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Aus medizinischer Sicht sollte ein polytraumatisierter (mehrere Verletzungen wobei mindestens eine davon akut lebensbedrohlich ist) Patient innerhalb von 60 Minuten nach dem eigentlichen Unfallereignis im Krankenhaus versorgt werden. Um diese Abläufe zu optimieren sowie neue und alternative Möglichkeiten zu üben und zu testen, veranstaltete die Feuerwehr Burgthann in Zusammenarbeit mit der Firma "X-TRAP Rescuetraining" am vergangenen Sonntag ein Tagesseminar zur "Technischen Unfallrettung". Begonnen wurde am frühen Morgen mit theoretischem Unterricht. Hier vermittelte Herr Kahl noch einmal die Grundlagen sowie die einzelnen Abschnitte einer Technischen Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen. Von der Absicherung der Einsatzstelle bis zur Übergabe des Patienten an den Rettungsdienst wurden hier die verschiedenen Module und Möglichkeiten besprochen. Nach einer kurzen Stärkung stand der praktische Teil auf dem Programm. An vier Fahrzeugen bestand nun die Möglichkeit zu üben. Das Abkleben der Scheiben, Sicherstellung des Brandschutzes sowie das korrekte Unterbauen des Fahrzeuges waren Standardmaßnahmen bei allen Szenarien.
Eine der gängigsten Möglichkeiten eine Person zu retten, ist die Schaffung eines patientennahen, therapeutischen Zugangs und die anschließende Abnahme des Fahrzeugdaches. Im Anschluss kann der Patient z. B. mithilfe der Schaufeltrage schonend gerettet werden. Wenn es die Situation erfordert, gibt es die Möglichkeit der kompletten Entfernung einer Fahrzeugseite. Diese kann nun gezielt in einem Stück nach vorne weggeklappt werden. Sobald der PKW nicht mehr auf allen Rädern steht, sondern z. B. auf dem Dach liegt, ist es sinnvoll sich einen Zugang über das Heck zu schaffen. Vorher aber muss das Fahrzeug zusätzlich gegen Kippen gesichert werden. Hier kamen moderne Abstützsätze zum Einsatz. Mit wenigen Handgriffen kann mit diesen das Fahrzeug effektiv gesichert werden. Nun kann der innere Retter zum Patienten einsteigen um diesen zu betreuen und solange zu stabilisieren, bis dieser ebenfalls über den Kofferraum mit der Schaufeltrage gerettet werden kann.
Neben dem Einsatz der klassischen Rettungsmittel wie dem hydraulischen Schneidgerät und dem Rettungsspreizer, wurden auch die Möglichkeiten der Säbelsäge genutzt. Mit dieser konnten die Fahrzeugsäulen aber auch die zuvor abgeklebten Scheiben schnell getrennt werden. Ein Nachteil dieser Methode ist die große Lärmentwicklung. Diese kann eine weitere enorme Belastung für den Patienten im Fahrzeuginneren darstellen und macht geeigneten Gehörschutz für den inneren Retter sowie den Patienten erforderlich. Eine weitere mögliche
Situation ist die Seitenlage des Fahrzeuges. Auch hier wurden Standardmaßnahmen
wie die Sicherung des Fahrzeuges gegen Bewegungen in allen Richtungen
und das Glasmanagement angewendet. Nun wurde auch wie bereits bei der
Dachlage beschrieben, die Heckklappe entfernt um einen Zugang über
den Kofferraum zu bekommen. Nachdem der Patient gesichert und erstversorgt
ist, wurden die obenliegenden Fahrzeugsäulen getrennt, um das Dach
zur Seite abzuklappen. Danach kann auch hier der Patient mittels Schaufeltrage
gerettet werden. Der sehr informative aber auch körperlich fordernde Ausbildungstag fand am Abend mit einer kleinen gemeinsamen Grillfeier einen runden Abschluss. |
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Created by Michael Brunner, Bernd Haslinger, Florian Krüger |