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Wohnhaus in Hohenstadt ausgebrannt 29.12.2011

HOHENSTADT (DB1) - Gegen Mitternacht wurden die Feuerwehren aus Hohenstadt, Pommelsbrunn, Hartmannshof und Hersbruck zu einem Wohnungsbrand nach Hohenstadt alarmiert. Innerhalb kürzester Zeit waren vier Atemschutztrupps für die Personensuche und Brandbekämpfung im Gebäude. Eine 54-jährige Bewohnerin hatte das Haus bereits unverletzt verlassen. Die Wehrmänner der Freiwilligen Feuerwehren Hohenstadt, Pommelsbrunn brachten einen 63-Jährigen aus dem Anwesen. Ein dritter, 46-jähriger Bewohner konnte nur wenig später aus dem brennenden Haus von zwei Hersbrucker Atemschutztrupps gerettet werden.

Schon auf der Anfahrt war den Hersbrucker Kräften klar, daß es eine lange Nacht werden wird. Bereits auf der B14 war der Feuerschein im Ortskern von Hohenstadt deutlich sichtbar. Die Feuerwehr Hohenstadt hatte bereits den Innenangriff übers Treppenhaus eingeleitet. Zuvor konnten sie einen Bewohner aus der Brandwohnung retten. Aus Hersbruck standen sofort vier weitere Atemschutztrupps bereit. Nach kurzer Erkundungsphase wurden zur Personensuche und Brandbekämpfung zwei Trupps giebelseitig über Steckleitern ins 1.OG eingesetzt. Ein weiterer Trupp nahm seinen Weg übers Treppenhaus. Die Drehleiter sollte den noch geschlossenen Dachstuhl am abgewandten Ende eröffnen. Ein Trupp unter Pressluftatmern stellte den Sicherungstrupp.

Schon vor dem Einstieg in die giebelseitigen Fenster mussten die aufgestiegenen Trupps die Rauchgase kühlen um Rauchgasdurchzündungen entgegen zu wirken. Dichter braunschwarzer Rauch quoll schubweise aus beiden Fenstern. Da sich nach Aussagen der Bewohner noch eine Person im Gebäude aufhalten muss, wurde das bewohnte, erste Obergeschoß von den drei Trupps und einem weiteren eingesetzten Trupp durchsucht. Die verwinkelte Bauweise aber auch mehrere Rauchgasdurchzündungen, welchen es entgegen zu wirken hies, erschwerten den Trupps die Arbeit erheblich. Nach kurzer Zeit konnte der noch vermisste 46-jährige gerettet und dem Rettungsdienst übergeben werden.

Zeitgleich hatte sich das Feuer im Dachgeschoß weiter ausgebreitet. Nach der erfolgreich abgeschlossenen Personensuche konnten sich die Trupps nun auf das Ablöschen im Innenangriff konzentrieren. Inzwischen wurden die Feuerwehren aus Kainsbach und Happurg nachalarmiert. Auch der Rettungsdienst fuhr sein Kontingent sofort nach oben. Aus Feuerwehrsicht darf man hier auch mal ein Lob aussprechen. Trotz der drei, teils lebensbedrohlich verletzten Bewohner und einer kollabierten Nachbarin, waren zur Einsatzkräfteabsicherung jederzeit genügend Rettungsdienstfachpersonal vorhanden.

Insgesamt waren in der Heißphase des Einsatzes 4 C-Rohre im Innenangriff auf zwei Stockwerken verteilt, 2 C-Rohre im Aussenangriff und ein B-Drehleiterkorbwasserwerfer im Einsatz.

Nachdem der Dachstuhl soweit gehalten werden konnte, daß er sich nicht zum offenen Vollbrand entwickelte, brauchte die vom in Bereitschaft stehenden Schlauchwagen vorgesehene Wasserversorgung zur Pegnitz nicht aufgebaut werden.

 

Über die Drehleiter konnte das Dach weiter eröffnet und mittels Korbstrahlrohr und Netzmittelzumischung das Dachgebälk restlich abgelöscht werden.

Nachdem die Beamten der PI Hersbruck und des Kriminaldauerdienstes Mittelfranken den rauchfreien Teil des Brandobjekts begangen hatten, wurden die Feuerwehren Happurg und Kainsbach und anschließend auch Hersbruck herausgelöst. Die Ortsdurchfahrt, welche bis zu diesem Zeitpunkt wegen den Löscharbeiten komplett gesperrt war, wurde wieder halbseitig freigegeben. Um 4:30 Uhr konnte die Kameraden aus Hersbruck nach dem Aufrüsten der Fahrzeuge nach Hause gehen.

Die Feuerwehren Hohenstadt, Pommelsbrunn, Hartmannshof und Eschenbach übernahmen das Ablöschen der restlichen Glutnester. In den frühen Morgenstunden konnten auch die letzten Einheiten abrücken.

Das neu beschaffte Schnelleinsatzzelt der Feuerwehr Hersbruck hat seine Jungfräulichkeit verloren und leistete für die völlig durchnässten Atemschutzgeräteträger einen angewärmten, trockenen Anlaufpunkt zur Wiederaufbereitung der Pressluftatmer und als Ruhe- und Sammelpunkt. An dieser Stelle auch herzlichen Dank an die vielen Anwohner die mit heißen Getränken die etwa 80 Einsatzkräfte versorgten.

Die Beamten des Kriminaldauerdienstes Mittelfranken haben die ersten Ermittlungen zur Brandursache, die zur Zeit noch unklar ist, vor Ort aufgenommen. Noch heute werden die Brandfahnder der Kriminalpolizeiinspektion Schwabach die Sachbehandlung übernehmen. Nach ersten Schätzungen beziffert sich der Sachschaden auf eine Höhe von ca. 200.000 Euro.

Eingesetzte Kräfte:
Kreisbrandinspektion mit KBR Thiel, KBI Schlerf, KBI Geißler, KBM Brunner, KBM Herger, KBM Werthner
FF Hohenstadt
FF Hartmannshof
FF Pommelsbrunn
FF Eschenbach
FF Hersbruck
FF Kainsbach
FF Happurg
ELRD
Mehrere NEF und RTW
PI - Hersbruck
Kripo
Bericht und Fotos: Feuerwehr Hersbruck, KFV-Online Video: News5


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