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Ludwig-Donau-Main-Kanal war undicht 07.03.2001

PFEIFFERHÜTTE (DB 3) - Aus einer undicht gewordenen Stelle im Damm des alten Ludwig-Donau-Main-Kanals trat am 7. März 2001 aus einem Schleusenabschnitt in Höhe Pfeifferhütte Wasser aus und lief in den Garten eines Anwohners. Da die Gefahr bestand, daß das Wasser den Damm unterspült und so einen Dammbruch herbeiführt, wurden die Feuerwehren Pfeifferhütte, Schwarzenbruck und Rummelsberg alarmiert.

Ein Anwohner hatte den Wasseraustritt aus dem 400m langen Kanalabschnitt bei Schleuse 40 des Ludwig-Donau-Main-Kanals bemerkt. Als die austretende Wassermenge immer größer wurde, informierte er Polizei und Wasserwirtschaftsamt über den Schaden. Daraufhin wurden um 14:30 Uhr die Feuerwehren Pfeifferhütte, Schwarzenbruck und Rummelsberg alarmiert.

Aus dieser undichten Stelle im Damm
trat das Wasser aus...
... und floß in einem neben der
B8 verlaufenden Graben

Beim Eintreffen der Einsatzkräfte war bereits ein starker Wasseraustritt zu sehen. Das Wasser floß quer über das Grundstück in einen Graben, der seitlich der Bundesstraße 8 verläuft. Ein Mitarbeiter des zuständigen Wasserwirtschaftsamtes war bereits vor Ort.

Als erste Maßnahme wurde veranlaßt, den Wasserstand im betroffenen Kanalabschnitt durch schrittweises Öffnen der Schleusetore der unteren Schleuse abzusenken, um den Druck der Wassermassen auf die Austrittsstelle zu verringern. Darüberhinaus wurde dafür gesorgt, daß das Wasser im Graben ungehindert abfließen kann, um keine benachbarten Grundstücke und Gebäude durch eine unkontrollierte Flußrichtung zu gefährden.

Die Eisdecke wurde geöffnet und versucht, die undichte Stelle zu finden
Ein Bagger beginnt mit den
Maßnahmen zum Abdichten

Da zu diesem Zeitpunkt die Gefahr eines Dammbruchs noch nicht ausgeschlossen werden konnte, wurde vorsorglich der Antransport von Sandsäcken und schwereren Schüttgutes organisiert. Darüberhinaus wurden die Gemeindeverwaltung und das Landratsamt über die Lage benachrichtigt. Auch die betroffenen Anwohner im Bereich der Schadensstelle wurden informiert. Trotz der Absperrung der Einsatzstelle und der erkennbaren Gefahr mussten die inzwischen zahlreichen Schaulustigen immer wieder dazu angehalten werden, sich nicht im unmittelbaren Gefahrenbereich aufzuhalten.

Der Damm war bereits soweit unterspült, dass sich Hohlräume
unter der Dammkrone gebildet hatten.

Gegen 16 Uhr war der Wasserstand im Kanalabschnitt soweit abgesunken, dass nur noch geringe Mengen Wasser austraten. Das Wasserwirtschaftsamt begann damit, den Damm im Bereich der undichten Stelle mit einem Bagger aufzugraben und mit herbeigebrachten Sand wieder abzudichten. Da nach Rücksprache mit Verantwortlichen des Wasserwirtschaftsamtes nun keine Gefahr des Dammbruchs mehr bestand, konnte an die Anwohner Entwarnung gegeben werden und die Einsatzkräfte wieder einrücken.

Die undichte Stelle wird aufgebaggert
und anschließend wieder verdichtet.

Als Ursache des Schadens werden kleine Risse im Damm - hervorgerufen durch Frost und Eis - angenommen, durch die sich das Wasser langsam, aber kontinuierlich seinen Weg bahnen konnte. Da sich im Bereich der Leckstelle kein Gebäude befindet, ist glücklicherweise - abgesehen vom Damm selbst - kein Sachschaden entstanden.

Anwesende Einheiten:
KBI Fuchs, KBI Thiel, KBM Haslinger
FF Pfeifferhütte mit TSF-W
FF Schwarzenbruck mit MZF, LF16/12 und GW
FF Rummelsberg mit MZF, LF16 und TSF
Polizei, Wasserwirtschaftsamt

Info Ludwig-Donau-Main-Kanal

Der Traum aller europäischen Herrscher, Main und Donau zu verbinden und damit einen durchgängig schiffbaren Wasserweg von der Nordsee zum Schwarzen Meer zu schaffen, wurde mit dem Bau des nach Bayerns König Ludwig I. benannten "Ludwig-Donau-Main-Kanal" erstmals realisiert. Nach 10jähriger Bauzeit wurde im Jahr 1846 die 172 km lange Verbindung von Bamberg bis Kelheim eröffnet.

Schon bei Baubeginn war allerdings absehbar, dass die 1835 erschaffene Eisenbahn aufgrund der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten und vor allem in Hinsicht der überlegenen Schnelligkeit den von 100 Schleusen behinderten und mit Treidelpferden bewegten Schiffsverkehr auf den Ludwigskanal keine Chance ließ. Und so wurde er ab 1925 überwiegend für Ausflugsfahrten auf den "Schlagrahmdampfern" genutzt, bis er im Jahr 1950 als Wasserstraße stillgelegt wurde. Seitdem dient er überwiegend als Ausflugsziel für Naherholungssuchende aus der ganzen Region.

Bericht und Fotos: KFV Online

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