Winkelhaid (DB 3) - Am Freitagabend den 17.07.2026 zog gegen 19:45 Uhr eine Gewitterzelle über Winkelhaid hinweg, dabei schlug ein Blitz in ein Mehrfamilienhaus ein. Ein Nachbar bemerkte daraufhin eine Rauchentwicklung aus dem Mehrfamilienhaus und warnte die Bewohner. Durch die ILS Nürnberg wurden die Feuerwehren Altdorf und Winkelhaid sowie Mitglieder der Kreisbrandinspektion mit dem Stichwort Brand Dachstuhl alarmiert.
Als die ersten Einsatzkräfte der Feuerwehr Winkelhaid auf dem Weg zur Einsatzstelle machten, konnten sie bereits eine starke Rauchentwicklung wahrnehmen. Beim Eintreffen der ersten Einheiten, drang massiver schwarzer Rauch aus dem 2. Obergeschoss und aus dem Spitzboden. Die Bewohner konnten sich bereits selbständig aus dem Gebäude retten.
Durch die Feuerwehr Winkelhaid wurden zwei Trupps unter schweren Atemschutz in das Gebäude zur Brandbekämpfung geschickt. Die Feuerwehr Altdorf übernahm mit ihrer Drehleiter den Außenangriff. Nach kurzer Zeit mussten sich die zwei Trupps aus den 2. Obergeschoss nach einer Durchzündung zurückziehen. Daraufhin wurden die Feuerwehren Altenthann und Moosbach nachalarmiert. Um die Einsatzstelle besser Strukturieren zu können, wurden insgesamt 4 Einsatzabschnitte gebildet und die UG - ÖEL Nürnberger Land zur Unterstützung alarmiert.
Die Einsatzabschnitte gliederten sich in folgende Bereiche. EA 1 Innenangriff, EA 2 Außenangriff Bachstraße, EA 3 Sammelstelle für Atemschutzgeräteträger, EA 4 Außenangriff Jahnstraße. Als die Nachrückenden Einheiten an der Einsatzstelle eingetroffen waren, wurde die Brandbekämpfung von der Rückseite (Jahnstraße) vorgenommen. Zu diesem Zeitpunkt war auf Grund der hohen Temperaturen in der Brandwohnung kein Innenangriff mehr möglich. Deshalb wurde eine zweite Drehleiter für den Außenangriff nachgefordert.
Um die zweite Drehleiter mit Löschwasserzuspeisen, musste von der Hauptstraße eine Förderleitung zur Brandstelle aufgebaut werden. Hierfür wurden die Feuerwehren Ungelstetten und Grünsberg alarmiert. Wegen der Komplexität der Dachkonstruktion entschloss man sich, die Dach- und Deckenkonstruktion von innen und außen zu öffnen, um besser an die Brandherde heranzukommen. Damit man diese Arbeiten durchführen konnte, wurden die Feuerwehren Ober/- Unterferrieden und Ezelsdorf sowie die Feuerwehr Hersbruck mit dem Abrollbehälter Atemschutz / Strahlenschutz nachalarmiert.
Die Maßnahmen waren sehr mühselig und sehr Zeit- und Kräfteintensiv, weil die eingesetzten Atemschutztrupps die Dach- und Deckenkonstruktion mit Brechwerkzeug, Einreißhacken und Rettungssägen öffnen und im Anschluss die Brandstellen ablöschen mussten. Damit man genügend Atemschutzgeräteträger für diese Tätigkeit hatte wurden erst die Feuerwehren Altensittenbach und Offenhausen aus dem Dienstbezirk 1 und später die Feuerwehren Behringersdorf und Rückersdorf aus dem Dienstbezirk 2 mit Atemschutzgeräteträgern nachgefordert. Um das Feuer unter Kontrolle zu bekommen, wurden bis Samstagfrüh, 72 Atemschutzgeräteträger aus dem gesamten Landkreis Nürnbeger Land eingesetzt. Über die Dauer des Einsatzes, wurden die Einsatzkräfte vom BRK mit Getränken und Essen versorgt.
Gegen 06:00 Uhr am Morgen konnten die letzten Einsatzkräfte die Einsatzstelle verlassen und am Gerätehaus die Fahrzeuge und Gerätschaften wiederherstellen. Durch die Feuerwehr Schwarzenbruck wurde die Brandwache übernommen. Diese musste in der Brandwohnung noch Glutnester ablöschen, bis diese gegen 14:00 Uhr von der Feuerwehr Winkelhaid abgelöst wurden. Auch die Einsatzkräfte der Feuerwehr Winkelhaid konnten noch Glutnester vorfinden. Diese waren im Bereich des Spitzboden und schwierig zu erreichen. Auch hier mussten wieder Teile der Deckenkonstruktion mit Brechwerkzeug und Motorsäge entfernt werden. Diese arbeiten zogen sich über 3 Stunden hin. Die letzten Einheiten konnten gegen 18:00 Uhr die Einsatzstelle verlassen.
Bei diesem Einsatz waren, 16 Feuerwehren und ca. 250 Einsatzkräfte beteiligt.
Bericht und Bilder: FF Winkelhaid
