Feuerwehr und THW übten Tiefbauunfall

|   Ausbildungsveranstaltungen, Lehrgänge, Großübungen

Am 31.08.2019 fand in einem Waldstück bei Lauf an der Pegnitz ein Workshop der besonderen Art statt. Erstmal veranstaltete der THL-Ausbilderkreis des Dienstbezirkes 2 eine Ausbildungsveranstaltung zum Thema „Tiefbauunfall“.

Ziel des Workshops war es, dieses Einsatzstichwort an einer realen Baugrube zu üben, besonders vor dem Hintergrund, dass solche Übungsmöglichkeiten den Wehren sonst nicht zur Verfügung stehen und hierdurch die Erfahrung der Einsatzkräfte fehlt. Da die Wehren aber auch materiell bei einem solchen Einsatz ganz schnell an Ihre Grenzen stoßen, wurde vom THL-Ausbilderteam bereits im Vorfeld mit dem THW Lauf Kontakt aufgenommen, deren Gerät besichtigt und Einsatzabläufe besprochen.

Insgesamt konnte THL-Ausbildungsleiter Michael Brunner 30 Teilnehmer begrüßen. Diese setzten sich zusammen aus Teilnehmern der Feuerwehren Behringersdorf, Hüttenbach, Neunkirchen am Sand, Reichenschwand, Röthenbach an der Pegnitz und Schwaig, sowie zwei Schiedsrichtern und Ausbildern aus dem Dienstbezirk und zahlreichen Teilnehmern des mit in den Workshop eingebundenen THW Lauf. Ebenfalls als Teilnehmer konnten drei Kreisbrandmeister aus dem Landkreis Fürth und der Kreisbrandinspektor des Dienstbezirkes 2 Friedrich Holfelder begrüßt werden.

 

Nachdem alle Teilnehmer an der Übungsstelle angekommen waren, ging es direkt zum Übungsobjekt. Verantwortlich im Ausbildungs-Team für diesen Themenbereich und somit auch der Übungsleiter an diesem Tag war Florian Dierl. Das erste Augenmerk am Objekt lag auf dem richtigen Vorgehen beim Eintreffen. Hier gilt es einiges zu beachten. Die Punkte „Wie nähere ich mich der Baugrube richtig?“, „Welche Abstände sind einzuhalten?“ und „Was sagt mir die Umgebung über den Zustand und die Stabilität der Baugrube aus?“, waren einige Punkte des am Übungsobjekt direkt abgehaltenen Theorieteils, der auch die verschiedenen Verbauarten, die verschiedenen Bodenarten und die Gefahren von Versorgungsleitungen beinhaltete.

Im Anschluss an die Einweisung galt es nun die Baugrube mit Mitteln der Feuerwehr zu sichern. Hierzu wurden das HLF der Feuerwehr Behringersdorf und der RW2 der Feuerwehr Röthenbach systematisch entleert und alles auf Bereitstellungsplanen für den „Einsatz“ vorgehalten.

Im ersten Schritt musste die Baugrube so vorbereitet werden, dass am Rand der Grube Vorkehrungen zur Druckverteilung getroffen werden können, da sonst ein sicheres Arbeiten nicht garantiert werden kann und durch die Last die Baugrube droht, weiter einzustürzen. Mittels Dielen und Balken aus den Feuerwehrfahrzeugen wurde unter Anleitung des Übungsleiters ein senkrechter Verbau erstellt. Schnell war den Teilnehmern klar, dass das mitgeführte Material lediglich dazu reicht, die Grube im direkten Bereich des Unfallopfers und der betreuenden Helfer zu sichern.

Aus diesem Grund kamen nun die Kräfte des THWs mit zum Übungseinsatz. Das THW Lauf verfügt über eine LKW Brücke mit entsprechendem Material wie Holz in verschiedenen Variationen, Kanalstreben in verschiedenen Längen und sogenannten Rettungstafeln. Besonders Letztere vereinfachen das sichern der Baugrube enorm. In kürzester Zeit hatten die Teilnehmer aus beiden Organisationen die Baugrube in Zusammenarbeit gesichert. Aber auch die anschließende Rettung einer Person aus Ihrer Lage muss geübt werden und so begab sich nach der Sicherung der Grube ein Unfallopfer in seine Position und konnte erfolgreich gerettet werden.

Nach der Mittagspause und der damit verbundenen Stärkung, stand das das Szenario nochmals auf dem Programm. Diesmal sollten die Teilnehmer aber eigenständig das Übungsszenario abarbeiten. Jetzt befand sich jedoch eine Übungspuppe in der Grube, welche unter eine Baggerschaufel eingeklemmt war. Erschwerend hinzukam, dass die Baugrube durch die Arbeiten am Vormittag doch etwas in Mitleidenschaft gezogen wurde und sich die Stabilisierung der Grube etwas komplizierter, aber dafür auch noch realitätsnaher darstellte.

Mit dem erlernten Wissen konnten die Teilnehmer die Lage für die Verhältnisse zügig und sicher abarbeiten. Besonders hervorzuheben war hier das sehr gute Zusammenspiel zwischen Feuerwehr und THW.

Am Ende des Ausbildungstages waren sich alle Teilnehmer einig, dass ein solches Schadensbild zwar glücklicherweise selten vor kommt, jedoch die Wehren jeden Tag treffen kann. Umso wichtiger war es die Hemmschwelle vor einem solchen Einsatz zur reduzieren, die Teilnehmer über das Vorgehen, die Einsatzgrundsätze und das notwendige und sich in der Umgebung befindliche Gerät zu informieren. Einer der wichtigsten Punkte ist hier die möglichst schnelle Anforderung des entsprechenden Gerätes um die Zeit bis zur Rettung der Person zu minimieren.

THL-Ausbildungsleiter Michael Brunner dankte allen Teilnehmern für die Teilnahme an der Veranstaltung um auch in einer solchen Lage dem Mitbürger professionell helfen zu können. Sein Dank galt auch dem Übungsleiter Florian Dierl, sowie den weiteren THL-Ausbilungsteam-Mitgliedern Andreas Helm, Walter Kuffner und Lukas Neumeyer und den Kommandanten der Wehren aus Behringersdorf und Röthenbach für die zur Verfügungstellung von Fahrzeug und Gerät, sowie bei Holger Hessberger für die Fotoaufnahmen. Besonderen Dank richtete Brunner an das THW Lauf, insbesondere an die mit in die Vorbereitungen und in die Übungsleitung einbezogenen Ausbilder des THW Lauf, Florian Scharrer und Christoph Müller, sowie an die Fa. Hierl Bau in Lauf, welche sowohl die Übungsörtlichkeit zur Verfügung stellte, als auch mit entsprechendem Gerät die Baugrube vorbereitete.

Da dieses Thema den Wehren merklich unter den Fingern brennt und die Resonanz zum Workshop durchweg positiv ausfiel, sieht es derzeit nach einer Wiederholung aus.

 

Bericht: M. Brunner
Fotos: H. Hessberger

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