Kreisfeuerwehrverband Nürnberger Land
Berichte aus dem Nürnberger Land

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Dienstversammlung der Kommandanten im Dienstbezirk 3

07.02.2009

ALTDORF (DB3) - Am Freitag, den 06.02.2009 fand im Gerätehaus Altdorf die Dienstversammlung der Kommandanten des Dienstbezirkes 3 statt, zu der Kreisbrandinspektor Peter Schlerf eingeladen hatte.

KBI Schlerf konnte neben den Kommandanten, Kreisbrandmeistern und Schiedsrichtern auch mehrere Ehrengäste begrüßen. Darunter Landrat Armin Kroder, Kreisbrandrat Bernd Pawelke, den Bürgermeister der Stadt Altdorf Erich Odörfer, sowie die beiden Inspektionsleiter der Polizeiinspektionen Altdorf und Feucht Herrn EPHK Fruth und Herrn EPHK Diepold.

Unter dem Punkt Grußworte trat Landrat Armin Kroder als erster an das Rednerpult. Kroder bedankte sich für die Einladung und betonte gerne der Einladung gefolgt zu sein. Die Feuerwehren sind für ihn persönlich eine wichtige Institution, u.a. weil die Feuerwehren die unterste staatliche Katastrophenschutzbehörde darstellen und er so im Fall der Fälle als Leiter der Führungsgruppe des Katastrophenschutzes eng mit den Wehren zusammen arbeite und er froh sei sich auf solch gutes Personal verlassen zu können.

Landrat Armin Kroder bescheinigte den Wehren auch ein Alleinstellungsmerkmal. Die Freiwilligen Feuerwehren sind über das gesamte Land verbreitet. Im Landkreis Nürnberger Land bedeutet das knapp 130 Feuerwehren und rund 4000 Feuerwehrdienstleistende, was fünf Feuerwehrdienstleistenden pro km² entspricht und rechnerisch jeder 40. Einwohner des Landkreises bei einer Feuerwehr aktiven Dienst leistet. Kroder richtete aber auch kritische Worte an den Staat.

Dieser müsse aufpassen das Ehrenamt nicht zu stark zu belasten und mit immer neuen Aufgaben auf die Feuerwehren zu verweisen. Er äußerte sich auch besorgt über die gesellschaftliche Entwicklung, dass Feuerwehren immer mehr zu Türöffnungen gerufen werden, bei denen einsame Mitmenschen aus Zwangslagen gerettet werden müssen. Zum Ende seiner Rede dankte er allen Feuerwehrdienstleistenden nochmal für ihren Dienst am Nächsten, 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr und das ohne Bezahlung.

Der Bürgermeister der Stadt Altdorf, Erich Odörfer, freute sich die Spitzenleute der Feuerwehren des Dienstbezirkes 3 in Altdorf begrüßen zu dürfen. Er dankte den Wehren für Ihren selbstlosen Einsatz und den großen Gemeinschaftsgeist und bezeichnete die Feuerwehr als Allzweckwaffe der Kommunen. Auch deshalb werden die Kommunen auch weiterhin alles mögliche tun um eine ordentliche Austattung der Feuerwehren zu garantieren. Er wünschte den Kommandanten auch weiterhin ein glückliches Händchen dabei, die schwere Aufgabe zu erfüllen die Mannschaft zum ehrenamtlichen Dienst zu motivieren. Auch ginge das zeitliche Engagement der Kommandanten über das Übliche hinaus, dies fordere Dank und Respekt, so Odörfer. Er wünschte auch den Jugendwarte viel Erfolg um auch in Zukunft genügend Feuerwehrdienstleistende zu haben. Er wünschte den Feuerwehrdienstleistenden die Mehrfachbelastung zwischen Beruf, Familie und Feuerwehr meistern zu können und wünschte den Feuerwehrleuten eine allzeit unfallfreie Rückkehr von Einsätzen und Übungen.

Der Leiter der Polizeiinspektion Altdorf, EPHK Fruth trat stellvertretend für seine Dienststelle und die Polizeiinspektion Feucht ans Rednerpult. Er dankte für die Einladung und betonte die Selbstverständlichkeit zu kommen. So vergehe keine Woche, bei der Feuerwehr und Polizei nicht zusammen arbeiten würden. Seiner Erfahrung nach sind die Feuerwehren schnell, kompetent und zuverlässig. Dafür dankte er den Feuerwehren und hofft auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit.

