Kreisfeuerwehrverband Nürnberger Land
Berichte aus dem Nürnberger Land

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Unwetter über dem Nürnberger Land 09.07.2012

NÜRNBERGER LAND - Am 05.07.2012 wurden zahlreiche Feuerwehren im Lkr. Nürnberger Land zu diversen Unwettereinsätzen durch die Leitstelle Nürnberg alarmiert. Hauptsächlich betroffen waren die Gemeinden und Städte im unteren Pegnitztal, sowie einzelne Gemeindeteile im Dienstbezirk 3.

Der Deutsche Wetterdienst hatte es in seiner Unwetterwarnung für den Landkreis Nürnberger Land bereits angekündigt: lokal Starkregen um 50 Liter / m² innerhalb kürzester Zeit, sowie Hagel und Sturmböen.
In der Integrierten Leitstelle Nürnberg wurden aufgrund der DWD-Unwetterwarnung alle verfügbaren Einsatzleit- und Ausnahmeabfrageplätze besetzt,so gingen in den ersten zwei Stunden, ab Beginn des Unwetters, über 500 Notrufe über die Notrufnummer 112 mit den Schwerpunkten in Röthenbach/Pegnitz und Lauf/Pegnitz ein und führten zu über 200 Einsätzen. Während des Unwetters und der Abarbeitungsphase wurden die Feuerwehren Wetzendorf und Lauf zu einem BMA-Alarm, die Feuerwehr Altdorf zu einem Brand einer Isolierung an einem Wohnhaus und die Feuerwehr Schwaig zu einem Verkehrsunfall auf die A3 alarmiert.
Im folgenden jeweils ein Kurzbericht aus den verschiedenen Gemeinden - soweit uns Informationen vorlagen:

Heuchling

 

Die FF Heuchling war mit 19 Einsatzkräften bei insgesamt sieben Einsatzstellen tätig.
Die größten Einsätze waren:
- die Hersbrucker Str., die einen halben Meter überschwemmt war
- ein Mehrfamilienhaus, in dem die Tiefgarage, Kellerräume und zwei Aufzugsschächte unter Wasser standen - hier wurde u.a. auch die Chiemseepumpe eingesetzt.
- Lagerräume einer Firma, die auf ca. 500m² unter Wasser standen
 
 


Lauf

Ingesamt wurde die FF Lauf zu 49 Einsätzen alarmiert. Mit dem MZF wurden erst alle Einsatzstellen erkundet und nach Dringlichkeit anschließend abgearbeitet. Von den 49 Einsätzen erledigten sich 19 Stück durch Selbsthilfe der Betroffenen. Die anderen Einsätze von abgehobenen Gullys, abgebrochenen Ästen, Straßenüberschwemmungen und vollgelaufenen Kellern wurden von den Feuerwehren Lauf (MZF, 2 LF, LKW, Kombi, RW und VRW), Heuchling (MTW, LF 10/6) und Schönberg (MZF, LF 8/6) abgearbeitet.
Die FF Lauf war mit insgesamt 23 Mann, die FF Schönberg mit 15 Mann und die FF Heuchling mit 19 Mann im Einsatz.
Bei der Anfahrt zur ersten Unwettereinsatzstelle (Keller unter Wasser) kam eine Alarmierung zu einer Brandmeldeanlage in Wetzendorf (Fa. Saint Gobain) dazwischen. Hier wurde ein Rauchmelder aufgrund von eindringendem Wasser aktiviert und schlug Alarm.

 

Rückersdorf

Im Gemeindegebiet Rückersdorf mussten 17 Einsätze durch die FF Rückersdorf abgearbeitet werden.

 

Röthenbach

Zwei Gewitterfronten haben am Donnerstag, den 5.Juli 2012, gegen Mittag die Schleusen über der Pegnitzstadt geöffnet und ganze Wohnsiedlungen unter Wasser gesetzt.
Die um 13.38 Uhr alarmierte Freiwillige Feuerwehr Röthenbach war elf Stunden im Einsatz, um vollgelaufene Keller und überflutete Unterführungen auszupumpen.
An 87 Einsatzstellen pumpten die Wehrmänner die Wassermassen aus den Gebäuden. In einzelnen Kellerräumen stand das Wasser dabei bis zu 1,50 Meter hoch. Zeitweise waren zusätzlich die Freiw. Feuerwehren Schwaig, Behringersdorf, Haimendorf, Renzenhof, Diepersdorf sowie die Werkfeuerwehr Diehl bei der Beseitigung der Unwetterschäden in Röthenbach zum Einsatz. Für die tatkräftige Unterstützung bedankt sich die FF Röthenbach sehr herzlich. Hinzu kommen viele Keller, bei denen die Bewohner die Hilfe der Feuerwehr gar nicht erst in Anspruch nahmen.

