ehrenamtliche Tätigkeiten sorgt für Zündstoff und ist bis heute nicht vollständig geklärt. Die Einführung einer einheitlichen Notrufnummer 112 wurde angegangen. Im Jahr 2001 erschütterten die Vorkommnisse in New York auch die Feuerwehren vor Ort, finanzielle Mittel sorgten für Ergängzungsbeschaffungen im Katastrophenschutz. Im Jahr 2002 standen wieder Hochwasser, diesmal in Bayern, Sachsen und Sachsen-Anhalt im Mittelpunkt. Auch hier wurden Kräfte aus dem Landkreis eingesetzt. Die Fördermittel für die Feuerwehren wurden immer knapper. Außerdem wurde das Lehrgangssystem LEGA eingeführt. Seit 2003 können die Feuerwehren auf das System KONRAD zugreifen, die Planungen zur Einrichtung einer integrierten Leitstelle begannen. 2004 wurde die einheitliche Notrufnummer 112 eingeführt, bis 2010 sollte der Digitalfunk in Betrieb sein. Im Jahr 2005 traten neue Förderrichtlinien in Kraft, die Planungen zur Fußballweltmeisterschaft begannen, wieder gab es Hochwasser, diesmal auch in Mittelfranken. Auch hier waren Kräfte aus dem Landkreis im Einsatz. Genauso wie 2006 bei der Schneekatastrophe in Bayern. Bei der WM2006 wurden die in der Notfallstation integrierten Wehren in Nürnberg eingesetzt. In Bayern stehen nun neun Gas-Brandübungsanlagen zur Verfügung. 2008 wurden die Förderfestbeträge erhöht, die Anträge werden schnell bearbeitet und die Fördermittel sofort ausbezahlt. Die Feuerwehren werden jetzt über die Leitstelle Nürnberg alarmiert. Im Jahr 2009 gibt es immernoch Streit über den Digitalfunk, der Feuerwehr-Führerschein wird Realität und KBR Pawelke scheidet aus.

Pawelke bezeichnete es als imposant diese vielen Ereignisse nochmals in Erinnerung zu rufen. Er wies darauf hin, dass all diese Punkte erledigt wurden und die Wehren daran gewachsen sind. Der erkennbare Wandel wird in Zukunft die Feuerwehren noch schneller treffen, diese müssten immer wieder daran arbeiten. Auch ein paar Zahlen hatte KBR Pawelke im Gepäck. Während seiner Dienstzeit fanden 354 Ehrenabende statt, 2250 mal wurden Ehrungen für 25- und 40-jährige Dienstzeit verliehen, 10 Feuerwehrdienstleistende erhielten das Steckkreuz überreicht. 5200 mal wurde das Feuerwehrerholungsheim besucht. 1420 Anträge auf Lehrgänge an Feuerwehrschulen, 720 Zuwendungsanträge und 2265 Stellungnahmen wurden bearbeitet. 305 Überprüfungen vor Ort und 42 Vorträge wurden abgehalten. 102 Jubiläumsveranstaltungen und viele Einweihungen fanden statt. All das führte zu 105 Bierkrügen, Wandtellern und anderen Festgeschenken im Keller des Kreisbrandrates.

Pawelke ging darauf ein, dass er den Feuerwehren vorerst weiterhin erhalten bleibt. Seine Funktionen im Deutschen Feuerwehrverband, sowie im GUVV nimmt er bis zum Ende seiner Wahlperioden weiterhin war. Er dankte allen Wegbegleitern die ihm die Arbeit erleichtert haben und bezeichnete seine Dienstzeit als wunderschön. Weiterhin wünschte er allen Anwesenden die Kraft, sich weiterhin für die Feuerwehren im Landkreis Nürnberger Land einzusetzen.


 

Landrat Kroder dankte dem scheidenden Kreisbrandrat, dessen Amtszeit offiziell am 19.11.2009 endet, für die gute Zusammenarbeit, die sich immer an der Sache orientiert hat. In Sachen Digitalfunk hofft Kroder, dass der Freistaat Bayern wieder zu dem bereits geschlossenen Kompromiss zurück findet. Anschließend ging es zum eigentlichen Tagesordnungspunkt, der Wahl des Kreisbrandrates.

Kroder merkte an, dass fristgerecht und ordentlich zur Wahl geladen wurde. die Amtszeit beträgt 6 Jahre, alle Kandidaten erklärten vor der Wahl, dass Sie für ihre bisherigen Ämter auch nach der Wahl zur Verfügung stehen. Nachdem keine weiteren Kandidaten von den Anwesenden vorgeschlagen wurden, bekamen die drei Kandidaten die Möglichkeit sich vorzustellen. Diese Vorstellung haben wir von KFV-Online bereits vor wenigen Tagen veröffentlicht und kann hier nachgelesen werden.

Nachdem auch nach der Vorstellung keine Nachfragen und Wortmeldungen vorgebracht wurden, wurde die Wahl offiziell um 20.22 Uhr eröffnet. Hierzu wurde ein Wahlausschuss gebildet. Die Kommandanten konnten dann sichtgeschützt in vier Kabinen ihre Stimme abgeben. Um 20.53 konnte mit der Auszählung begonnen werden, um 21.06 Uhr stand das Ergebnis fest. Von den 129 Wahlberechtigten waren 127 erschienen, alle Stimmen waren gültig, es gab keine Enthaltungen. Bereits im ersten Wahlgang konnte KBI Norbert Thiel mehr als 50% der Stimmen auf sich verbuchen und wurde so von den Kommandanten im ersten Wahlgang zum neuen Kreisbrandrat gewählt.

Landrat Kroder gratulierte dem neuen Mann an der Spitze der Feuerwehren im Landkreis Nürnberger Land und wünscht sich eine weiterhin gute Zusammenarbeit.

Der gewählte Norbert Thiel dankte den Kommandanten für ihr Vertrauen und freut sich auf die kommende Zusammenarbeit. Thiel hob hervor, dass er ein Kreisbrandrat für alle Wehren im Landkreis sein wolle und sei stolz Feuerwehrmann im Landkreis Nürnberger Land zu sein. Vom Noch-Kreisbrandrat erhielt Thiel bereits eine ToDo-Liste mit bevorstehenden Terminen.

Nachdem unter dem Tagesordnungspunkt "Sonstiges" keine Wortmeldungen vorhanden waren, konnte Landrat Kroder die Veranstaltung um 21.10 Uhr beenden.

Das KFV-Online-Team gratuliert dem frisch gewählten Kreisbrandrat und wünscht ihm allzeit eine gute Hand.

Bericht und Fotos: KFV-Online

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