Viel Arbeit und steigende Einsatzzahlen für die Feuerwehren im Landkreis Nürnberger Land

|   Versammlungen, Sitzungen, Besprechungen

NBG-LAND – Im April fand die jährliche Dienstversammlung der Kommandanten sowie der Kreisbrandinspektion des Landkreises Nürnberger Land in der Karl-Diehl Halle in Röthenbach a.d. Pegnitz statt. Zu Beginn der Veranstaltung, konnte Kreisbrandrat Norbert Thiel neben Landrat Armin Kroder und dem örtlichen Bürgermeister, Klaus Hacker zahlreiche Vertreter aus den einzelnen Feuerwehren, der Kreisbrandinspektion, des Landratsamtes sowie den Einheiten des Landkreises Nürnberger Land begrüßen.

Der erste Bürgermeister der Stadt Röthenbach a.d. Pegnitz, Klaus Hacker, begrüßte besonders den vor kurzem zum Ehrenkommandanten ernannten Kreisbrandmeister, Klaus Keim und lobte die hervorragende Zusammenarbeit zwischen der Feuerwehrführung und den Behörden. So konnte die Feuerwehr Röthenbach a.d. Pegnitz ein aus dem Jahr 1990 stammendes TLF24 / 50 durch ein modernes TLF 4000 ersetzen.

Landrat Armin Kroder betonte den hohen Stellenwert der Feuerwehren im Landkreis Nürnberger Land. Da in den vergangenen Jahren die Einsatzzahlen stetig stiegen und das Aufgabenspektrum vielfältiger und schwieriger wird, ist ein hohes Maß an ehrenamtlichen Engagement und Einsatz notwendig. Die ebenfalls deutliche Zunahme der verwaltungstechnischen Aufgaben erfordern dabei einen zunehmenden Aufwand.  Eine sehr gute Entwicklung stellte Armin Kroder in der Zusammenarbeit der einzelnen Hilfsorganisationen im Landkreis fest. Persönlich konnten sich alle Vertreter des Landratsamtes an der Großübung im Tunnel „Platte“ in Rupprechtstegen im vergangenen Oktober davon überzeugen. 

Für 40 Jahre aktiven Dienst in der Feuerwehr, wurde Kreisbrandinspektor Friedrich Holfelder ausgezeichnet. Seit seiner Ernennung zum Kreisbrandinspektor für den Dienstbezirk 2 im Landkreis Nürnberger Land, wurde Friedrich Holfelder im Jahr 2014 zusätzlich zum Örtlichen Einsatzleiter bestellt. Norbert Thiel bedankte sich für das außergewöhnliche Engagement und übergab zusammen mit Armin Kroder eine Urkunde sowie das Ehrenzeichen.

Im Zeitraum vom 31. Mai – 2. Juni findet in Röthenbach a.d. Pegnitz der 5. Bayerische Leistungsbewerb im Jugendwettbewerb des CTIF statt. Kreisbrandmeister und Jugendbeauftragter, Christian Falk, gab allen Anwesenden einen kurzen Überblick über die Veranstaltung. An diesem Wochenende werden ca. 800 Personen erwartet. „Eine besondere Aufgabe für alle Helfer!“, so Christian Falk. Um die Veranstaltung für alle Jugendlichen zu einem besonderen Erlebnis zu machen, werden noch einige Helfer aus den Feuerwehren benötigt. Für Fragen oder Rückmeldungen an das Organisationsteam steht die Mailadresse ctif2018(at)kfv-online.de zur Verfügung.

Als Referent zum Thema „Lebensbedrohliche Einsatzlagen“, konnte Landes- und Bundesfeuerwehrarzt Dr. Klaus Friedrich gewonnen werden. Da in der heutigen Zeit Terror- und Amoklagen leider weltweit zunehmend an Bedeutung gewinnen und neben polizeilichen Kräften auch Einheiten von Feuerwehr und Rettungsdienst im Einsatz sind, ist eine optimale Zusammenarbeit besonders wichtig. Oft ist diese Art von Einsätzen zu Beginn für die Rettungskräfte nicht immer sofort als bedrohliche Gefahrenlage erkennbar, da der Alarmierungsgrund oftmals ein normaler BMA Alarm ist. Deshalb ist eine schnelle und detailreiche Versorgung der Kräfte mit den nötigen Informationen und die Nutzung der vorhandenen Schnittstellen erforderlich. Auch sind diese Einsätze oft nicht mit dem Verlassen der Einsatzstelle beendet. Neben der Versorgung meist schwer physisch sowie psychisch verletzter Menschen müssen auch Einsatzkräfte die oft traumatischen Ereignisse und Bilder im Nachhinein aufarbeiten. 