Als nächster Tagespunkt stand der Bericht des Kreisbrandinspektors auf der Tagesordnung. KBI Schlerf ging zuerst auf die personellen Veränderungen ein und wünschte den neu gewählten Kommandanten alles Gute für Ihre Arbeit und dankte den ausgeschiedenen Kommandanten für ihr Engagement. Im Bereich der Personalstärke hatte Schlerf auch negatives zu berichten. Zwar stieg die Zahl der Feuerwehrdienstleistenden im Dienstbezirk von 1242 im Vorjahr auf 1258 in diesem Jahr, was hauptsächlich dem steigenden Anteil von weiblichen Feuerwehrdienstleistenden zu verdankten sei, jedoch sanken die Zahlen der Atemschutzgeräteträger und die der Feuerwehranwärter drastisch, was Schlerf mit Folien visuell aufzeigte. Schlerf forderte die Kommandanten auf künftig stärker denn je ihr Augenmerk und ihre Strategien auf die Jugendwerbung auszurichten um auf Dauer die Schlagkraft der Feuerwehren zu erhalten. Auch bat Schlerf die Kommandanten darum ihre Jugendwarte zu den Jugendwartsitzungen zu senden, hier erfahren sie Ratschläge und Unterstützung von anderen Jugendwarten.
Kreisbrandinspektor Schlerf konnte außerdem berichten, dass im Jahr 2008 insgesamt 49 staatliche Auszeichnungen verliehen wurden. So wurde 32 mal das Ehrenzeichen für 25 Jahre und 17 mal das Ehrenzeichen für 40 Jahre aktiven Dienst im Dienstbezirk 3 verteilt.
Von den Kommandanten wurden für das Jahr 2008 94 Lehrgänge an den staatlichen Feuerwehrschulen beantragt, 30 Lehrgänge konnten zugeteilt werden. Für das Jahr 2009 sind 111 Lehrgangsplätze gemeldet, 37 wurden zugeteilt. Einen neuen Rekord gibt es bei den Lehrgangsanmeldungen für 2010, hier liegen 113 Anmeldungen vor. KBI Schlerf wies nochmals darauf hin, dass die zugewiesenen Plätze auch besetzt werden sollten, hier sind die Kommandanten gefragt.
Im Rahmen der Gerätewart- und Maschinistenfortbildung wurden Unterrichte zur Sichtprüfung der hydraulischen Rettungsgeräte und der Dichtkissen, sowie zum Sprechfunk die Funktionsweise von FMS-Hörern angeboten. Auch das Thema "Pumpentechnik bei Feuerlöschkreiselpumpen" und die Wasserförderung über lange Schlauchstrecken wurde aufgegriffen.
Bei den Treffen der Ausbilder wurden die Änderugen in der FwDV1 und die Einbeziehung "Einheiten im Hilfeleistungseinsatz" in die FwDV3 besprochen. Auch der überarbeitete Leitfaden zur Truppmann-Ausbildung und die Überarbeitung des Truppführer-Ausbilderleitfadens wurden bearbeitet. KBI Schlerf forderte die Kommandanten auf die für die Ausbildungen notwendigen Merkblätter rechtzeitig bei KBM Lachmann zu bestellen.
Auch im Jahr 2008 wurden verschiedene Feuerwehren von der Kreisbrandmeistern besucht, was natürlich auch im Jahr 2009 fotgesetzt wird. Als zentrales Thema für das abgelaufene Jahr 2008 nannte Schlerf die Umstellung der Alarmierung von der Polizeiinspektion Lauf zur Berufsfeuerwehr Nürnberg und die damit verbundene Alarmplanumstellung nach den Vorgaben der Alarmierungsbekanntmachung vom 12.12.2005 und dem Schreiben des Innenministeriums vom 27.07.2007.
Auch neue Geräte und Fahrzeuge konnte im Dienstbezirk 3 beschafft werden. Die Feuerwehr Schwarzenbruck erhielt eine Wärmebildkamera, die FF Rummelsberg eine neue Drehleiter und die Feuerwehr Diepersdorf ein neuen Löschgruppenfahrzeug.
Im Rückblick auf das Jahr 2008 sind u.a. noch eine Räumungsübung des Internats des Wichernhauses in Altdorf und eine Großübung in Form eines Busunglückes bei Ezelsdorf zu nennen. Im Gewerbegebiet Nürnberg-Feucht wurde eine Gefahrgutübung durchgeführt. Außerdem wurde eine Standortschulung zum Thema "Strahlenschutz" durch die staatlische Feuerwehrschule Würzburg in Schwarzenbruck abgehalten. Außerdem feierte die Feuerwehr Oberhaidelbach ihr 125-jähriges Bestehen.
Insgesamt mussten die Wehren im Dienstbezirk 3 im Jahr 2008 568 Einsätze bewältigen, hinzu kamen noch 355 Einsätze des First Responders der FF Burgthann. Auffallend ist der enorme Anstieg der Türöffnungen für den Rettungsdienst und der Anstieg von Unfällen mit Schienenfahrzeugen.
KBI Schlerf wies nochmals auf die mangelhaften Einsatzstiefel der Marke Haurath-Schuh hin, die für den Feuerwehrdienst nicht zugelassen sind. Die Prüfvorschrift von Druckschläuchen in der Fassung vom 23.10.2008 sieht die Prüfung der Schläuche mit 26 bar vor. Aufgrund der damit verbundenen Materialbelastung wird von der Feuerwehrschule empfohlen einen Prüfdruck von 16 bar zu verwenden. Eine entsprechende Änderung im Normenausschuss ist laut Auskunft der Feuerwehrschule bereits veranlasst.

