Berichte

Hilfskonvoi für Feuerwehren in der Ukraine

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Tag für Tag sind aktuell in Presse und Social Media Bilder der katastrophalen Lage in der Ukraine zu sehen. Dabei ist nicht nur die schwere Zerstörung und das Leid der Menschen ein großes Thema, sondern auch der Mangel an Gütern in allen Lebensbereichen. Auch den Feuerwehren vor Ort fehlt es zunehmend an grundlegender Ausstattung, da auch sie von den massiven Zerstörungen nicht verschont bleiben.

Aus diesem Grund machte sich am 1. April ein Konvoi der bayerischen Feuerwehren mit dringend benötigter Ausrüstung auf den Weg nach Polen, in die Nähe der ukrainischen Grenze. Das Kontingent ist nach dem im letzten Jahr organisierten Einsatz für Kroatien erst das zweite landkreisübergreifende Kontingent der Feuerwehren in Bayern.

Organisiert wurde das Kontingent durch den Landesfeuerwehrverband Bayern mit Genehmigung durch das bayerische Innenministerium. Die Resonanz der Sammelaktion war dabei, wie schon im vergangenen Jahr, wieder enorm. Es konnten für die Kameraden in der Ukraine Spenden aus knapp 200 Feuerwehren in ganz Bayern gesammelt werden. Die Annahme der Spenden erfolgte vom 29. bis 31. März aufgeteilt in zwei Sammelstellen. In Lauf a. d. Pegnitz im Nürnberger Land erfolgte die Annahme für die Sammelstelle „Bayern Nord“ unter Leitung von Kreisbrandinspektor Christian Falk. Spenden der Sammelstelle „Bayern Süd“ wurden unter Leitung von Kreisbrandmeister Dr. Michael Spitzweg in Unterföhring im Landkreis München angenommen.

Insgesamt konnten knapp 300 Europaletten mit Spenden gesammelt werden, allein aus Nordbayern kamen über 5.500 Einzelstücke zusammen. Unter den Spenden waren dabei Ausrüstungsgegenstände von der persönliche Schutzausrüstung, wie Uniformen, Helme und Atemschutzgeräte, über Strahlrohre und weitere wasserführende Armaturen bis hin zu Tragkraftspritzen und Notstromaggregaten. Auch Hebekissen, besonders wichtig zur Rettung verschütteter Personen, Rettungssätze mit Schere und Spreizer, Motorsägen und verschiedene Werkzeuge wurden zur Verfügung gestellt. Sogar ein Atemluftkompressor und ein Schlauchanhänger wurden gespendet. Insgesamt waren zur Erfassung und Verpackung der Spenden in der Sammelstelle „Bayern Nord“ an den drei Tagen knapp 100 Aktive aus den Feuerwehren und der Kreisbrandinspektion im Nürnberger Land teilweise bis Mitternacht beschäftigt.

Zusätzlich zu den Ausrüstungsgegenständen wurden auch 8 Feuerwehrfahrzeuge gespendet, darunter ein Löschgruppenfahrzeug der Feuerwehr Markt Feucht aus dem Nürnberger Land. Diese werden im Rahmen des Kontingentes mit in die Ukraine überführt.

Die gesammelten Spenden aus den Sammelplätzen „Bayern Nord“ und „Bayern Süd“ wurden nach der Erfassung und Verladung auf insgesamt 31 Fahrzeuge am 1. April in Rohrdorf zu einem gemeinsamen Konvoi zusammengeführt. Zur Verabschiedung der Kräfte am Sammelplatz „Bayern Nord“ kamen neben dem Vorsitzenden des Landesfeuerwehrverbandes Bayern auch der bayerische Innenminister Joachim Herrmann, MDB Ralph Edelhäußer, MDL Norbert Dünkel, Landrat und Bezirkstagspräsident Armin Kroder, sowie der erste Bürgermeister der Stadt Lauf, Thomas Lang, welcher die Unterkunft als Sammelstelle angeboten hatte. Als Vertreter des Markt Feucht, welcher ein gebrauchtes LF 16/12 gespendet hatte, war auch erster Bürgermeister Jörg Kotzur bei der Verabschiedung vor Ort. Seitens der Feuerwehr Nürnberger Land waren Vertreter der Kreisbrandinspektion anwesend. Auch der ehemalige Kreisbrandrat Norbert Thiel war in seiner Funktion als stellvertretender Vorsitzender des Landesfeuerwehrverbandes Bayern vor Ort.  

Am 2. April brachen die gesammelten Kräfte dann nach Polen an die ukrainische Grenze auf, wo die Paletten umgeladen und dann ins Krisengebiet weitertransportiert werden sollen.

Ein großer Dank gilt allen eingesetzten Feuerwehrkameradinnen und Kameraden für die geleistete Arbeit und großartige Unterstützung. Die Einsatzkräfte des Landkreises haben, wie schon beim vergangenen Hilfeleistungskontingent, wieder eindrucksvoll ihre Schlagkraft und Einsatzbereitschaft unter Beweis gestellt.

Außerdem gilt der Dank der Stadt Lauf a. d. Pegnitz und der Feuerwehr Lauf a. d. Pegnitz für die Zurverfügungstellung der Räumlichkeiten.

Auch den zahlreichen Firmen im Landkreis, welche mit Spenden von Paletten, Palettenrahmen, diversen Verpackungsutensilien und zwei Restmüllcontainern die Vorbereitung des Hilfeleistungskontigentes unterstützt haben, gilt ein herzlicher Dank. Im Einzelnen waren dies die Firmen Fackelmann, Gleisner Hygiene, Kennametal, Merkel, Meyer-Günderoth, Paul Lindner, Sebald Zement, Smurfit Kappa, Speck Pumpen, Sumitomo Demag und Verpackung Plus Lauf.

Das THW Lauf stellte eine LKW-Brücke als Umschlagplatz zur Verfügung. Auch hierfür ein großes Dankeschön.

Abschließend geht ein großer Dank an alle Wehren und den Kommunen als deren Träger, welche kostenlos die Gerätschaften zur Unterstützung der Einsatzkräfte in der Ukraine zur Verfügung gestellt haben.

Aus der Ukraine erreichte die Aktiven zwischenzeitlich auch ein prominentes Feedback. Ex-Boxweltmeister und Bürgermeister der Stadt Kiew, Vitali Klitschko, dankte in einer Videobotschaft dem deutschen Feuerwehrverband für die Unterstützung und Spendenbereitschaft. Für alle Beteiligten ein sehr bewegender Moment.

 

Bericht und Bilder: Kreisbrandinspektion Landkreis Nürnberger Land