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Großübung in Ezelsdorf 02.12.2017
   

Ezelsdorf - Nach einer Verpuffung in einem Industriegebäude ist ein Brand ausgebrochen. Mehrere Personen werden noch vermisst. In einer weiteren Halle wurden bei Entsorgungsarbeiten mehrere Personen durch eine unbekannte Flüssigkeit verletzt. Mit diesem Alarmstichwort fand am Sonntag, den 05.11.2017 die alljährliche Gemeindegroßübung, welche die Feuerwehr Ezelsdorf geplant hatte, im Gewerbegebiet im Espenpark statt.

Die Einsatzstelle wurde in 3 Abschnitte eingeteilt. Abschnitt 1: Brandbekämpfung und Menschenrettung in der Halle 1. Abschnitt 2: Wasserförderung über eine 1,5 Kilometer lange Schlauchstrecke. Abschnitt 3: Erkundung und Personenrettung nach dem Gefahrgutunfall. Im Abschnitt 1, wurden durch die Feuerwehren Ezelsdorf und Ober/Unterferrieden vier Trupps unter schwerem Atemschutz in die Produktionshalle sowie das Verwaltungsgebäude zur Personenrettung und Brandbekämpfung im Innenangriff eingesetzt. Drei Personen konnten aus dem verrauchten Hallenbereich gerettet werden. Zwei weitere wurden mit Steckleitern vom Balkon im 1 OG. des Verwaltungsgebäudes gerettet. Die Patienten wurden bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes von den Kameraden der Feuerwehr erstversorgt und betreut, hierzu wurde eine Verletztensammelstelle eingerichtet.

Auf der Rückseite des Gebäudes wurde eine Riegelstellung mit mehreren C-Rohren zu den angrenzenden Nachbargebäuden erstellt, diese wurde nach Fertigstellung der Wasserversorgung über lange Wegstrecke, durch einen Werfer ergänzt. Wegen des erhöhten Wasserbedarfes bauten die Feuerwehren aus Mimberg, Burgthann, Schwarzenbach, Grub und Pattenhofen, im Abschnitt 2, eine Wasserversorgung aus dem ca. 1,5 Kilometer entfernten „Eichelweiher“ zur Einsatzstelle auf. Aufgrund der Distanz und dem Höhenunterschied waren 4 Pumpen nötig. Die Schwierigkeit bei „Wasserförderung über lange Schlauchstrecke“ besteht darin, einen konstanten Wasserfluss sowie Druck über den erforderlichen Zeitraum aufrecht zu erhalten und dabei die zwischengeschalteten Pumpen entsprechend zu „Synchronisieren“. Im weiteren Verlauf wurde parallel durch die Feuerwehren Grub und Schwarzenbach ein Hubschraublandeplatz mit entsprechender Beleuchtung errichtet.

In einer zweiten Produktionshalle wurde, im Abschnitt3, noch ein Gefahrgutaustritt simuliert. Dieser Einsatzabschnitt wurde durch die Feuerwehren Burgthann und Postbauer-Heng abgearbeitet. Es wurde für die Einsatzkräfte sowie die kontaminierten Patienten ein NOT-DEKON Platz aufgebaut. Mehrere Trupps unter schwerem Atemschutz erkundeten im inneren der Halle, und konnten 2 Patienten mit erheblichen Verätzungen aus dem Gefahrenbereich retten, eine weitere Person mit Schockzustand wurde ebenfalls aus der Halle gerettet. Über die UN-Nummer, konnte Mithilfe der „Leitstelle“ der Gefahrstoff definiert werden und das weitere Vorgehen eingeleitet werden. Da es sich bei dem Stoff, UN-Nummer 2014, um Wasserstoffperoxid 35%ig Chem.-Rein handelte, banden die Trupps unter Atemschutz mit leichten CSA den Stoff ab, und belüfteten die Halle im Anschluss umfangreich.

Um für die gesamte Übungsdauer genügend Atemschutzgeräteträger zu Verfügung stellen zu können, wurde eine Atemschutzsammelstelle eingerichtet. Von dort konnten die Abschnitte bei Bedarf die entsprechenden Trupps abfordern. Im MZF der FF Oberferrieden, wurden durch die Feuerwehren Ober/Unterferrieden und Ezelsdorf eine Führungseinheit eingerichtet. Hier wurden Lageskizzen der Abschnitte sowie ein Einsatztagebuch geführt.

Während der kompletten Übung wurde viel Wert auf die Kommunikation zwischen den Feuerwehren sowie eine richtige Führungsstruktur gelegt. Die Informationsübermittlung von den Trupps zu den Gruppen- bzw. Zugführern über die Abschnittsleiter bis zum Einsatzleiter ist für einen Erfolg des Einsatzes unerlässlich. Hierbei wurde auch gleich die neue Funkskizze des Landkreises mit Erfolg umgesetzt. Nachdem alle acht Verletzten Personen gerettet und die Abschnitte abgearbeitet waren, konnte die Übung beendet werden. Bei der kurzen Manöverkritik, lobte der Übungsleiter Jochen Rupprecht alle Kameraden für ihren professionellen Einsatz und die gute Zusammenarbeiten aller Wehren und Einheiten. Anhand solcher Übungen wird die sehr gute Zusammenarbeit der Feuerwehren in der Gemeinde Burgthann und Umgebung weiter verbessert und Neuerungen wie die Funkskizze in den Feuerwehralltag integriert.

Wir bedanken uns herzlich bei der Firma Simbeck, die uns ihr Firmengelände zur Verfügung gestellt hat, bei der BRK Bereitschaft Schwarzenbruck-Feucht für die Patientenversorgung sowie für das schminken unserer „Opfer“. Bei Herrn Eichel für die Bereitstellung des Weihers zur Wasserentnahme, sowie den gemeindlichen Werkstätten für die Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft der Atemschutzgeräte und Schläuche.

Eingesetzte Einheiten:
FF Ezelsdorf: LF8/6, GW-L1
FF Burgthann: HLF20, LF8/6, First-Responder
FF Ober/Unterferrieden: 2x LF8/6, MZF
FF Mimberg: LF10, MTW
FF Grub: TSF
FF Schwarzenbach: TSF
FF Pattenhofen: TSF
FF Postbauer-Heng: MzF, HLF20, LF 16/12
SEG Feucht/Schwarzenbruck: MTW, RTW

 

Bericht und Fotos: Bericht: Thomas Viehauser Fotos: Feuerwehr Ezelsdorf

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