Kreisbrandinspektor Schlerf rief nach seinem Bericht den Jugendbeauftragten KBM Volkmar Lachmann zu seinem Bericht auf.

Lachmann ging zu Beginn seines Berichts auf die Mitgliederzahlen der Jugendgruppen im DB3 im vergangenen Jahr ein. Auch hier war leider wieder ein Rückgang zu verzeichnen. Waren es im Vorjahr noch 241 Jugendliche in den 33 Jugendgruppen, sank die Zahl im Jahr 2008 auf 209 Jugendliche. Insbesondere der Austritt während der Feuerwehranwärterzeit bereitet hier Sorgen.

An einem mangelnden Angebot für die Jugendlichen kann dies nicht liegen, denn KBM Lachmann konnte wieder von zahlreichen Veranstaltungen berichten, die er und sein Team im Jahr 2008 organisierten. Vom 9. bis 12. Mai 2008 fand das 28. Pfingstzeltlager der Jugendfeuerwehren in Gänserndorf (Österreich) statt, das die Jugendfeuerwehren aus Schwarzenbruck und Ludersheim besuchten. Am 31.5.2008 legten 43 Jugendliche aus 7 Jugendgruppen in Ezelsdorf die Stufe I und II der Jugendflamme ab, die heuer bereits zum 6. Mal ausgetragen wurde. Bei der Abnahme der Bayerischen Jugendleistungsspange 2008 in Rasch stellten sich 31 Jugendliche aus 7 Jugendfeuerwehren den Prüfungen. Auch hier konnten die zur Abnahme angetretenen Jugendlichen mit guten Leistungen überzeugen. Der letztjährige Jugendprojekttag, der bereits zum 18. Mal veranstaltet wurde, führte die Jugendlichen am 20.9.2008 mit einer Busreise nach München, wo sie das Deutsche Museum besichtigten.

Der Wissenstest beschäftigte sich 2008 mit dem Thema „Umgang mit Schläuchen, Armaturen und Leinen“. An vier Abnahmetagen, vom 13. bis 16. Oktober 2008, konnten 79 Feuerwehranwärter aus 15 Jugendfeuerwehren die theoretische und praktische Prüfung ablegen. Lachmann lobte die Leistung der Jugendlichen, die von ihren Jugendwarten gut auf den Wissenstest vorbereitet wurden.

Aus Ausblick auf die Aktivitäten in diesem Jahr gab KBM Lachmann noch einige Termine bekannt. Am 11. Februar 2009 sind alle Jugendwarte des Landkreises in den Sparkassensaal Lauf eingeladen. Hier werden u.a. die Ausbildungsunterlagen zur Jugendflamme vorgestellt, die für den gesamten Landkreis vereinheitlicht wurden. Am 7. Juli 2009 sind die Jugendlichen zu einer Fahrt nach München eingeladen, wo der Bayerische Landtag besichtigt werden kann. Zum Schluss seiner Ausführungen dankte KBM Lachmann allen Feuerwehren, Jugendwarten und Ausbildern für die Zusammenarbeit.

