Bei den Feuerwehren im Landkreis Nürnberger Land erstmals eine Fortbildung zum „Führungsgehilfen“ durchgeführt. Der Pilotlehrgang fand im Dienstbezirk 1 statt und erstreckte sich über insgesamt sieben Ausbildungstage.
Im Rahmen die theoretische und praktischen Ausbildung gab es auch Führungssimulationstraining unterstützt durch Kreisbrandmeister des Dienstbezirk 1. Ziel der Fortbildung war es, die künftigen Führungsgehilfen gezielt auf ihre künftige Tätigkeit zur Unterstützung an der Einsatzstelle bis zur Führungsstufe B vorzubereiten. Im Mittelpunkt standen dabei die strukturierte Informationsgewinnung und -verarbeitung sowie die Unterstützung der Einsatzleitung insbesondere in der sogenannten „Chaosphase“ eines Einsatzes.
Einen wesentlichen Bestandteil bildeten die Grundlagen der FwDV 100, der Umgang mit Einsatzdokumenten sowie Methoden und Mittel zur Lagedarstellung auch unter Einbezug taktischer Zeichen.
Die Teilnehmer aus den Feuerwehren Engelthal, Hartmannshof, Alfeld, Hartenstein, Kirchensittenbach, Altensittenbach und Reichenschwand beschäftigten sich intensiv mit der Nutzung der von den Landkreisfeuerwehren bereits genutzten Dokumente wie Kräfteübersicht, Einsatztagebuch, ToDo-Liste und Lageskizzen.
Besonderes Augenmerk wurde auf eine einheitliche und koordinierte Arbeitsweise gelegt. Dabei wurde vermittelt, wie vorbereitete Dokumente, klare Strukturen und übersichtliche Lagekarten die Führungsarbeit an Einsatzstellen deutlich erleichtern können.
Ein weiterer Schwerpunkt der Fortbildung war die Lagedarstellung und die Anwendung taktischer Zeichen nach FwDV 100 sowie den Empfehlungen des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Die Teilnehmer lernten hierbei, Einsatzabschnitte, Gefahrenbereiche, Bereitstellungsräume und Einsatzschwerpunkte übersichtlich und organisationsübergreifend verständlich darzustellen.
Ergänzt wurde die theoretische Ausbildung durch praktische Gruppenarbeiten und Planspiele zur Darstellung komplexer Einsatzlagen. Darüber hinaus wurden ergänzende Führungsunterlagen und einsatzspezifische Dokumente behandelt, beispielsweise für Vermisstensuchen oder Gefahrguteinsätze. Ebenso wurden moderne Möglichkeiten der Führungsunterstützung und vorbereitete Führungs- und Kommunikationsstrukturen thematisiert.
Die Ausbildung war geprägt von modernen Lernmethoden, intensiver Mitarbeit der Teilnehmer sowie einem hohen Praxisbezug. In den Gruppenarbeiten und realitätsnahen Einsatzszenarien konnten die Teilnehmer das Erlernte direkt anwenden und gemeinsam Lösungen erarbeiten.
Der abschließende Praxistag wurde durch die Kreisbrandmeister Andreas Weber, Armin Herger, Thomas Loos und Roland Gentsch unterstützt. Zusätzlich standen Mitglieder der UG-ÖEL als Übungsleitstelle zur Verfügung und sorgten für realistische Einsatzbedingungen.
Das Prüfer- und Ausbilderteam bestehend aus Kay Marienfeld, Peter Wattenbach und Niklas Marienfeld nahm die abschließende Prüfung in Form eines umfangreichen Planspiels ab. Hierbei mussten die Teilnehmer ein Einsatzszenario strukturiert abarbeiten. Bestandteil der Prüfung war zudem die Übergabe der Einsatzlage an eine übergeordnete Führungseinheit. Diese Rolle übernahm Kreisbrandinspektor Thorsten Brunner, der gleichzeitig die Prüfungsabnahme begleitete.
Zum Abschluss der Fortbildung erhielten alle Teilnehmer ihre Urkunden.
KBI Thorsten Brunner würdigte das Engagement der Teilnehmer sowie die intensive Arbeit des Ausbilderteams und dankte ihnen dafür. Im Anschluss fand eine gemeinsame Feedbackrunde statt, in der die Teilnehmer die Fortbildung auswerteten und insbesondere den Praxistag sowie die moderne und offene Ausbildungsform hervorhoben.
Mit dem erfolgreichen Pilotlehrgang wurde ein weiter wichtiger Baustein in der Führungsunterstützung gerade bei kleineren Einsatzlagen bis zur Führungsstufe B für die Feuerwehren im Nürnberger Land eingeführt. Die Fortbildung soll im Laufe des Jahres ebenfalls in den Dienstbezirken 2 und 3 angeboten werden.
Bericht und Bilder: Niklas Marienfeld