 

Schwaig

Im Ortsgebiet Schwaig waren 17 Einsätze zu verzeichnen. Die größte Einsatzstelle war der katholische Kindergarten der auf 200m² Fläche ca 20cm unter Wasser stand. Bei einer gehbehinderten Frau drang das Wasser über die Abwasserleitungen in ihre Wohnung, dort stand das Wasser ca 5cm hoch. Zudem wurde mit dem MZF und mit einem Löschgruppenfahrzeug in Röthenbach bei sechs Einsatzstellen ausgeholfen. Schwerpunkt waren mit Wasser vollgelaufene Keller und drei Strassenunterführungen, die unter Wasser standen.


Diepersdorf

Im Diepersdorfer Industriegebiet hoben sich aufgrund der Regenmassen die Gullydeckel aus den Fassungen; das Wasser drückte so stark, dass es aus der Kanalisation schoss.
Das hatte dann leider auch Auswirkungen auf zahlreiche Industriebetriebe und Wohngebäude. So drückte es bei einem Werkzeugmacher im Keller das Wasser aus den Toiletten. Eine Überflutung des Kellers mit Schmutzwasser mit knapp 30 cm war die Folge. Im Bereich Laufer Weg und Strassäckerweg waren ebenfalls einige Keller voller Wasser gelaufen. Die Kameraden der Feuerwehr Diepersdorf teilten die Einsatzstellen auf.

 

Die Besatzung des Löschgruppenfahrzeuges LF 16 / 12 fuhr in das Industriegebiet und schritt dort mit Tauchpumpe und Nassstaubsauger zur Tat. Die Kameraden mit dem Löschgruppenfahrzeug LF 10 / 6 fuhren den Bereich Laufer Straße und Strassäckerweg ab. Auch dort kamen die Tauchpumpe und der zweite Nassstaubsauger der Betriebsfeuerwehr der Bolta Werke zum Einsatz.
Nach knapp einer Stunde konnte das Löschgruppenfahrzeug LF 16 / 12 den Einsatz im Industriegebiet beenden. Die Kameraden aus Röthenbach a.d. Pegnitz hatten da leider weniger Glück. Dort waren knapp 50 Keller voller Wasser gelaufen. Da dringend Nassstaubsauger und Tauchpumpen benötigt wurden, wurde das Löschgruppenfahrzeug der FF Diepersdorf nach Röthenbach beordert.
Im Schumacherring trat man dann zusammen mit den Einheiten aus Röthenbach und Renzenhof den Kampf gegen das Wasser auf. Die Kellerräume waren bis zu 1,50 Meter mit Wasser vollgelaufen. Bei der ersten Begehung trafen wir entsetzte Bürger an. Im Keller angekommen wurde schnell klar warum: das Wasser hatte alles zerstört. Computer, diverse Lebensmittel, ganze Sofas und Kühlschränke schwammen uns entgegen. Haus für Haus wurde dann mit diversen Pumpen leergepumpt und abschließend mittels Nassstaubsauger abschließend entleert.


Nach knapp 2,5 Stunden wurde das Löschgruppenfahrzeug der FF Diepersdorf aus diesem noch laufenden Einsatz herausgelöst. Die Unterführung zu dem Park & Ride Parkplatz "Seespitze" war komplett mit Wasser vollgelaufen. Mehrere Fahrzeuge standen noch am "anderen Ufer" und konnten nicht durch die Unterführung fahren. Daraufhin suchten die Kameraden den Gully unter dem dreckigen Wasser, was wirklich nicht einfach war. Nachdem dieser gefunden und von Dreck befreit war, konnte das Wasser rasch abfließen.

Damit endete der Einsatztag für die Kameraden der FF Diepersdorf auch und man kehrte zum Standort zurück. Dort wurden dann noch die Gerätschaften gereinigt und die Fahrzeuge wieder einsatzbereit gemacht.

Kurz vor 20:00 Uhr war der Einsatz dann zu Ende.

Eingesetzte Kräfte:
KBM Dümmler
FF Diepersdorf mit MZF; LF 16 / 12; LF 10 / 6

 

Eismannsberg

In Eismannsberg kam es zu drei Einsätzen für die Feuerwehr, so liefen zwei Keller voll Wasser, außerdem musste ein verschmutzte Fahrbahn durch die Feuerwehr gereinigt werden. Unterstützt wurde die Ortsfeuerwehr durch die FF Altdorf.

 

Feucht

Im Gemeindegebiet Feucht kam es zu sechs unwetterbedingten Einsätzen, so wurde die Feuerwehr zweimal zu Keller unter Wasser, zu drei Bäumen bzw. Ästen auf Fahrbahn und zu einem umgestürzten Bauzaun gerufen. Beim Großteil dieser Einsätze war der Einsatz der Feuerwehr beim Eintreffen nicht mehr erforderlich.

Bericht: FF Diepersdorf, FF Feucht, FF Heuchling, FF Röthenbach, FF Rückersdorf, FF Schwaig, KFV-Online
Fotos:
FF Diepersdorf, FF Heuchling

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