Norbert Thiel gab einen Einblick in die korrekte Verwendung von Löschschaum bei den Feuerwehren. Aufgrund der vielfältigen Materialien und der oft erhöhten Brandlast, ist die ausschließliche Verwendung von Wasser als Löschmittel oftmals nicht mehr ausreichend. Um Brände schnell und erfolgreich zu bekämpfen, ist ein korrekter Einsatz von Löschmittel in Form von Schaum immer häufiger notwendig. Neben der Hauptlöschwirkung „Ersticken“ bietet der Löschschaum weitere Möglichkeiten, so das Abdecken um den Austritt von Gasen / Dämpfen zu verhindern.

In seinem Rückblick auf das vergangene Jahr, ging Norbert Thiel zu Beginn auf die Ausbildung im Nürnberger Land sowie an den staatlichen Feuerwehrschulen in Regensburg, Würzburg und Geretsried ein. Nur durch viele motivierte und engagierte Ausbilder ist der steigende Bedarf zu bewältigen.

Ebenfalls ein Anstieg war in der Einsatzstatistik des vergangenen Jahres zu verzeichnen. So mussten die ehrenamtlichen Kameraden im Landkreis Nürnberger Land zu über 3.400 Einsätzen mit verschiedenen Schwerpunkten ausrücken. Die Zahl der technischen Hilfeleistungen in Form von oftmals schweren Verkehrsunfällen ist hierbei besonders stark gestiegen.

Neben der Bewältigung der Einsätze werden durch die aktuell ca. 4.000 Feuerwehrkameraden im Landkreis Nürnberger Land noch viele Stunden in Aus- und Fortbildung sowie Öffentlichkeitsarbeit investiert. Für den Nachwuchs sorgen derzeit 850 Jugendliche in den Jugendgruppen der einzelnen Feuerwehren. Auch Norbert Thiel stellt in den vergangenen Jahren einen Anstieg der verwaltungstechnischen Aufgaben fest. Im Nürnberger Land wird das Feuerwehrwesen hierbei in hervorragender Zusammenarbeit durch die Mitarbeiter des Landratsamtes Nürnberger Land unterstützt.

An die Vertreter der Feuerwehren aus Altdorf, Schwarzenbruck, Behringersdorf, Neuhaus und Lauf konnte Norbert Thiel eine aktuelle Handreichung des LFV Bayern mit vielen hilfreichen Informationen rund um das Thema „Kinderfeuerwehr“ übergeben. Auf spielerische Art und Weise wird den Kindern hier das Thema „Feuerwehr“ vermittelt um später in die Jugendgruppe übertreten zu können.

Die Einführung des Digitalfunks verlief sehr positiv und ohne nennenswerte Probleme. Somit sind die Feuerwehren im Nürnberger Land im Bereich der ILS Nürnberg bzgl. des Digitalfunks mit neuster Technik ausgestattet. Für diesen Schritt waren für die Kameraden, unter der Leitung von Kreisbrandinspektor Bernd Haslinger, viele Stunden für Vorbereitung und Schulung notwendig. 

Ebenfalls eine Modernisierung wurde im Bereich Öffentlichkeitsarbeit durchgeführt. Seit Anfang April ist die überarbeitete Internetseite des Kreisfeuerwehrverbandes im neuen Design online. Für die Umsetzung waren für das Team von KFV-Online viele Stunden an Arbeit notwendig.

Den Kameraden der PSNV-E, der „First-Responder“ Einheiten im Landkreis sowie für die Jugendarbeit, konnten erfreulicherweise Spenden für Ausrüstung und die tägliche Arbeit übergeben werden.

Norbert Thiel bedankte sich am Ende der Veranstaltung bei den Kameraden der Feuerwehr Röthenbach a.d. Pegnitz, welche kurzfristig die Versorgung der anwesenden Teilnehmer mit Getränken übernommen hatten.

Bericht: Florian Stahl (KFV-Online), Bilder: Christian Falk (Kreisbrandmeister)
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