KBI Schlerf bedankte sich bei KBM Lachmann für seinen Bericht und die geleistete Arbeit von ihm und seinem Jugendteam und bat den Oberschiedsrichter Thomas Pöllot an das Rednerpult.

Laut KBM Pöllot konnten im Bereich FwDV3 19 Gruppen mit 122 Teilnehmern abgenommen werden, was sich wie folgt aufgliedert:

Stufe 1 (Bronze) 36
Stufe 2 (Silber) 21
Stufe 3 (Gold) 26
Stufe 4 (Gold/Blau) 12
Stufe 5 (Gold/Grün) 16
Stufe 6 (Gold/Rot) 11

Insgesamt wurden die Variante 1 von sieben, die Variante 2 von vier und die Variante 3 von 8 Gruppen abgelegt.

Im Bereich Technische Hilfeleistung nach FwDV13 konnten 14 Gruppen mit insgesamt 95 Teilnehmern abgenommen werden. Hier die Aufgliederung im Einzelnen:

Stufe 1 (Bronze) 21
Stufe 2 (Silber) 18
Stufe 3 (Gold) 14
Stufe 4 (Gold/Blau) 23
Stufe 5 (Gold/Grün) 6
Stufe 6 (Gold/Rot) 13

Zwar wurden im Vergleich zum Vorjahr weniger Leistungsabzeichen vergeben, allerdings lässt sich nach Auskunft von KBM Pöllot ein wellenförmiger Verlauf über die letzten 10 Jahre beobachten, was wohl mit der zweijährigen Wartefrist zwischen den Abnahmen zusammen hängt. Er rechnet für 2009 wieder mit einem Anstieg der Abnahmen. Er bat die Kommandanten auch wieder für das Jahr 2009 um eine gute Zusammenarbeit und eine rege Teilnahme ihrer Wehren an den Leistungsprüfungen. Weiterhin bot er die Unterstützung der Schiedsrichter bei den Ausbildungen an.

KBI Schlerf bedankte sich auch bei KBM Pöllot und den Schiedsrichtern des Dienstbezirkes für die geleistete Arbeit und kündigte den Tagesordnungspunkt "Bericht über Ausbildungen" an.

Kreisbrandmeister Buchner informierte die Anwesenden über die abgelaufenen Truppmann-, Truppführer- und Maschinistenlehrgänge im abgelaufenen Jahr, bei denen insgesamt 108 Feuerwehrdienstleistende teilnahmen. Darunter auch ein Sonderlehrgang für Gefahrgut. Für das Jahr 2009 sind zwei Truppführerlehrgänge in Feucht und Diepersdorf geplant, sowie zwei Truppmannlehrgänge, einer davon in Feucht. Einen Maschinistenlehrgang wird es im Jahr 2009 nicht geben. KBM Buchner wies die Kommandanten darauf hin, dass ab sofort die Ausbildungsleitung konsequent auf die komplette Anwesendheit der Lehrgangsteilnehmer achten werde. Sollten Teilnehmer Fehlstunden aufweisen, müssen diese bei anderen Lehrgängen nachgeholt werden, ansonsten wird keine Prüfungsfreigabe erteilt.

KBI Schlerf dankte KBM Georg Buchner für seine Ausführungen und die geleistete Arbeit. Nächster Punkt der Tagesordnung war der Bericht des Atemschutzbeauftragten KBM Lothar Miederer, welcher zu Beginn seines Berichtes auf die Anzahl der Atemschutzgeräteträger einging. So verfügen im Dienstbezirk 3 19 Feuerwehren über Atemschutz, dies entspricht 149 Atemschutzgeräten. Auch er wies auf die Problematik der sinkenden Geräteträgerzahlen hin. Hier müsse unbedingt etwas getan werden. Die Kommandanten sollen, so Miederer, ehemalige Geräteträger motivieren sich wieder für den Dienst als Geräteträger fit zu machen. Die Lehrgänge zum Atemschutzgeräteträger werden den vorherrschenden rasanten Rückgang von Geräteträgern nicht kompensieren können. Positiv erwähnte Miederer, dass in der Übungsanlage Feucht von 43 Terminen auch 41 wahrgenommen wurden, zweimal hatten sich die Wehren entschuldigt, unentschuldigt blieb keine Wehr fern. Anders sah dies bei der Übungsanlage des THW in Lauf aus. Hier nahmen nur drei von acht Wehren teil, der Rest blieb

