Kreisfeuerwehrverband Nürnberger Land
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Dachstuhlbrand in Rollhofen

16.12.2009

ROLLHOFEN (DB2) - Am 15.12.2009 wurden die Feuerwehren Rollhofen, Speikern, Neunkirchen und Lauf an der Pegnitz durch die Leitstelle Nürnberg um 19.38 Uhr zu einem Dachstuhlbrand in Rollhofen alarmiert.

Beim Eintreffen der ersten Kräfte stellte sich folgende Lage dar: Der Dachstuhl des Einfamilienhauses war noch nicht durchgebrannt, im Bereich des Spitzbodens waren jedoch starke Flammen zu sehen. Die sechs Bewohner des Gebäudes konnten sich jedoch bereits vor Eintreffen der Feuerwehr aus dem Gebäude befreien. Ein 22-jähriger Bewohner erlitt, weil er noch versucht hatte mehrere Meerschweinchen zu retten, eine so schwere Rauchvergiftung, dass er vor dem Gebäude zusammenbrach und von den Einsatzkräften versorgt werden musste. Er wurde später schwerverletzt in ein Nürnberger Klinikum eingeliefert.

 
     
 
     
 

Von der Feuerwehr Rollhofen wurde sofort eine Wasserversorgung aufgebaut und ein Stoßtrupp unter schwerem Atemschutz in das Gebäude geschickt. Dieser kam bis zur Hälfte des Treppenaufgangs in das Dachgeschoss problemlos voran, dann schlugen ihm bereits massive Flammen entgegen. Der Brand, der sich im rechten Teil des Gebäudes befand, konnte schnell abgelöscht werden. Schwieriger gestalteten sich hier die Nachlöscharbeiten. In dem Raum waren einige Kleintiere untergebracht. Der Trupp musste für die Nachlöscharbeiten erst einen Teil des Rauminhaltes (Tierstreu usw.) nach Außen verbringen um an Brandnester zu gelangen.

Mit Hilfe der Wärmebildkamera wurden weitere Glutnester lokalisiert. Da an den Knotenpunkten des Dachgebälks noch Rauchentwicklung zu erkennen war, wurde mit Hilfe der Drehleiter der Feuerwehr Lauf die Dachhaut geöffnet und lokal Nachlöscharbeiten durchgeführt. Eine unter dem Herd im Erdgeschoss befindliche Propangasflasche wurde vorsorglich aus dem Gebäude verbracht.

 
     
 

Aufgrund der Außentemperatur von -1°C kam es im Bereich der Einsatzstelle wegen gefrierendem Löschwasser immer wieder zu Glatteisbildung. Hierzu wurde die Gemeinde Neunkirchen verständigt, die nach dem Einsatz mit einem Streufahrzeug die Ortsdurchfahrt wieder befahrbar machte. Während des Einsatzes übernahmen Feuerwehrkräfte das Ausstreuen des Streusalzes von Hand.

 
Der Treppenaufgang zum Dachgeschoss
Zimmer im DG auf der linken Seite
Der eigentliche Brandraum in der rechten Gebäudeseite
Blick vom DG in den Spitzboden

Gegen 22.30 Uhr konnten die letzten Kräfte die Einsatzstelle wieder verlassen. Insgesamt wurden sieben Personen wegen Rachgasintoxikation in Krankenhäuser eingeliefert, einer davon erlitt, wie bereits geschrieben, eine schwere Rauchvergiftung. Mehrere Kleintiere verendeten im Brandraum.

Nach vorläufigem Ermittlungsstand der Kriminalpoizei bestätigte sich der Anfangsverdacht, dass mit einem Ofen nicht sachgemäß umgegangen wurde. Der Sachschaden beläuft sich nach bisherigen Erkenntnissen auf ca. 60.000 Euro. Die Ermittlungen dauern an. Das Gebäude ist derzeit nicht bewohnbar. Insgesamt waren 10 Atemschutztrupp im Einsatz bzw. in Bereitstellung.

Eingesetzte Kräfte:

KBR Thiel, KBI Geißler, KBM Krug, KBM Pinzer
FF Rollhofen mit 86/43/1
FF Neunkirchen mit 84/11/1 und 84/40/1
FF Speikern mit 87/441/1
FF Lauf mit 70/11/1, 70/30/1, 70/40/1 und 70/80/1

Rettungsdienst
Polizei
Bauhof

Bericht: KFV-Online
Foto:
FF Rollhofen, KFV-Online

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