Nach der guten Resonanz im Frühjahr fanden im Dezember zwei weitere Termine der Fortbildung „Ersteintreffend im Gefahrguteinsatz“ für Führungskräfte der Feuerwehren im Landkreis Nürnberger Land statt. Im Fokus dieses Ausbildungsangebotes stehen Gefahrguteinsätze und insbesondere die Maßnahmen für ersteintreffende Kräfte.
Gefahrguteinsätze stellen Feuerwehren oft vor ganz besondere und nicht alltägliche Herausforderungen. Anders als bei Bränden oder Verkehrsunfällen ist das ganze Ausmaß und auch das Gefahrenpotential oft auf den ersten Blick nicht erkennbar und je nach Gefahrgut werden spezielle Schutzausrüstung und entsprechende Einsatzmittel benötigt. Dennoch kann es jede Feuerwehr egal welcher Größe und mit welcher Ausstattung als örtlich zuständige Feuerwehr treffen. Deren Führungskräfte müssen dann als ersteintreffende Einheit die richtigen Entscheidungen treffen und entsprechende Maßnahmen einleiten. Um sie genau auf diese Situation vorzubereiten wurde die Führungskräftefortbildung „Ersteintreffend im Gefahrguteinsatz“ geschaffen.
Kreisbrandmeister Marco Migliaccio, der in der Kreisbrandinspektion für das Thema Gefahrgut in zuständig ist, ging im theoretischen Teil der Fortbildung neben grundlegenden Themen wie der Kennzeichnung von Gefahrstoffen und deren Ausbreitung auch auf wichtige Einsatzgrundsätze ein. Einen ganz besonderen Fokus legte er dabei auf die „GAMS“-Regel, die in unterschiedlicher Ausprägung bei allen Einheiten im Gefahrguteinsatz angewendet wird. GAMS steht dabei für „Gefahr erkennen“, „Absperren“, „Menschenrettung durchführen“ und „Spezialkräfte alarmieren“. Mit diesen Grundsätzen können selbst kleinste Feuerwehren als ersteintreffende Einheiten im Ernstfall handeln und die notwendigen Schritte einleiten.
Das in der Theorie wiederholte Wissen konnten die Teilnehmer im Anschluss bei einem digitalen Planspiel zur Anwendung bringen. Gemeinsam galt es hier die ersten Schritte eines Gefahrguteinsatzes abzuarbeiten. Dabei zeigte sich, wie so oft in der Feuerwehr, dass es für ein Problem mehrere Lösungsansätze geben kann, die alle ihre Vor- und Nachteile haben.
Insgesamt konnten an den zwei angebotenen Terminen in Feucht und Schnaittach knapp 30 Führungskräfte der Landkreisfeuerwehren geschult werden. An dieser Stelle ein herzlicher Dank an die beiden Feuerwehren, die ihre Schulungsräume für diese wichtige Fortbildung zur Verfügung gestellt haben.
Auch 2026 soll dieses wichtige Ausbildungsformat wieder als Teil des Fortbildungsangebotes für die Landkreisfeuerwehren durchgeführt werden. Die Anmeldung hierfür wird über das Lehrgangsverwaltungsportal der Landkreisfeuerwehren erfolgen.
Bericht und Bilder: Kreisbrandinspektion Nürnberger Land