unentschuldigt fern. Hier besteht Klärungsbedarf. Mieder bat die Kommandanten auf sich bei ihm zu melden um abklären zu können, warum die Übungsanlage des THW nicht angenommen wird. Als Veranstaltungen im Jahr 2008 nannte Miederer eine Infoveranstaltung für Atemschutzverantwortliche bei denen u.a. Atemschutzunfälle anderer Wehren besprochen wurden. Auch das Thema Schutzkleidung wurde besprochen. Im Rahmen der Notfallstation 6, die sich aus Einheiten der Stadt Nürnberg, der Stadt Fürth und dem Landkreis Nürnberger Land zusammensetzt, wurde an einer Übung in Schierling in Oberbayern teilgenommen. KBM Miederer wies ausdrücklich darauf hin, dass die Teilnehmer eines Lehrganges zum Atemschutzgeräteträger über eine gültige G26.3-Untersuchung verfügen müssen. Teilnehmer, deren Arzt nicht zur Abnahme der G26 befähigt ist, oder den Zusatz "eingeschränkt" tragen, oder sogar keine G26-Untersuchung haben, werden zum Lehrgang nicht zugelassen. Um Kosten zu sparen und nur die Kameraden zur Untersuchung schicken zu müssen, die tatsächlich am Lehrgang teilnehmen, stellte Miederer einen neuen Zeitplan vor, nach dem die Anmeldung nun erfolgen wird. Auch nehmen laut Miederer zu wenige Atemschutzgeräteträger an der jährlich nötigen Belastungsübungen teil.

Auf die Problematik der geänderten G26-Untersuchung ging Dr. Schleicher ein. So gehöre zur G26-Untersuchung nun auch eine Blutentnahme um u.a. Leberschäden oder eine Zuckererkrankung zu erkennen. Auch werden abnormale Verhaltensweisen (z.B. Platzangst) und Hauterkrankungen die zur Verschlimmerung neigen mit untersucht. Weiterhin geht der Body Mass Index (BMI) mit in die Beurteilung ein. Bei einem zu hohen BMI wird die Bescheinigung über die Tauglichkeit verweigert. Abschließend ist anzumerken dass bereits jetzt mehr Untersuchte die Bescheinigung nicht mehr erhalten haben als sonst. Dr. Schleicher wies darauf hin, dass trotz G26-Untersuchung etwas im Atemschutzeinsatz passieren kann, die Untersuchungen erhöhen jedoch die Sicherheit.

Nach den Ausführungen von Dr. Schleicher stand der Bericht des Kreisfernmeldemeisters auf dem Programm. Er bezeichnete die Umstellung der Alarmierung zur Leitstelle Nürnberg am 5. März 2008 als das größte Projekt im abgelaufenen Jahr, das dank guter Vorbereitung auch reibungslos von statten ging. Dabei hatten auch alle Feuerwehren einen wesentlichen Anteil, die sich durch die Aneignung der neuen Funkrufnamen, der Beschaffung von FMS-Handapparaten und einiger Veränderungen im Sprechfunkbetrieb ebenfalls sehr gut auf diesem Termin vorbereiteten, wofür KBI Haslinger ihnen dankte. Das nächste große Projekt sei nun die Ertüchtigung der Relaisfunkstellen für den Betrieb mit der Integrierten Leitstelle, das durch eine Umrüstung der vorhandenen Technik auf eine Gleichwellenfunkanlage realisiert wird. Desweiteren ging KBI Haslinger auf den derzeitigen Stand beim BOS Digitalfunk ein. Der Aufbau des Netzes habe begonnen, nach heutigen Planungen soll er bereits in den Jahren 2010/2011 abgeschlossen sein. Er merkte jedoch an, dass dies nicht zwangsläufig bedeute, dass zu diesem Zeitpunkt auch bereits alle Feuerwehren auf den digitalen Sprechfunk umgerüstet seien.
Hierzu fehlen derzeit noch die Förderrichtlinien für die Endgeräte sowie eine Festlegung der Kostenaufteilung für die laufenden Betriebskosten zwischen Freistaat und den Kommunen. Des weiteren wies der Kreisfernmeldemeister die Kommandanten darauf hin, dass seit 28.9.2008 eine Umweltschutzrichtlinie gilt, wonach Nickel-Cadmium-Akkus nicht mehr in den Handel gebracht werden dürfen. Zwar seien bestimmte Geräte der Sicherheitstechnik (darunter fallen auch die BOS Sprechfunkgeräte und Handscheinwerfer) davon ausgenommen. Die Feuerwehren sollen jedoch bei der Beschaffung von Ersatzakkus darauf achten, dass sie keine Akkus mit neueren Zelltypen geliefert bekommen, die unter Umständen mit den vorhandenen Ladegeräten nicht geladen werden können. Für Herbst 2009 bot KBI Haslinger wieder die Durchführung einer Sprechfunkprüfung an.

 

Kreisbrandrat Bernd Pawelke forderte die Kommandanten auf die anstehenden Probleme, die den verschiedenen Berichten zu entnehmen waren, konsequent anzugehen. Trotz aller Probleme mit denen die Wehren zu kämpfen haben hob Pawelke mit einigen Zahlen die Schlagkraft und Wichtigkeit der Wehren hervor. Im Jahr 2008 wurden 23 Personen bei Bränden gerettet, 21 Personen wurden über Leitern der Feuerwehr gerettet. Seit vielen Jahren mussten 2008 erstmals keine Brandtoten geborgen werden.
Im Bereich der Technischen Hilfeleistungen wurden 136 Personen z.B. aus Fahrzeugen oder Maschinen gerettet, für 24 Personen kam leider jede Hilfe zu spät, was für die eingesetzten Kräfte eine enorme Belastung darstellt, jedoch können die Zahlen als Zeichen für eine gute Arbeit im Jahr 2008 verstanden werden. Auch musste glücklicherweise nur ein verletzter Feuerwehrdienstleistender verzeichnet werden.

Verärgert zeigte sich Pawelke über den Verlauf der Diskussion über die Aufweichung der Führerscheinklasse B.

Da die Gruppe der Tragkraftspritzenfahrzeuge aufgrund von Sicherheits- und Umweltaspekten immer schwerer wird, dürfen Besitzer der Führerscheinklasse B die neuen Fahrzeuge nicht mehr fahren, da der Führerschein nur zum Führen von Fahrzeugen mit einem zul. Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen berechtigt. Da noch ein Hänger mit einer zul. Gesamtmasse von 750 kg mitgeführt werden dürfte, wurde angeregt die Führerscheinregel bei Feuerwehrfahrzeugen auf 4,25 Tonnen zu erweitern. Bereits mehrere Initiativen haben sich mit dieser Problematik befasst. Nun erteilte ein Sprecher der EU in einer Fernsehsendung des Bayerischen Rundfunks mit unhaltbaren Argumenten dieser Änderung eine Absage. Pawelke forderte die Kommunen in ihrem eigenen Sinne auf sich für die Änderung stark zu machen. Andernfalls entstehen den Kommunen enorme Kosten um in Zukunft Tragkraftspritzen-fahrzeuge zu den Einsatzstellen befördern zu können.
Zur personellen Situation äußerte sich Pawelke ebenfalls. Er forderte die Kommandanten auf mehr für die Jugendarbeit zu tun und den Frauenanteil in den Wehren zu erhöhen. Während im Landkreis Regensburg, der von den Anforderungen an die Feuerwehren mit dem Landkreis Nürnberger Land vergleichbar ist, 8% Frauen aktiv sind, sind es im Landkreis Nürnberger Land gerade knapp über 2 %. In Holland sind 38% der Feuerwehrdienstleistenden weiblich. Um u.a. die Ausrückesicherheit tagsüber sicherzustellen ist ein Umdenken mancher Kameraden zwingend erforderlich.

Unter dem Punkt verschiedenes meldete sich Feuerwehrseelsorger Diakon Herbert Dachs zu Wort und lud die Anwesenden zum zweiten Gottesdienst für Feuerwehr und Rettungsdienst am 15. März 2009 um 17.00 Uhr in die Martin-Luther-Kirche in Schwarzenbruck ein.

Gegen 22.00 Uhr konnte KBI Schlerf die Versammlung schließen.

Bericht und Fotos: KFV Online

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